Chronik der Texte (25.06.2010)
   
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Buchtipp: Angela Kolbe: Intersexualität, Zweigeschlechtlichkeit und Verfassungsrecht. Eine interdisziplinäre Untersuchung. Nomos 2010
Zum Inhalt: Das Buch behandelt die verfassungsrechtliche Situation intersexueller Menschen aus interdisziplinärer Perspektive und mit rechtspolitischem Impetus. Die gegenwärtige Praxis, Intersexuelle einem der herkömmlichen Geschlechter zuzuordnen, wird am allgemeinen Persönlichkeitsrecht sowie an Artikel 3 GG gemessen und ein Verstoß gegen diese Grundrechte festgestellt. Auch die an intersexuellen Kindern und Jugendlichen durchgeführten geschlechtszuweisenden Operationen verstoßen gegen das Grundrecht der körperlichen Unversehrheit.
Zudem wird die Entstehung des "Dogmas der Zweigeschlechtlichkeit" nachgezeichnet und aus Sicht der historischen, soziologischen und ethnologischen Geschlechterforschung kritisiert.

"So stellt die Eintragung eines intersexuellen Menschen als männlich oder weiblich im Geburtsregister gegen seinen Willen einen Verstoß gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht gemäß Art. 2 Abs. 1 iVm Art. 1 Abs. 1 GG und das Verbot der Diskriminierung wegen des Geschlechts nach Art. 3 Abs. 3 S. 1 GG, bzw. gegen den allgemeinen Gleichheitssatz, Art. 3 Abs. 1 GG, dar. Zudem ist durch die geschlechtszuweisenden Operationen und Hormonbehandlungen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit nach Art. 2 Abs. 2 S.1 GG verletzt."

Um Leistungen nach dem OEG zu erhalten, müssen Taten feindselig, vorsätzlich und starfrechtlich relevant erfolgt sein. Als anspruchsbegründende Tatsachen muss Akteneinsicht durch das Versorgungsamt erfolgen können.

Kolbe Mai 2010 Generelle Informationen
         
Zwitter beim Namen nennen: ein Buch zur deutschsprachigen Intersexbewegung (Leseprobe)
"Selbstbestimmung in Bezug auf Körper und Fokussierung leiblicher Erfahrung statt Funktionalität können dem »Zwitter-Sein« zu einer Existenzweise verhelfen." Dysfunktionalität als Programm??
Zehnder Mai 2010 Generelle Informationen
    - Ende Intersexmedizin -    
Der voraussichtlich letzte Vortrag zum Thema Intersex. Grüne Bremen haben die Thematik übernommen. Für den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Björn Fecker war nach der Veranstaltung klar, dass man es nicht bei diesem Gespräch belassen kann: „Gerade Minderheiten brauchen den Schutz des Staates. Wir werden uns nun noch einmal mit der Position und Rolle der Ärzte auseinandersetzen, um dann anschließend parlamentarisch aktiv werden zu können. Schon jetzt steht für uns aber fest, dass die Aufklärung in Schulen wie auch in der Gesellschaft insgesamt noch nicht ausreicht. Auch Verwaltungsfragen müssen wir überprüfen, so etwa die Aufbewahrungsfrist für die OP-Unterlagen oder den Anspruch der Meldebehörden nach der Geburt sofort das Geschlecht eines Menschen anzugeben.“ (Newsletter Gesundheit und Soziales, Ausgabe 2/2010 zur Veranstaltung "Weder Mann noch Frau - Intersexuelle zwischen Medizin und Menschrecht") Reiter 14.04.10 Generelle Informationen
         
F:"Ist das Problem vielleicht zu komplex für den Wettkampfsport mit seinen Regeln?" A: "Das glaube ich nicht. Es liegt genügend wissenschaftliches Material auf dem Tisch. Die Sportverbände müssen sich nur damit beschäftigen, ob die bestehenden Regeln tragfähig sind oder ob sie verändert werden müssen." Teuffel 30.03.10 Massenmedien
         
Intersexualität und Caster Semenyi, die Sprinterin & das starke Ich 3Sat 26.08.09 Generelle Informationen
         
Geschlechtsbestimmung - Wissenschaft und Ethik
In der Presselandschaft Prädikat wertvoll, da es sich um die deutschlandweit erste wissenschaftlich argumentierende Menschenrechtsaussage handelt.
Audioportal Freier Radios / Voß 24.08.09 Generelle Informationen
         
