Wüsten

Kapitel:

>Entstehung, Klima, Typen
>Selektionsprinzip nach Darwin
>Grundlegende Begriffe der Selektion
>Wie wirkt Selektion?
>Desertifikation
>Allgemeine Begriffserläuterung
>Verbreitung und Ursachen
>Klimatische Vorbedingungen
>Antrophogene Ursachen
>Die Bedeutung der Bevölkerungsentwicklung
>Folgen für die Landwirtschaft
>Die Degradation der Pflanzendecke
>Erosionsprozesse und die Veränderungen im Ökosystem
>Der Zusammenhang zwischen Ursachen und Folgen der Desertifikation

1. Entstehung, Klima, Typen

1. Entstehung, Klima, Typen

1. Entstehung, Klima, Typen

1. Entstehung, Klima, Typen

2. Desertifikation

2.1 Allgemeine Begriffserläuterung

Der Begriff »Desertifikation« (englisch: desertification) umschreibt den Vorgang des »Wüst Machens« oder besser »Zur-Wüste-Machens«. Er ist aus dem Lateinischen »desertus(a) facere« abgeleitet und betont dabei in besonderer Weise das »Machen«, was auf den Eingriff des Menschen und seine Tätigkeit hinweisen soll. Denn der Mensch ist an dem Vorgang der Desertifikation entscheidend beteiligt. Insofern ist auch eine Gleichsetzung mit dem manchmal noch verwendeten Begriff »Desertisation« nicht sinnvoll, denn solches »Zur-Wüste-Werden« kann auch als alleinige Folge eines klimatisch bedingten Trockenerwerdens erklärt werden, also ohne anthropogenen (menschlichen) Einfluss. Ebenso sind Begriffe wie »Wüstenbildung« oder »Wüstenausbreitung« meist nicht sinnvoll, da sie nur einen Teil des Begriffes der Desertifikation umfassen.
Geographisch gesehen kann eine Wüste nur dort entstehen, wo die klimatischen Bedingungen dies begünstigen und erlauben. Daher kann auch nur in den trockenen Randgebieten der großen Wüsten Desertifikation eintreten, jedoch nicht in einem Feuchtklima, wo es gleichwohl zu starken Degradationserscheinungen (teilweise oder völlige Veränderung typischer Merkmale eines Bodens, u.a. verursacht durch Klimaänderungen oder menschliche Eingriffe) im Ökosystem kommen kann. Dies sind zum Beispiel schädliche Veränderungen des Wasser- und Nährstoffgehaltes der Böden oder in der Pflanzenwelt. Die Anwendung des Begriffs Desertifikation wird somit auf die Trockengebiete der Erde mit ihren Steppen und trockenen Savannen eingeschränkt.
Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (englisch: UN Environmental Programme, UNEP) in Nairobi und eingeschränkt auch das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (englisch: UN Development Programme, UNDP) in New York haben sich seit der UN-Desertifikations-Konferenz (englisch: UN Conference on Desertification, UNCOD) 1977 auch mit diesem ökologisch wichtigen Vorganges befasst. Seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (englisch: UN Conference on Environment and Development, UNCED) in Rio de Janeiro, Brasilien, 1992, gilt folgende Definition:
Desertifikation ist Landdegradation in ariden, semiariden und trocken-subhumiden Gebieten. Sie beruht auf verschiedenen Faktoren, und zwar sowohl aufgrund von Klimaschwankungen als auch von menschlichen Aktivitäten.
Wichtig ist auch, dass durch Desertifikation nicht sogleich und überall wirkliche Wüsten entstehen, wohl aber wüstenähnliche Verhältnisse (»desertlike conditions«) in Steppen und Savannen der Trockengebiete, die natürlich eine Schädigung der Ressourcen im Naturpotential und damit auch der Umwelt selbst bedeuten. Die Desertifikation kann dabei in verschiedenen Desertifikationsgraden (von leicht bis irreversibel) auftreten, je nach Intensität und Dauer der Degradationsprozesse.
Der Prozess der Desertifikation umfasst: Neben diesen geoökologischen Folgen hat die Desertifikation auch sozioökonomische Folgen, auf die wir später noch zu sprechen kommen.

