Skizzen für ein Drehbuch
Allgemeine Überlegungen zur Intersexualität  
     
   

04.03.09 Intersexualität ein Vermittlungshemmnis

Während die aktuelle sich selbst als Zwitter bezeichnende Intersexbewegung vor allem mit ihren Eigenpublikationen wie dem Schattenbericht in die Vergangenheit schaut incl. Medizinprozess um Christiane Völling, medizinischen Modifikationen durch Impuls von Claudia Kreuzer, ehedem Clüsserath, und politischer Lobbyarbeit blicke ich in Gegenwart und Zukunft. Als Beteiligter an der Konstatierung einer Notwendigkeit von Datenerhebungen bin ich in der Drucksache 14/6259 vom 12.06.2001 genannt. Diese Tatsache schlägt sich im Lebenslauf nieder, welcher neben den Arbeitszeugnissen Basis jeder Bewerbung auf dem Arbeitsmarkt ist.

Seit dem 03.03.2009 weiss ich, dass das Führen von zwei getrenntgeschlechtlichen Vornamen wie in der Geburtsurkunde (siehe rechts) auch geführt, nach Ansicht der Sachbearbeitung / Fallmanager der Arge Bremen ein Vermittlungshemmnis darstellt. Das Vorliegen von mehreren Vermittlungshemmnissen (bspw. die aktuelle Wirtschaftskrise) berechtigt nach Ausschöpfung der Mittel durch die Arbeitsagentur (1 € Job, Fortbildung) zur Förderung nach § 16a SGB II. Bei dieser JobPerspektive werden 75% des Tariflohns einer Tätigkeit durch Steuermittel übernommen und gilt als Massnahme auch für reguläre Wirtschaftsbetriebe. Der Begriff eines Vermittlungshemmnis selbst ist nicht definiert. Transgender Personen kennen ihn aus Erfahrung, wie ich der Webseite www.mut23.org entnahm.

Damit ist jetzt von amtlicher Seite indirekt bestätigt worden, dass es sich bei genitalchirurgischen Eingriffen incl. Fehlzuweisung des Geschlechtes nicht um eine Fördermassnahme des noch nicht einwilligungsfähigen Kindes im Sinne des Grundprinzips Fordern und Fördern nach SGB II handelt.

Der Bundestag möge sich mit dieser Einschätzung befassen als auch damit, dass in 2001 zur Änderung der Papiere seitens des Amtsgerichtes München fälschlich an das TSG verwiesen wurde.

Eine Vermischung mit der sog. Zwitterbewegung wird von mir als nicht kompatibel mit einer Alltagsrealität betrachtet und als nicht zukunftsfähig abgelehnt.

Michel Reiter

§ 16e SGB II

Besonders lange Dauer der Arbeitslosigkeit (Studium erfährt keine Gewichtung; 200 Bewerbungen kommen auf eine Stellenausschreibung für Soziologen), Führen von zwei getrenntgeschlechtlichen Vornamen, aktuelle Wirtschaftskrise

Mehr zum Thema http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/HEGA-Internet/A06-Schaffung/Publikation/Arbeitshilfe-zu-P16a-SGB-II.pdf Seite 13.

     

11.04.09 Neues Transsexuellengesetz

Es wird zum 01.09.2009 ein neues TSG geben. Für zentral halte ich:

- die Aufhebung des Mindestalters. Für Eltern von intersexuellen Kindern dürfte es darum kein Problem darstellen, einen Vornamen vorläufig zu wählen.

- keine Eingriffe zur Angleichung an das andere Geschlecht, wenn dies eine Gefahr für das Leben oder einer schweren dauerhaften Gesundheitsbeeinträchtigung darstellt.

- die Begutachtung ist auch möglich bei einem niedergelassenen Arzt.

Damit entfällt eine Abhängigkeit von einer organisierten Ärzteschaft wie dem Netzwerk DSD, was das Recht des Inividuums stärkt. Dass keine Eingriffe bei zu erwartender Beeinträchtigung für das Leben mehr zugelassen sind, dürfte für den Stopp der Geschlechtsanpassungen ohne Einwilligung bei Minderjährigen sorgen.

Der Gesetzesentwurf ist nachzulesen unter http://mut23.de/texte/BMI_TSG_Entwurf.pdf

Aus meiner langen Erfahrung mit sehr massiven medizinischen Eingriffen in Übereinstimmung mit dem Recht und der Bundesregierung, wie jüngste Grosse Anfragen bestätigt haben, bin ich sehr hellhörig geworden, als ich unter http://www.atme-ev.de/images/texte/Eingereichte_Berichte/stellungnahme%20bmi.pdf las, dass von nun ab die Beteuungsgerichte bei einer Personenstandsänderung zuständig sind.

Mir scheint das die logische Konsequenz einer zunehmenden Psychiatrisierung zu sein, wie sie sich einstellt, wenn nicht mehr die (misslungene) Erziehung ausschlaggebendes Moment einer Geschlechtertheorie ist, sondern Gehirndebatten mit seiner Lokalisierung bzw. Psychiatrisierung des Selbst den Ausschlag geben. Eine zunehmende für-Unmündig-Erklärung zeichnet sich da für die nächsten Jahre ab.

Wenn man eine Fortbildung oder Umschulung bei der Arbeitsagentur beantragt, muss man einen fünfstündigen psychologischen Test absolvieren. Da ist es zum Verschreiben von Psychopharmaka aus Disziplinierungszwecken für unliebsame Gesellschaftsmitglieder nicht mehr weit. Aber auch in einfachem Fall will man kein Geld ausgeben für die, die zur Generation Doof gehören ( http://www.abendblatt.de/daten/2008/07/18/908370.html )

Immerhin aber dürfen geschlechtsanpassende Eingriffe nicht mehr durchgeführt werden, wenn sie eine Gefahr für das Leben darstellen oder eine dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigung nach sich ziehen. Das ist für Intersexuelle wichtig, weswegen der Gesetzesentwurf des BMI Zitatcharacter hat.