Intersexuellenbewegung und zweigeschlechtliche Norm – Zwischen Emanzipation und Restauration.
Von besonderer Relevanz erscheint: "Was die Verfasstheit des Gehirns betrifft, wird in kritischen biologischen Arbeiten der jüngeren Zeit klar herausgearbeitet, dass es unbedeutende oder gar keine geschlechtlichen Unterschiede im Gehirn gibt. Empirisch zeigen diese Arbeiten Auswirkungen von Sozialisation auf das Gehirn. Beispielsweise mache es einen Unterschied, ob ein Mensch im frühen Kindesalter oder erst später mehrere Sprachen erlernt, ob ein Mensch lernt, beide Hände beim Musizieren synchron zu verwenden und ob schon im Kindesalter das Erkunden größerer Räume möglich ist oder durch die Eltern nicht befördert oder gar behindert wird." (S. 51)
Voß 23.07.09 Generelle Informationen
  Intersexuelle haben keine Body Integrity Identity Disorder (BIID) oder eine andere Paraphilie und sind Cisidenten "Wissenschaftler vertreten inzwischen die Auffassung, dass eine eindeutige Einteilung der Menschen in zwei Geschlechter nicht mehr zeitgemäß ist." (Zeit online 11.09.09)
 

Anfragen

 

Diverse ausser FDP 16.09.09 Intersexualität – Gesellschaftliches Bewusstsein schaffen sowie Betroffene und deren Familien stärken
Die Linke 13.02.09 Zwischengeschlechtliche Menschen

PDS 20.03.01 Intersexualität im Spannungsfeld zwischen tatsächlicher Existenz
und rechtlicher Unmöglichkeit
         
“Pink or Blue?” – A Rights-Based Framework for Medical Intervention with Intersex Infants
It is the argument of this paper that genital surgery on children is:
o invasive (the clinical perspective)
o irreversible (the welfare perspective)
o serious (the cultural perspective)
Eine Studie an der Havard University von John Money 1951 an 250 intersexuellen Individuen ergab "The evidence, however, shows that the incidence of the so-called functional psychoses in the most ambisexual of the hermaphrodites - those who could not help but be aware that they were sexually equivocal - was extraordinarily low. The incidence of neurotic psychopathology of the classic types, sufficiently serve and incapacitating to be unmistakeable, was also conspicuosly low."
The Commissioner for Children Australia 2009 Politik
         
Surgery on intersex infants and human rights Australian Human Rights Commission 2009 Politik
         
Das rechtsformale Aus für frühkindliche chirurgische Eingriffe: "Die Senatsvertreterinnen und -vertreter berichteten, das Personenstandsgesetz in Deutschland sehe aktuell keine Verpflichtung vor, bei der Anmeldung des Kindes nach der Geburt auch das Geschlecht festzulegen. Wenn das Geschlecht zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt sei, könne dies auch so eingetragen werden. Es werde derzeit eine Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Personenstandsgesetz diskutiert, nach der auch der Eintrag beim Standesamt, dass das Geschlecht nicht festgestellt sei, zulässig sei. Es werde danach keine Frist gesetzt, innerhalb der das Geschlecht festgelegt werden müsse." Ausschuss für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg 2009 Politik
Dumm und dämlich verdient: Das Wortprotokoll der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Verbraucherschutz am 29.04.09 in Hamburg: "Nach meiner Kenntnis zahlen die Krankenkassen zwischen 80.000 und 360.000 Euro für eine Geschlechtsumwandlung, bei Kindern bis zu das Zweieinhalbfache." (S. 38) Ausschuss für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg 2009 Politik
Stellungnahme zur Fachtagung der Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion am 27.05.2009 TrIQ und IVIM 2009  
         
Zur Medikalisierungsgeschichte Intersexueller: ein Beitrag im Deutschlandradio Kultur vom 29.04.2009 im Jahre neun nach "As nature made him" von dem Autor John Colapinto dieser bis heute monetär gut ausgestatteten und in der Gesetzgebung verankerten, sagenhaften biopsychosozialen Stümperei. 2009 Massenmedien
         
Zwischen den Geschlechtern.
Der Beitrag entspringt dem postmodernen Sozialkonstruktivismus. Da die Medizin als Berufsstand einen Ruf zu verlieren hat, ist dies ihr Paradigmenwechsel. Die gender verifiaction ist diagnostisch abgeschafft. Pädiatrie und (Kinder)Gynäkologie mit ihrem Herstellungsort "geprüfter Mädchen, ganzer Frauen" sind nicht mehr zuständig. Ich verweise auf den Beitrag Was ist Psychohistorie? Punkt (6), siehe unten im Jahr 2000. Zitatfähig ist "Eine dringende medizinische Notwendigkeit für »geschlechtszuweisende« Eingriffe gibt es nie." (Olaf Hiort) Diese wurden 1937 entwickelt, Spätabtreibungen aufgrund intersexueller Konstitution sind seit 1975 zugelassen.
Adelheid Müller-Lissner 2009 Massenmedien
         
2008      
Das Geschlecht der Engel
Eine Rezension zum Film XXY aus theologischer Sicht
Inge Kirsner 2008 Generelle Informationen / Massenmedien
         