2.2 Verbreitung und Ursachen

Betrachtet man eine Karte der Verbreitung der Desertifikation auf der Erde, so wird der Zusammenhang zwischen der Verbreitung der klimatisch bedingten Trockenzonen und der Desertifikationsgebiete deutlich. In der Alten Welt, besonders in Afrika, sind diese Gebiete klar um die bereits bestehenden Passatwüsten angeordnet, die sich nach Zentralasien zu dann zu einem inneren kontinentalen Trockengebiet ausweiten. In Nord- und Südamerika folgen die Trockengebiete der Nord-Süd-Ausrichtung der Kordilleren (Gebirgssystem im Westen des amerikanischen Doppelkontinents, von der Beringstraße bis Feuerland, mit über 15000 km das längste Faltengebirgssystem der Erde). Die Ariditätsgrade reichen dabei von den extremariden über die semiariden bis zu den trocken-randfeuchten Zonen.
Die vollariden Wüsten sind, da von Natur aus schon wüstenhaft, keine eigentlichen Desertifikationsgebiete (allenfalls in Oasen kommen Desertifikationserscheinungen vor). Diese konzentrieren sich vielmehr auf die randlichen Steppen in den Subtropen und auf die trockenen Savannen in den Randtropen. Diese Zonen sind auch von der Bevölkerung flächenhaft genutzte Weide- und Anbaugebiete.
In Australien ist die Desertifikation weit verbreitet. 75 Prozent des Kontinents sind Trockengebiete mit unterschiedlichen Graden der Aridität, nur die Nordost- und die Ostküste sind feuchter.
Auch wenn Trockengebiete definitionsgemäß durch das aride Klima bedingt sind, so ist doch der Grad der Desertifikation in erster Linie eine Folge des Eingriffs des Menschen in das jeweilige Ökosystem, und zwar sowohl durch die Anbaumethoden als auch durch die Art der Tierhaltung. Die Art und Weise der Landnutzung hat verschiedene Formen der Landdegradation zur Folge, die schließlich zu unterschiedlich ausgeprägter Desertifikation führen. Daher kann die Verbreitung von Steppen und Savannen, von Natur aus meist semiaride Landschaften, an sich noch nichts über die Art und Intensität der Desertifikation aussagen. Erst der Vergleich mit der Bevölkerungsdichte und den Landnutzungsmethoden gibt Hinweise auf die Gefährdung durch Desertifikation.
Die Folgen der Desertifikation sind im Landschaftsbild durch Schädigung der Pflanzendecke und durch verstärkte Erosionserscheinungen auch auf den Satellitenbildern klar erkennbar. (Abb. 1)

Abb. 1: Satellitenaufnahme der Namibwüste.