Ergänzung im Juli 2009: "Gesetzliche Regelungen, die transsexuelle Menschen dazu zwingen, sich zwangssterilisieren zu lassen, um per Gesetz rechtlich anerkannt zu werden, sind ein klarer Verstoss gegen die von der EU geforderte körperliche Unversehrtheit einer Person. Dies machte Thomas Hammarberg, Menschenrechtskommissar des Europarates in einer Stellungnahme vom 29. Juli 2009 klar. Damit verstösst das von CDU und SPD jüngst einer Minimalreform unterzogene Transsexuellengesetz gegen europäisches Recht." (www.mut23.org)
Mehr dazu unter
https://wcd.coe.int/ViewDoc.jsp?id=1476365&Site=CommDH&BackColorInternet=FEC65B&BackColorIntranet=FEC65B&BackColorLogged=FFC679
Daraus: "Gender identity is one of the most fundamental aspects of life. The sex of a person is usually assigned at birth and becomes a social and legal fact from there on. However, a relatively small number of people experience problems with being a member of the sex recorded at birth. This can also be so for intersex persons whose bodies incorporate both or certain aspects of both male and female physiology, and at times their genital anatomy."

     

06.05.09 Fachgespräch der Grünen

Sehr geehrter Herr Jerzy M. Szczesny,

haben Sie vielen Dank für die Ankündigung des zeitlich bereits verplanten Fachgespräches.

Ich habe grosse Probleme damit, dass immer die gleichen Personen zu Wort kommen, sodass von dort keine neuen Impulse zu erwarten sind.

Die Grünen haben als einzige Partei mit Drucksache 16/9603 vom Juni 2008 einen Vorstoss in Sachen Yogyakarta-Prinzipien gewagt und der Antrag wurde in 02/2009 zu meinem tiefen Bedauern abgelehnt. Hier müsste man anknüpfen.

Ich blicke nicht mehr in die Vergangenheit und spreche nicht als "Betroffener" von massiven Gewaltexzessen der 1960er Jahre, weil sich die daraus entwickelende Dynamik nicht mit einer beruflichen Tätigkeit vereinbaren liesse. Ich teile auch nicht die Ansicht einiger Betroffener, eine Minderung der Erwerbsfähigkeit und Einstufung als Behinderung wäre eine Lösung oder gar ein emanzipativer Ansatz. Vielmehr müssten die Debatten um die Konstrukthaftigkeit des binären Geschlechtermodelles fortgesetzt und an andere emanzipative Bewegungen angeknüpft werden.

Der LSVD hat sich m.W. eingeschaltet und als ehedem lesbisch lebende Frau begrüsse ich das Engagement von dort. Auch hätte ich zu dem Fachgespräch zwei nahe an der Realität liegende Spielfilme vorgeschlagen, sich anzusehen: Both und XXY. Zudem ist das zum 01.09.2009 in Kraft tretende TSG zumindest zitatfähig, als Eingriffe zum Zwecke einer Geschlechtsangleichung bei Gefahr für das Leben oder schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen selbst vom Innenministerium nicht mehr gefordert sind.

So befürchte ich, dass sich alles nur im Kreise dreht. Als erwachsener Mensch denke ich auch, dass Eltern die Verantwortung zusammen mit Medizinern tragen, wenn sie unbedingt auf chirurgische Eingriffe insistieren und daraus eine Suizidgefahr für den Betroffenen erwächst. Die Daten sind ja mittlerweile bekannt.

Wenn die Grünen eine Zusammenfassung oder Pressemitteilung zum Geschehen verfassen, wäre ich Ihnen dankbar, mich auf den Verteiler zu setzen.

Mit vielen Grüßen,
Michel Reiter

     
   

14.06.09 Anhörung in Hamburg

Das Gesetz von Angebot und Nachfrage scheint nicht zu interessieren, aber dumm und dämlich verdient gemäss dem Wortprotokoll der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Verbraucherschutz am 29.04.09 in Hamburg: "Nach meiner Kenntnis zahlen die Krankenkassen zwischen 80.000 und 360.000 Euro für eine Geschlechtsumwandlung, bei Kindern bis zu das Zweieinhalbfache." (S. 38)
Es handelt sich dabei trotz horrender Summen nicht um ein Wirtschaftsunternehmen mit Kunden und Qualitätskontrolle, sondern um eine Kostenabrechnung in einem Normierungsverfahren. Als Kunden nämlich sind wir heute sehr kritisch geworden, was die Qualität von Produkten, Dienstleistungen und Werbeversprechen angeht. Auch Mediziner versprechen etwas: die Herstellung eines eindeutigen Geschlechtes. Die Resultate halten jedoch keinem unternehmerischen Duktus stand, sie sind vielmehr die Aufhebung der Ökonomie. Wenn Unternehmen sich hingegen an die breite Masse der Bevölkerung richten, dann haben sie es mit sehr verschiedenen Einschätzungen und Bedürfnissen mündiger Bürger zu tun. Es lohnt sich für sie, unterschiedliche Produkte zu entwickeln oder das gleiche Produkt sehr unterschiedlich zu vermarkten. Hier hat sich die Sexualwissenschaft zwei Kundengruppen aufgebaut, wobei eine (Transsexuelle) gegen das Produkt keinen Einspruch erheben wird. Auch bemühen sich viele Unternehmen sehr darum, etwas über die Zufriedenheit ihrer Kunden zu erfahren. Sie führen Befragungen durch oder sie fragen nach der Zufriedenheit im Anschluss an den Erwerb. Erst fünfzig Jahre nach der seriell-industriellen Einführung einer Geschlechternormierung hat man sich jedoch bei Intersexuellen zu einer Befragung durchgerungen mit bekannt katastrophalen Ergebnissen...