Aus der Rolle gefallen Eiken Bruhn 2008 Massenmedien
         
  Aufgrund Drucksache 14/6259 vom 12.06.2001 mit eigener Beteiligung:
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
1. Forschungen in Auftrag zu geben, die geeignet sind, ein umfassendes Bild über die Lebenssituation von Intersexuellen und den daraus folgenden politischen Handlungsbedarf zu vermitteln,
2. in den Diskussionsprozess um die inhaltliche Ausrichtung der Forschungsaufträge die Interessenvertretungen von Intersexuellen wie z. B. die AGGPG (Arbeitsgruppe gegen Gewalt in der Pädiatrie und Gynäkologie) einzubeziehen,
3. die Forschungsaufträge an Sachverständige zu vergeben, die an der medizinischen Praxis der geschlechtszuweisenden Maßnahmen weder mittelbar noch unmittelbar beteiligt sind.
     
Klinische Evaluationsstudie
"Es steht nicht mehr immer das möglichst optimale Erscheinungsbild eines Menschen im Vordergrund, sondern die möglichst große Lebenszufriedenheit und ein möglichst hohes Ausmaß an Gesundheit." Was nicht in der Studienauswertung zu lesen ist: 50 % äusserten Suizidgedanken. Erklärung: invasive medizinische Eingriffe greifen das ZNS an. Deutlich wird auch, dass es sich bei dem Umgang mit Intersexualität um eine Diskriminierung wegen des Geschlechtes handelt. Eine kategoriale Differenzierung zwischen Trans- und Intersexualität ist gewährleistet. Kriterien einer Lebensqualität spiegeln sich wieder in: Allgemeines Lebensgefühl, Arbeit, Freizeit, Finanzen, Wohnung, Sicherheit, Familie, Freunde, Körperlicher Gesundheit und seelischer Gesundheit.

Forschergruppe Intersex
Projekt From Gene to Gender

Das Netztwerk DSD erhielt 3,4 Millionen Euro Forschungsgelder vom BMBF.
2008 Generelle Informationen
         
Ethische Grundsätze      
         
       
         
       
2007      
Rechtliche Aspekte der Intersexualität, eigene Vorbereitung zum tertium datur Reiter 06/2007 Generelle Informationen
         
Paradigmenwechsel von den AWMF-Richtlinien zu Milton Diamond:
Geschlechter- und sexualpolitische Aspekte medizinischer Leitlinien zu Intersexualität
de Silva 2007 Generelle Informationen
         
"We found there is no scientifically sound lab-based technique that can differentiate between man and woman," says Arne Ljungqvist, chair of the IOC's medical commission. IOC 2007 Massenmedien
         
2006
Im Transit Eiken Bruhn 2006 Massenmedien
         
Der kleine Unterschied (über David Reimer) Volker Zastrow 2006 Massenmedien
         
Rechtsfragen der medizinischen Intervention bei Intersexualität Rothärmel 2006 Generelle Informationen
         
2005      
A Human Rights Investigation HRC S.F 2005 Politik
         
2004    
Intersexualität. Die alltägliche Folter in Deutschland Diewald / Hechler / Kröger 2004 Generelle Informationen
         
Intersexuality and Universal Marriage Rosin 2004 Politik
 
2003
Wahrheit und Täuschung. Einige Überlegungen Reiter 03/2003 Erfahrung
         
Aus eines Mannes Mädchenjahren Simon 2003 Erfahrung
         
2002
    10.04.2008  
Änderung des Geburtenbuches vor dem Amtsgericht München von Birgit Reiter auf Michel Reiter Kieseritzky 2002  
         

Rome Statute of the International Criminal Court, War Crimes siehe Artikel 8 2 a) II "Torture or inhuman treatment, including biological experiments"

ICC 07/2002 Generelle Informationen
         
General discussions of legal issues Burton 07/2002 Sekundäre Informationen
         
2001
Die Medizin umarmt ihre Opfer Reiter 2001 Massenmedien
         
The Making of Monsters Reiter / Klauda 2001 Massenmedien
         
Hermaphroditen: Schatten der Wirklichkeit oder das unaussprechlich Reale? Reiter 06/2001 Generelle Informationen
 
2000
Theoretische Differenz und symbolische Nähe Reiter 2000 Poltik
         
Der Zwang der Geschlechter Martin Spiewak 2000 Massenmedien
         
Exkurs: Was ist Psychohistorie? DeMaus 2000 Politik
         
Eine soziologische Fragebogenauswertung zu Geschlechterverhältnissen. Es zeigte sich, dass Geschlecht vor allem die Funktion einer In- un Outgroupkonstituierung hat. Reiter 1999 Generelle Informationen
         
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