Vor allem die Landnutzungszonen in Trockengebieten Nordamerikas (mit 74 %), Afrikas (mit 73 %), Südamerikas (mit 72 %) und Asiens (mit rund 70 %) sind von Desertifikation betroffen. Aber auch die Trockengebiete in Europa (Spanien, Süditalien und Griechenland) sind zu 65 % geschädigt und Australien ist mit 54 % ebenfalls stark betroffen. In den Trockengebieten der beiden zuletzt genannten Kontinente überwiegt, besonders in Europa, die Desertifikation im Weideland. Am wenigsten ist hier das Bewässerungsland geschädigt.
2.2.1 Klimatische Vorbedingungen
Die Aridität in den Trockenzonen der Erde, die sich im Wesentlichen aus dem Verhältnis der Niederschlagsmenge zur Verdunstungshöhe, wird in Form eines Ariditätsindex erfasst. Dieser Index weist die unterschiedliche Aridität in extrem bis vollaride, in semiaride Gebiete und in die subhumide Übergangszone aus. Die beiden letzteren Zonen sind infolge ihrer Landnutzungsmöglichkeiten am stärksten durch die Desertifikation gefährdet. Betrachtet man die Verbreitung dieser Ariditätsstufen, so nimmt (nach UNEP) die extrem und vollaride Zone 19,6 % der festen Erdoberfläche ein, 17,7 % die semiaride und 9,9 % die trockene subhumide Zone. Ohne die subhumide Übergangszone umfasst die aride Zone mit 37,3 % damit mehr als ein Drittel der festen Erdoberfläche.
Die geringen Niederschläge in der Trockenzone beschränken die Landnutzungsmöglichkeiten erheblich. Hierbei kommt es nicht nur auf eine ausreichende Menge (mittlere Jahresmenge), sondern besonders auf die von Jahr zu Jahr unterschiedliche Gesamtsumme in ihrer Verteilung innerhalb der Regenzeit an. Diese Variabilität der Niederschläge ist sowohl für den Anbau als auch für das Weideland ganz entscheidend. In dieser »Regen-Unsicherheit« liegt eine der größten Ursachen für Desertifikationsprozesse, weil die Erntemenge durch Dürren sehr gefährdet ist und enorm schwankt. Die sesshaften Getreide (Hirse) -bauern versuchen in Trockenjahren durch Erweiterung der Anbaufläche ihren Lebensunterhalt (Subsistenz) zu sichern. Dadurch wird das Ökosystem gerade in Dürrezeiten überstrapaziert und die Degradation des Bodens, des Bodenwasserhaushaltes und der Pflanzenwelt so beschleunigt, dass es zu schwerwiegender Desertifikation kommt. Ähnliche Prozesse werden in Perioden geringerer oder ausbleibender Regenmengen auch im Weideland ausgelöst. Die Degradation der Weidevegetation führt zu fortschreitender Desertifikation mit allen ihren Folgen.
Bei den vorherrschenden Landnutzungsarten ist also die klimatische Variabilität eine entscheidende Ursache für die dann anthropogen, also durch menschliche Aktivitäten ausgelösten Desertifikationsprozesse, die oftmals die naturgegebene klimatische Dürre zur Dürrekatastrophe werden lassen. Hieraus geht hervor, dass die Jahresmittelwerte des Niederschlags zur Beurteilung des Landnutzungspotentials oder zur Festlegung seiner ökologischen Grenzen nur wenig geeignet sind. Die Festlegung einer statischen klimatisch-agronomischen Trockengrenze bei etwa 300 Millimeter Jahresniederschlag wird der klimatischen Wirklichkeit nur bedingt gerecht. Man muss berücksichtigen, dass sich diese Grenze von Jahr zu Jahr um mehr als 100 Kilometer verlagern kann. Entsprechend muss eine Anpassung durch Flexibilität im Anbau erfolgen, wenn nicht Dürren durch Desertifikation in ihrer Auswirkung verschlimmert werden sollen.
Das aride Klima ist ein entscheidender Faktor im Ursachenkomplex der Desertifikation. Dennoch kann sich in einem ariden Gebiet ein durchaus stabiles Ökosystem entwickeln, das erst durch den auf die naturräumlichen Gegebenheiten wenig Rücksicht nehmenden menschlichen Eingriff zu einem »fragilen« System werden kann. Die Möglichkeiten der Landnutzung durch den Menschen sind dann immer stärker eingeschränkt.

Abb. 2: Von Desertifikation betroffene Gebiete der Erde.