"Es gibt keine Qualitätskontrolle. Ich sag jetzt mal ganz platt: Ein Feld der seltenen Erkrankungen, damit werden Sie nie reich. Das heißt, Sie müssen ein anderes Interesse haben, damit zu arbeiten, das muss ein endogenes Interesse sein, was jemand betreibt, um sich mit irgend so etwas zu beschäftigen, aus welchem Gebiet auch immer" (S. 40, S. 23)

In Branchen wie der Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Gesundheitsversorgung, Arznei- und Lebensmittelherstellung ist das Qualitätsmanagementsystem vorgeschrieben. Zur Entwicklung des Qualitätsmanagements in der Wirtschaft:

um 1900 Qualitätskontrolle: Aussortieren von fehlerhaften Produkten
um 1930 Qualitätsprüfung: Steuerung basierend auf Statistiken
um 1960 Qualitätsmaßnahmen im ganzen Unternehmen: Vorbeugende Maßnahmen
um 1964 Null-Fehler-Programm des US-Verteidigungsministeriums: Ziel der Perfektion
um 1985 Null-Fehlerstrategie: Six-Sigma
um 1990 umfassendes Qualitätskonzept: Integration von Teilkonzepten
um 1995 Total-Quality-Management: Qualität als Systemziel
1989 EFQM-Modell: 9 ganzheitliche Kriterien

Die Zuweisung als männlich oder weiblich ist in obigem Sinne der in das Thema eingearbeiteten Abgeordneten der Linken immer eine Geschlechtsumwandlung, weil Intersex als eigenes Geschlecht begriffen wurde. Mit anderen Worten, die Eingriffe an mir zum Zwecke der Feminisierung im Alter von 1- 23 Jahren liegen etwa im 900.000 Euro Feld ohne jede Qualitätskontrolle, wie Hiort offen zugibt.

Und dies ist die Message: solche Zuweisungen unterliegen nicht der Gesundheitsversorgung mit vorgeschriebenem Qualitätsmanagement. Also stellt sich die Frage, zu was sie dann waren, wenn seitens des Staates nicht gefordert, weil dieser ja nur wissen will bei Geburt, ob es sich um ein männliches oder weibliches Individdum handelt (Auskunftspflicht). Bleibt noch die im GG verankerte Freiheit von Forschung und Lehre als Grund und schliesslich, was ja auch angesprochen wurde, dass es sich um Humanversuche handelt. Und die sind illegal.

Mediziner fällen somit eine soziale Indikation: "Alle Überlegungen zur Korrektur des intersexuellen Genitale beruhen bisher auf einem Konsens zwischen den beteiligten Medizinern und den Eltern. Aktuell werden gerade in Selbsthilfe-Gruppen Stimmen erwachsener Betroffener laut, die ein Hinauszögern der Entscheidung für die Geschlechtszugehörigkeit fordern. Die Betroffenen sollen so alt sein, dass sie selbst entscheiden können. Ein Leben als "Zwitter" bis zur Pubertät scheint aber psychologisch nicht weniger problematisch. Dies wäre nur dann nicht der Fall, wenn ein drittes Geschlecht gesellschaftsfähig wäre. Dies ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu erwarten." (AWMF 2003) Als wir in der Schule "wer hat Angst vorm schwarzen Mann?" spielten, waren Nigger nicht gesellschaftsfähig... "Von Ärzten wurde insbesondere die soziale Indikation zunehmend weiter ausgelegt, sodass bereits Arbeitslosigkeit oder ein geringes Einkommen als Begründung ausreichte (für eine Abtreibung)."

Darum ist es wichtig, auf die Illegalität der Sichtweise vom AWMF hinzuweisen: "Ich habe in Diskussionen auch gehört, ja, weil die Eltern an ihrem ungewöhnlichen Kind leiden, muss das Kind irgendwie unauffällig gemacht werden. Aber das ist aus juristischer Sicht nun überhaupt nicht vertretbar, dass ich einen Menschen behandle, um andere Menschen zu kurieren. Also Heileingriff geht immer nur an dem Menschen selber, der betroffen ist." (S. 18)

Das rechtsformale Aus für frühkindliche chirurgische Eingriffe wurde in Hamburg sodann am 02.06.09 vorgetragen: "Die Senatsvertreterinnen und -vertreter berichteten, das Personenstandsgesetz in Deutschland sehe aktuell keine Verpflichtung vor, bei der Anmeldung des Kindes nach der Geburt auch das Geschlecht festzulegen. Wenn das Geschlecht zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt sei, könne dies auch so eingetragen werden. Es werde derzeit eine Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Personenstandsgesetz diskutiert, nach der auch der Eintrag beim Standesamt, dass das Geschlecht nicht festgestellt sei, zulässig sei. Es werde danach keine Frist gesetzt, innerhalb der das Geschlecht festgelegt werden müsse." (zweiter Link)

   
   
23.06.10 Nachtrag Anhörung in Berlin Deutscher Ethikrat
Leben zwischen den Geschlechtern Wannabe's and wannafuck's came up very fast: es gibt guten Grund zur Annahme, dass es sich bei den Protagonisten allesamt nicht um Intersexuelle handelt und Geschichten angelesen und verfälscht wiedergegeben werden. Selbsthilfegruppen, die mit dem Netzwerk DSD kooperieren und dergestalt eine Eltern- und Patienteninitiative darstellen haben für erwachsene Intersexuelle auch keinen Attraktivitätswert, zumal selbst solch banale Eingaben wie die Berücksichtung von Transferleistungszahlungen als Bestandteil der Lebensrealität keinen Niederschlag in der politischen Meinungsbildung finden. Im öffentlichen Recht ist es Datenschutzverlertzung und Verletzung der Privatsphäre sowie der Menschenwürde, mit Geschichten Anderer hausieren zu gehen. Man darf mit fremden Daten keinen Profit schlagen.  
22.07.10 Die Erklärung für das verantwortungslose Verhalten folgt mit einer kinderrechtlichen Innenperspektive von Jörg Woweries. Leider wurde diese Sicht der Dinge alleine in den Medien aufgegriffen und prägte somit das öffentliche Bild über Intersexuelle. Im Grunde ist darin eine Geschäfts- und Arbeitsunfähigkeit enthalten und kann eine Entmündigung bei Interessensverletzung Dritter bereithalten.

31.07.10 ein redaktioneller Beitrag: CIA war beteiligt
zwischengeschlecht.info

Keine Frage, John Money (1921-2006) war ein unbarmherziger, gewissenlos agierender Serientäter, der mit seinen unmenschlichen "Zwillingsexperimenten" grosses Leid über zahllose Menschen brachte und seine pseudowissenschaftliche Theorie zur Rechtfertigung der systematischen Genitalverstümmelungen von Kleinkindern mit "uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen" bis zu seinem Tode ungebrochen weltweit propagierte.

Der Fall David Reimer wurde von Josef Mengele (1911-1979) vorweggenommen, der in Auschwitz bereits damit experimentierte, bei Zwillingen das "Geschlecht" chirurgisch zu "ändern" (vgl. Edwin Black: War against the Weak, S. 358, 494).

Zur Serienreife gebracht waren entsprechende chirurgische Techniken aber schon in den 1920er und 1930er-Jahren durch den "Vater der Urologie" Hugh Hampton Young (1875-1945) von der Johns Hopkins University in Baltimore (USA), wo nach dem 2. Weltkrieg dann u.a. Lawson Wilkins (siehe unten) und Money "wirkten" (und wo nochmals später wohl nicht ganz zufällig Judith Butler ihre erste Professur erhielt). Hugh Hampton Young wiederum hatte zuvor mit ziemlicher Sicherheit die chirurgischen "Geschlechtsumwandlungsexperimente" im Umfeld von Magnus Hirschfeld (1868-1935) genauer verfolgt und zitierte diesen in seinem 1937 publizierten "Standardwerk", das von seinen Nachfolgern an der "Johns Hopkins University School of Medicine" bis 1971 in überarbeiteter Form neu aufgelegt wurde, inkl. Hirschfeld-Verweis (vgl. Hugh Hampton Young: "Genital Abnormalities, Hermaphrodites & Related Veneral Diseases", S. 19f., 1937; Howard W. Jones / William Wallace Scott: Hermaphroditism, Genital Abnormalies and Related Endocrine Disorders. Second Edition, S. 7, 1971).

Der historische Ursprung westlicher serienmässiger Genitalverstümmelungs"experimente" dürfte jedoch in der Gynäkologie liegen. In den 1840ern führte James Marion Sims (1813-1883), der "Vater der Gynäkologie", zahllose "chirurgischen Experimente" an schwarzen Sklavinnen durch, ohne Betäubung, oft mit tödlichem Ausgang, bis zu 30 "Experimenten" an derselben Person. Im 19. Jahrhundert wurden in Europa und Nordamerika uneingewilligte chirurgische Klitorisamputationen ("Klitoridektomie") und weitere chirurgische Beschneidungen an Frauen vielfach propagiert und durchgeführt als "Heilmittel" gegen "Masturbation", "Lesbianismus", "Hysterie" und "Manien", u.a. in den 1860ern vom englischen Gynäkologen Isaac Baker Brown (1811–1873) (Marion Hulverscheidt: Weibliche Genitalverstümmelung, 2002) und in den 1890ern vom amerikanischen Gynäkologen A. J. Bloch aus New Orleans (John Duffy: Clitoridectomy). In Deutschland wurde die chirurgische Klitorisamputation bei "jugendlichen weiblichen Individuen" von der Medizynerin Maria Pütz noch 1923 in einer Dissertation offensiv propagiert.

Die Grundlagenarbeit zur "kontrollierten" Herbeiführung der Pubertät durch künstliche "Geschlechtshormone" bei kastrierten Zwittern hatte in den 1930ern in Nazideutschland Adolf Butenandt (1903-1995) geleistet, der spätere Präsident der Max Planck Gesellschaft, dessen Sohn Otfried Butenandt eine medizynische Karriere einschlug und noch in den 1980er Jahren in München Zwitter zwangsbehandelte.

Der nach dem 2. Weltkrieg im Johns Hopkins Spital als Leiter der Endokrinologie tätige Lawson Wilkins (1894-1963), der "Vater der pädiatrischen Endokrinologie", darf als eigentlicher "Erfinder" der serienmässigen Genitalverstümmelungen an Kleinkindern angesprochen werden, die er dort zu Beginn der 1950er einführte (vgl. Alison Redick: American History XY, S. 238) – nicht zuletzt, weil erwachsene Zwitter (worüber schon Hugh H. Young klagte) sich regelmässig gegen die "Behandlungen" sträubten (vgl. Elizabeth Reis: Bodies in Doubt, S. 113). Der schweizer Endokrinologe Andrea Prader (1919-2001), Erfinder der "Prader-Skala" und späterer Direktor des Kinderspitals Zürich, hospitierte 1950 bei Wilkins und trug wesentlich bei zur Etablierung der systematischen frühkindlichen Verstümmelungen in Europa (vgl. Ulrike Klöppel: XX0XY ungelöst, S. 348).