2.2.2 Antrophogene Ursachen
Jede Nutzung des Ressourcenpotentials (Vegetation, Boden, Wasser) ist mit einem Eingriff in das jeweilige Ökosystem verbunden. Um dabei größere Schäden zu vermeiden und die natürliche Regenerationskraft dieses Ökosystems zu erhalten, muss die Ressourcennutzung ökologisch angepasst sein. Dies bedeutet eine Nachhaltigkeit anzustreben, die auch die zukünftige Nutzung des gegebenen Potentials gestattet.
Es ist daher wichtig, sich gerade in den Entwicklungsländern über die Wirkung von Eingriffen des Menschen klar zu werden, die zur Landdegradation und schließlich zur Desertifikation führen. Welches sind solche anthropogenen Ursachen in den Trockengebieten?
2.2.2.1 Die Bedeutung der Bevölkerungsentwicklung
In den meisten Entwicklungsländern wächst die Bevölkerung rasch an, was auch für die Trockengebiete der Erde gilt. Die jährlichen Zuwachsraten, die in den einzelnen Ländern zwischen 2,5 und 4 Prozent liegen, geben jedoch keine Auskunft über die unmittelbare Beziehung zu den Desertifikationsgebieten, zumal das Bevölkerungswachstum gerade in diesen Ländern auch von einer verstärkten Bevölkerungsbewegung innerhalb des jeweiligen Landes und in das Ausland abhängt (Arbeiterwanderungen).
Die Bevölkerungsdichte ist in den Trockenräumen viel geringer als in den feuchteren Gebieten. Sie hängt weitgehend vom Nutzungspotential ab, das in den einzelnen Landesgebieten sehr unterschiedlich ist. So kann eine Bevölkerungsdichte von 20 bis 30 Einwohnern pro Quadratkilometern bei manchen Nutzungssystemen schon große Desertifikationsgefahren mit sich bringen. Die Bevölkerungszunahme in den Trockengebieten der Entwicklungsländer birgt auf jeden Fall die Gefahr einer rascher voranschreitenden Desertifikation.
2.2.2.2 Folgen für die Landwirtschaft
Seit langem ist bekannt, dass die Landschaften aller Klimazonen der Erde Schäden aufweisen, die auf ökologisch nicht angepasste Landnutzung zurückzuführen sind. In den desertifikationsgeschädigten Teilen der Steppen und Savannen sind diese Schädigungen aber um so schlimmer, da jeder Eingriff weit reichende Folgen für das gesamte Ökosystem dieser Trockengebiete hat und das ohnehin beschränkte Ressourcenpotential noch verringert; dies kann dort für große Bevölkerungsteile lebensbedrohend werden.
2.2.2.3 Die Degradation der Pflanzendecke
Jede Landdegradation, besonders in den Steppen und Savannen, beginnt mit einem ökologisch schädlichen Eingriff in die Vegetationsdecke, sei es in den Baumbestand oder in die Strauch- oder Grasdecke. Dies hat gravierende Folgen für das gesamte Ökosystem. Besonders folgenschwer ist es, wenn auch die natürliche Regenerationskraft dieser Pflanzenwelt gestört wird. Die ohnehin in Dürrezeiten leidende Vegetation wird gehindert, sich in feuchteren Perioden auf natürliche Weise zu regenerieren, wenn zum Beispiel die Wurzelschicht oder die Samen in der oberen Bodendecke zerstört worden sind.
Zu den wichtigsten Schädigungen des Ökosystems zählen: in den subhumiden Randzonen der Steppen der Kahlschlag des schütteren Waldbestandes sowie in den Steppen selbst die Beseitigung des ohnehin spärlichen Baumbestandes, der kaum noch Nachwuchschancen hat. In den Savannen, die einen dichteren Baumbestand haben, vor allem mit Akazien, wird dieser durch rücksichtslosen Holzeinschlag für Feuerstellen und Abschlagen des Laubs als Ziegenfutter sowie für die Errichtung von Tierschutzzäunen schwer geschädigt. Verschwindet ein Baum, entfällt auch seine Schattenwirkung und schon dadurch ergibt sich eine Austrocknung der niedrigen Pflanzendecke und des Bodens. Die Entstehung der Savannen mit ihrem weitständigen Baumbestand innerhalb von Grasdecken wird ohnehin auf menschliche Eingriffe in eine Waldvegetation bereits in der Frühzeit zurückgeführt. Die wüstennahe Dornbuschsavanne stellt eine bioklimatische Übergangszone zur Wüste dar, in der heute die Desertifikation besonders rasch voranschreitet.
Die Zerstörung der Vegetationsdecke hat aber besonders im Grasland weit reichende Folgen. Betroffen hiervon sind in der Trockenzone die ausgedehnten Weidegebiete. Welches sind die unmittelbaren Folgen? Zunächst entstehen durch ökologisch nicht angepasste Überweidung kahl gefressene Weideareale. Die vegetationslosen Freiflächen werden immer größer und dehnen sich fleckenhaft über die Weidegebiete aus. Daraufhin erhöht sich dort Verdunstung und folglich die Austrocknung des Bodens, womit eine Aridifizierung (Austrocknung des Ökosystems) eintritt.
Die durch den Menschen verursachte Degradation hat aber auch in den Randgebieten des Regenfeldbaus starken Einfluss. Auch hier werden ebenfalls vegetationslose Freiflächen erzeugt, in denen dann die Aridifizierung rasch voranschreitet. Da in vielen Trockengebieten nach der Ernte die Pflanzenreste (selbst die Wurzelballen) ganz aus dem Boden entfernt werden, wird die Austrocknung weiter gefördert. Dieser Eingriff in den Wasserhaushalt des Bodens bewirkt in Dürrezeiten besonders starke Desertifikation.