Experimentelle Vorarbeit für Butenandt, Wilkins und Prader hatte in den 1920ern der Österreicher Eugen Steinach (1861-1944) geleistet durch chirurgische Tier- und Menschenexperimente mit Hoden- und Eierstocktransplantationen, u.a. auch zwecks "Heilung" von Homosexualität. Steinach wurde dabei praktisch und publizistisch unterstützt von Magnus Hirschfeld (1868-1935), seinerseits Anhänger der Eugenik sowie Mitglied in der "Gesellschaft für Rassenhygiene".

In Amerika hatte der Gefängnischirurg Leo Stanley (1886-1976) von 1913-1951 im Gefängnis San Quentin zahllose ähnliche Menschenexperimente an Insassen praktiziert, ebenso "eugenische Experimente" und Zwangssterilisationen.

1944 experimentierte der dänische SS-Medizyner Carl Værnet (1893-1965) im KZ Buchenwald mit einer chirurgisch-mechanischen Depotabgabe von Testosteron, quasi die experimentelle Synthese der Forschungen von Steinach und Butenandt (Davidsen-Nielsen/Høiby/Danielsen/Rubin: Carl Værnet, S. 183f.).

"Zwillingsexperimente" à la John Money waren seit dem 19. Jahrhundert das Steckenpferd organisierter EugenikerInnen nicht nur in der deutschen "Gesellschaft für Rassenhygiene", sondern in der gesamten "westlichen Zivilisation". "Eugenische Forschungen" zwecks besserer Erkennung sowie anschliessender Vernichtung von Zwittern, bei schon Geborenen durch hormonelle und chirurgische Verstümmelungen sowie in Deutschland ab 1972 auch pränatal durch Abtreibungsindikationen (vgl. Ulrike Klöppel: XX0XY ungelöst, S. 470), wurden von (NS-)Medizynern auch nach dem 2. Weltkrieg ungebrochen weitergeführt.

Oft mit Hilfe altbewährter NS-Seilschaften: Hormonforscher Adolf Butenandt war nach 1945 beispielsweise auch treibende Kraft hinter der Rehabilitation seines verehrten Kollegen, Nazi-Eugenikers und Mengele-Doktorvaters Otmar Freiherr von Verschuer (1896-1969), der (wie auch seine Kollegen in Amerika) sein Fach nach 1945 einfach flugs von "Eugenik" zu "Genetik" umbenannte und unbeirrbar und ungehindert weiter"forschte", u.a. über "Pseudohermaphroditismus als eigenständige pathologische Erbanlage" bzw. "Genetische Grundlagen der Sexualkonstitution" (1956).

Sowohl in Amerika (u.a. beim CIA, Stichwort MKULTRA zur „Vorhersage, Steuerung und Kontrolle des menschlichen Verhaltens“) wie auch in Deutschlands Medizynerkaste nach 1945 konnten bekanntlich praktisch alle einschlägigen Nazi-Medizyner ihre nur kurz unterbrochene Karriere mehr oder weniger nahtlos weiterführen. Nicht einmal Josef Mengele (1911-1979) wurde nach dem Krieg je zur Rechenschaft gezogen.

 
     
   

04.07.09 Behandlung Intersexueller basiert auf falscher Prognostik und ist darum pure Spekulation

Die negative Prognose von Medizinern, als intersexuell zu leben (Drohung: dies ist das soziale Aus!) wurde vor Jahren mit einer vom BMBF geförderten Studie beantwortet, die Ergebnisse der medizinischen Eingriffe nach dem Protokoll von John Money bei den Klienten abzufragen. Daran war ich mittelbar beteiligt, als ich zusammen mit Christian Schenk (damals PDS) die erste Anfrage an die Bundesregierung formulierte und in den Bundestag daraufhin ein Forschungsvorhaben initiierte. Mit 50% Suiziderwägungen der Befragten sind die Ergebnisse katastrophal. Aber die Drohung stand weiterhin im Raum und auch in der Soziologie, welche ich studierte, war nur zu lesen: „Bei aller Begeisterung für die Idee der Androgynität wäre die Verweigerung einer Geschlechtsidentität - „du bist weder noch, ein Zwitter“ - eines der schlimmsten sozialen Schicksale, die jemand heute erfahren könnte.“ So arbeitet die Gesellschaftswissenschaft der Medizin in die Hände und auch die Justiz verwies mich 2002 nur an das TSG, als ich meinen Randvermerk in der Geburtsurkunde wieder streichen wollte, welcher mich seit meinem ersten Lebensjahr als weiblich deklariert. Insgesamt also ein kohärentes und schlüssig argumentierendes Feld gegen ein intersexuelles Individuum. Darum war es auch nicht verwunderlich, dass seitens der Psychologie eine Posttraumatisierung bei mir diagnostiziert wurde.

Da Prognosen nicht wahrer werden durch oftmaliges Erzählen und zynisches Aufrechnen der Kollateralschäden, suche ich nach Änderungen und Lücken in diesem System. Diese tun sich auf, wenn kosmetische Operationen künftig nicht mehr mehr bezahlt werden seitens der Krankenkasse (dies ist angedacht), Intersexuelle im AGG Einzug halten, der Bundesregierung die Folgen sehr wohl bekannt sind und auf das Opferentschädigungsgesetz verwiesen wird (Drucksache 16/13270) sowie die Linke weiterhin am Ball bleibt. Als weiterer Lichtblick erscheint mir die Diagnose GIID im Kontext einer kritischen Hinterfragung, nicht weil ich davon fasziniert bin, sondern weil eine iatrogene Amputation die ganze Perversion aufzeigt und ich so besser gegenüber Dritten argumentieren kann, die mich einmal mehr gerne mit Transsexuellen vergleichen wollen und damit das Schadensausmass ungeschehen machen wollen. Last but not least finden es manche Individuen durchaus „cool“, dass ich zwei verschiedengeschlechtliche Namen habe.

Vorgenannter einem sozialen Todesurteil gleichkommender Prognose als Verkaufsargument gegenüber Eltern zur Einwilligung in die Zerstörung der Integrität des Kindes wird langfristig durch zunehmende Öffentlichkeitsarbeit entgegenzuwirken sein. Als ehedem lesbisch lebende Frau weiss ich um die Wichtigkeit der Homosexuellenbewegung als Vorreiter und halte den Verweis auf eine Parallele zum Rassismus für unbedingt notwendig.

Zeitlosigkeit, Widerspruchsfreiheit und Allgemeingültigkeit wird in einer solchen negativen Prognostik, welcher mit einem Aufwand von bis zu 900.000 Euro entgegengewirkt wird vorgegaukelt, um Wissenschaftlichkeit vorzutäuschen. Zur Stabilisierung des Systems dieser Spekulanten wurden 3,4 Millionen Euro Forschungsgelder freigegeben einerseits um einen Soll-Ist Abgleich durchzuführen (Evaluation) und andererseits einigte man sich auf den Terminus DSD, wohl auch um wissenschaftlicher zu werden.

Chaostheoretisch gesprochen handelt es sich bei der Einführung einer neuen Nomenklatur um einen der Selbstorganisation geschuldeten Prozeßmusterwechsel als es auch im vormaligen Ursache-Wirkungskreislauf einen Point of no Return gibt (das ist, wenn Computer aufgrund einer Endlosschleife abstürzen) und eine Bifurkation erfolgt wie vor 13 Jahren, als ich noch nicht wusste, dass mein erster Name Michel war und ich mich von meiner weiblichen Geschlechtszuweisung verabschiedete.

Banken können nun Bad Banks gründen. Die Parallelen der CDU im Auffangen instabil gewordener Systeme sind frappierend. Aktienhandel, Wahlverhalten und Wetteinsätze etc. basieren auf Wahrscheinlichkeitsberechnungen. Wer also nicht die aktuelle, globale Wirtschaftskrise in solche Ergebnisanalysen mit einfliessen lässt, handelt wiederholt grob fahrlässig.

Exkurs: die Selbstorganisations- und Chaostheorie vermittelt ein Verständnis von Veränderung jenseits der Vielfalt wechselnder Managementmethoden.

  Steuerung Regelung Versuch und Irrtum Selbstorganisation
Systemzustand stabil stabil instabil instabil
Organisation einfach komplex einfach komplex
Funktionsweise Ursache - Wirkung Soll - Ist Abgleich Suchbewegung Musterwechsel
  Management von Stabilität Management von Instabilität

 

Stabilität: Führungsanforderungen für Steuern und Regeln exakte Zielvorgabe
richtiges Planungswissen
detailgenaue Umsetzung
Sachmotivation
Instabilität: Führungsanforderung für Selbstorganisation überzeugende Vision (Emotion)
Prozeßverständnis (Kosten)
schrittweises Vorgehen
Instabilitätstoleranz
Glaubwürdigkeit

Das Verständnis der Funktionsweise des Gehirns hat sich dramatisch geändert. Früher dominierte das Informationsverarbeitungsmodell. Der Mensch paßt sich der Umwelt an, indem er
- über seine Sinnesorgane Informationen aufnimmt
- diese analysiert und bewusst verarbeitet
- das Ergbnis zur Grundlage seines Handelns macht.
Heute benötigt es Querdenker und Kreative, um langfristigen und übergreifenden Erfolg zu sichern. Besonders die Komplexität der sozialen Wahrnehmung ist ein hocheffizienter Prozeß der Konstruktion stabiler Erlebniswirklichkeit. Erkennen von Welt ist immer eine aktive Auflösung von Mehrdeutigkeit und damit eine Konstruktion von Wirklichkeit.

Wenn hingegen völliger Stillstand erreicht werden soll,
- hält man sich aus allem heraus oder versucht, alles im Griff zu haben
- diskutiert über Ziele und Inhalte möglicher Veränderungen nur auf der informellen Ebene
- zettelt möglichst viele Aktivitäten gleichzeitig an und überfordert sich ständig
- besteht an einem umfassenden Wettbewerb nur der Einsatzbereitetste
- sucht man ausdauernd und unnachgiebig nach den "wirklichen" Verursachern von Problemen
- darf auf keinen Fall öffentlich über Sinn und Unsinn von bestehenden Regeln diskutiert und auch keine neuen eingeführt werden
- müssen Beschlüsse auf der formellen Ebene schnell konsensfähig sein, um sie dann informell ausgiebig in Frage zu stellen
- sollte die Veränderungsgeschwindigkeit auf der Beschlußebene stets größer sein als auf der Umsetzungsebene

Das gezielte Erzeugen von Instabilität und Stabilität ist möglich über einige einfache psychologische Prinzipien wie z.B.