2.3 Erosionsprozesse und die Veränderungen im Ökosystem

Durch die Freilegung der Bodenoberfläche infolge der Vegetationszerstörung verändern sich wichtige Erosionsfaktoren, wie Wasser und Wind.
Die dünnen Bodendecken in den Trockengebieten werden leicht weggeschwemmt und an den Hängen ganz abgetragen. Das sandige und tonige Feinmaterial gelangt dann in die großen Trockentäler (Wadis) und füllt diese allmählich auf. Insgesamt gehen dadurch viele Anbauareale verloren oder sie verschlechtern sich erheblich. Allerdings ist nicht jede Erosion eine Folge von menschlichen Aktivitäten. Anthropogen verstärkte Erosion erkennt man oft daran, dass restliche Büsche auf Erdsockeln die Erosionsfläche überragen und dadurch die Mächtigkeit der abgetragenen Bodenschichten anzeigen.
Neben der Erosion durch fließendes Wasser (fluviale Erosion) tritt in den Trockengebieten besonders die Winderosion (Deflation) auf. Durch die Desertifikationsprozesse mit Vernichtung von Bäumen, Sträuchern und Grasdecken wird die Windenergie erheblich verstärkt. Die Auswirkungen sind auch hier in der Verstärkung der Erosionsprozesse mit Ausblasung von Sand. Weite Sandüberdeckung auch von Anbauflächen ist die Folge. Allgemein kann man feststellen, dass in Gebieten mit starker Desertifikation Winderosion erheblich zunimmt. Oft ist dann auch die Zunahme von Staubstürmen die Folge.
Diese Erosionsprozesse sind maßgeblich an der Verschlechterung der Landnutzungsmöglichkeiten beteiligt. Dies betrifft dabei ebenso die Böden wie den gesamten Wasserhaushalt.
2.3.1 Der Zusammenhang zwischen Ursachen und Folgen der Desertifikation
Die Desertifikation im weitesten Sinn ist ein komplexes Phänomen, auf dessen Ursachen und Auswirkungen die klimatischen Bedingungen wie auch die verschiedenartigsten vom Menschen ausgelösten Eingriffe in das Ökosystem sich gegenseitig verstärkenden Einfluss haben.
Die Landnutzung ist durch das Klima beschränkt, und zwar durch Wassermangel, durch Austrocknung der Böden und durch die in den Trockenmonaten eingeschränkte Regenerationskraft der Vegetation (Dürren!). Jede Art von Übernutzung grenzt die hiervon abhängigen Ressourcen für die Landnutzung weiter ein. Daraus entwickelt sich ein Selbstverstärkungsvorgang, der letztlich zur vom Menschen gemachten Wüste führt. Da die vom Menschen ausgelösten Eingriffe in das Ökosystem verschiedengradig intensiv sind, auch in ihrer Dauer, entwickeln sich daraus unterschiedliche Grade der Desertifikation. Die in der Landschaft sichtbaren Indikatoren des Schädigungsgrades zeigen diesen Prozess an.
Auch in der betroffenen Bevölkerung entsteht eine Ursachen-Folgen-Beziehung, der sich selbst verstärkt. Verursacher und Opfer der Desertifikation können ja nicht immer getrennt gesehen werden. In den armen Ländern bewirken Desertifikationsfolgen verstärkte Übernutzung der eingeschränkten Ressourcen (Wasser, Boden, Pflanzen), was wiederum den Desertifikationsprozess fördert. Eine weitere Verarmung ist die Folge.
Damit wird deutlich, dass die Desertifikation ein ernstzunehmendes Problem darstellt, welches nur gelöst oder zumindestens eingedämmt werden kann, wenn man beachtet, das vielfältige Faktoren miteinander verbunden sind. Das Problem der Desertifikation kann nur gelöst werden, wenn diese Beziehungen bei den Entwürfen von Gegenmaßnahmen mit eingebracht werden.