Destabilisieren Brechen von bestehenden Regeln
Ändern von etablierten Symbolen
Erfüllen von Instabilitätskriterien
Widersprechende Information
Informationsstop
Informationsflut
Stabilisieren Festhalten an bestehenden Regeln
Etablierung von Symbolen
Offene Information
Emotionale Vision
Identität

 

     
Werte, die Positiv-/Negativ-Pole des Lebens gehören zur Seele unserer Kunst. Man sollte wissen, wofür es sich zu leben lohnt, wofür es sich zu sterben lohnt, welches Sterben töricht ist, die Bedeutung von Gerechtigkeit, Wahrheit - die wesentlichen Werte. Doch unsere Zeit ist mehr und mehr zu einer Epoche des moralischen und ethischen Zynismus, Relativismus und Subjektivismus geworden. (Robert McKee, Story)

17.07.09 Original vs. Schadensmaximierung

"Wie tolerant und offen die aufgeklärte Öffentlichkeit gegenüber Intersexuellen schon längst ist, zeigt der große Erfolg des mittlerweile berühmten Antony Hegarty, der mit seiner Musik und seinen Texten die ganze Welt verzaubert." Dee Palmer von Jethro Tull: "I was born into what was called the intersex space; there was clear and obvious genital ambiguity. I had to have surgery when I was only a few hours old. I had my last surgery when I was 28 years of age. The only people I was able to make my observations from growing up were my brothers. Once I became aware of the female shape and constitution I knew something was seriously wrong."

Actually an international Intersex Documentary is prepared by Grant Lahood for a New Zealand TV Company, that includes interviews with Milton Diamond, Sally Gross, Cheryl Chase, Alice Dreger, myself and around 21 people more from US, Australia, New Zealand, Germany, South Africa within the age of 24 to 60.

Nun auf Pro 7 am 15.07.09 in Private Practice der Durchbruch in den TV-Medien: ... In der Praxis hat Addison hingegen ganz andere Probleme: Ein Paar bekommt ein Baby, das männliche und weibliche Geschlechtsmerkmale aufweist. ... Das Kind mit der Diagnose 11 Beta CAH bleibt unverstümmelt, rd. 30% der Individuen definieren sich männlich, rd. 70% weiblich. Sehr gut recherchiert.

Show for Wannabe's and Wannafuck's

Was hingegen bei Günther Jauch am 15.07.09 erzählt wurde, entspricht nicht dem aktuellen Bestreben, wie es der Hamburger Senat ankündigte. Die Hasstriade zwischengeschlecht.info hat 500 Zugriffe täglich und bedient ein absolut rechtes, antihomosexuelles Publikum *. In dem Film Das verordnete Geschlecht ist hingegen eine Demo mit einem Transparent "Gegen Geschlechtsnormierung" zu sehen. In diese Richtung denkt auch der Senat, welcher demokratisch bleiben will.

Wer für die Verstümmelung von Säuglingen zum Zwecke einer Fickfähigkeit sich ausspricht, hat den Anschluss vielleicht bei den heteronormativen Fickmedien, aber sicherlich nicht in leistungstragende Kreise, die eine Gleichstellung der Geschlechter in Kultur, Arbeit und Sozialem will, mithin einigermassen seriös argumentiert. Die In- und Outgroupbildung funktioniert also nicht nur zwischen Geschlechtern, sondern auch zwischen Klassen.

Wer eine Pornographisierung der "Zwitterthematik" wünscht, soll so weitermachen. Hier trennen sich die Linien künftiger Entwicklung, denn als Fickmaterial habe ich schon Ärzten unter der Ägide John Moneys gedient. Eine Arbeitsstelle findet man damit sicherlich nicht, ganz abgesehen von einer Perpetuierung von Handlungen, welche unter Geständniserzwingung als Folter angesehen werden würden und das ist in einem Rechtsstaat rechtswidrig. Eine Informantin mit Genitalfotos aus dem Kreise Intersexuelle Menschen e.V. ist darüber hinaus Frührentner und weder mittel- noch unmittelbar am Erwerbsleben beteiligt.

Gefunden wurde bei dem Brain Institute of Paul Allen eine Eintragung zu AIS (www.paulallen.com): pH: 6.4 RNA Integrity Number: 4.9 Postmortem Interval: 35h Hemisphere: left Specimen ID: 78958055 Sex: M Age: 31 Handedness: right Disease categories: control Smoker: no Donor ID: 2844.

OII Deutschland (IVIM) hat recherchiert, Stern-TV führt zu einer Casting-Firma, die ganz un-verschämt nach "haarigen Frauen" "die dicksten Deutschen" "Mütter mit 14" und "Zwitter" suchte.

Vielleicht suchte man auch danach: "Meine schwule Szene als Zuflucht fällt aus. In einem Gangbang wurde dort einer durchgenommen. Niemand merkte, als er schon tot war. Ein anderer, schön tief gefistet, ihm ging es auf einmal schlecht, er musste sich übergeben. Er wurde liegengelassen und bei einem anderen weitergemacht, mit Fisten. Immerhin. Etwas später fand man ihn, halb tot, brachte ihn ins Krankenhaus. Eine Tunte hatte ihn gefunden. Tunten sind die letzten verbliebenen Menschen in einer solchen Szene, denke ich für einen Moment." (http://www.schwule-seite.de/politics_pfeifende_daecher.htm)

Stichwort ist Indifferenz und Hass. Eine gender attribution war bei zwei der vier Interviewpersonen nicht möglich, welche sich neben hermaphroditisch auch als behindert betrachten, und bei einer Person aufgrund Habitus und Namensgebung paradox. Eine Person kam einem Lifestyle am nächsten und erhielt Applaus durch das Publikum.

* Eine Reflexion:

Mit der Herausbildung der bürgerlichen Gesellschaft und der Durchsetzung der kapitalistischen Warenproduktion wandelten sich zeitgleich die Konstruktionen von menschlicher Sexualität. Der Begriff "Sexualität" selbst entsteht erst im 19. Jahrhundert. Die Sexualität eines Menschen bezeichnet dabei nicht mehr nur bestimmte Praktiken, sondern dient als Identitätskategorie, an die wesentliche Eigenschaften geheftet sind. Die sexuelle Identität wird als Wesensmerkmal, dass das Leben und charakterliche Eigenschaften eines Menschen durch und durch bestimmt, konstruiert.

Nicht zufällig tauchte der Begriff des "Homosexuellen" im medizinischen Diskurs vor dem "Heterosexuellen" auf. Als Bezeichnung des (pathologisierten) "Anderen" diente er vor allem der Bestätigung der "Normalität" der Heterosexualität, die als Norm im Gegensatz dazu zunächst keiner gesonderten Betrachtung als diese Form von Sexualität zu bedürfen schien.

Während Frauen zunächst generell eine eigenständige Sexualität abgesprochen wurde, bekam weibliche Homosexualität wahlweise den Status der belanglosen Spielerei oder der "Asozialität" zugeschrieben. "Der (männliche) Homosexuelle" hingegen diente als Projektionsfläche homoerotischer Lust und Wünsche, die damit auf eine abgrenzbare Gruppe personifizert aus der "Normalität" heraus definiert werden kann. "Der Homosexuelle" als Chiffre in moderner Homophobie kann daher als das verachtete "absolut Andere" beschrieben werden, der die lebendige Stabilisierung der männlichen Identität des heterosexuellen Mannes darstellt.

Adrian de Silva referiert über die Bedeutung sexueller Identitäten und der Homophobie in der bürgerlichen Gesellschaft und nähert sich der Frage an, inwiefern Homophobie auf die grundlegende Strukturierung moderner Gesellschaften verwiesen ist. (www)

     

Caster Semenya Berlin 2009: "In Südafrika herrscht Unmut über den Geschlechtstest." Ein positives Ergebnis bedeutet das Aus für die Karriere. "Der Vorsitzende des südafrikanischen Sportausschusses (NOC) sieht die 'Rechte und Privatsphäre' der Läuferin erheblich verletzt - und kündigt eine Beschwerde bei der Uno-Menschenrechtskommission an."

Ergebnis: "Die Südafrikanerin darf die Goldmedaille, den Titel und das Preisgeld behalten, weil sie unschuldig daran sei, etwas Falsches getan zu haben."

Entschluss: Trainer Michael Seme teilt "unter Berufung auf die Anwälte" mit, dass Caster Semenya wieder antreten wird. (13.01.10)

"Historisch war es ganz häufig so, dass man bei einer schwierigen Geschlechtszuordnung Patienten zu Unrecht behandelt und sie zu Frauen umoperiert hat", meint Jens Jacobeit vom Endokrinologikum in Hamburg. "Eine neue Vagina herzustellen ist viel einfacher, als einen Penis zu formen." Aktuelle Umgehensweisen mit und Diskussionen zu Intersexuellen finden sich in der öffentlichen Datenbank Medline.

SASCOC, have re-iterated that Caster Semenya is not eligible to run, be it domestically or internationally, following newspaper reports that she had been cleared by Athletics SA to do so. (16.01.10)

Caster Semenya startet wieder (30.03.10) Und wird zurückgepfiffen. Am 06.07.2010 wird sie für Wettkämpfe endgültig freigegeben durch den IAAF.

28.07.09 Afrika ist fortschrittlicher: eine Beobachtung

Derzeit ist eine Psychiatrisierung all jener Menschen angedacht, die sich nicht männlich oder weiblich verorten wollen. Dabei haben feministische Theorie und Praxis bereits in der Vergangenheit fundamental versagt. War mit dieser blutigen Bewegung das Verstümmeln von Säuglingen einhergegangen, schaltet sich nun im stillen Einklang mit Suggestivfragen wie jene, ob diese Eingriffe zum Wohle des Kindes sind, die klinische Psychologie ein. Man bedient sich der Gehirnforschung, wo Medikamente aufgrund Depression und Schizophrenie - Krankheitsbilder aufgrund einer Störung des ZNS - nicht mehr nützen und treibt operative Eingriffe am Gehirn voran, wie sie auch im Falle einer BIID (ICD-11) angesetzt sind.

Nicht genug, dass man keine Wiedergutmachung für Vergangenes anbietet, sondern das Terrain ausdehnen will. Lakaien in den Massenmedien werden sich bei aller unseriöser Berichterstattung zur Durchsetzung iatrogener Interessen problemlos finden lassen, denn eine Kritikfähigkeit ist ihnen längst abhanden gekommen. So verblödet das (arbeitslose) Volk vor der Glotze und merkt nicht, dass der Staatsdiener nicht mehr nur in bürokratischem Gewand ankommt.

Freilich legen aktuelle Entwicklungen eine Psychiatrisierung auch nahe, wenn mit elf Jahren Verspätung ein Schattenbericht auf den Markt kommt, der die Identitätslosigkeit dieser Aussage bestätigt: „Unser verstümmeltes Geschlecht ist ein medizinisches Konstrukt, also Theorie. So schob man uns von einem Nichts in das andere Nichts: Unser Geschlecht, wie es uns angeboren wurde, hat keine gesellschaftliche Existenz. ... Nun ist fraglich, welche psychischen Auswirkungen sich bei intersexuell Diagnostizierten, jedoch nicht Operierten, konstatieren lassen ... Vermutlich wären wir AUCH durch alle Kategorien durchgefallen. Aber mit Sicherheit hätten wir etwas EIGENES entwickeln können, hätten z. B. unser sexuelles Potential entdeckt und unseren Körper kennengelernt.“

Dabei hätte man seitens der CEDAW-Anhänger mindestens begreifen können, dass bei 85% Feminisierung ein gewisser Anteil sich dieser Doktrin nicht unterordnet. So findet eine Trivialisierung selbst in betroffenen Kreisen statt, denn aus irgend einem mir nicht zu erschliessenden Grunde scheint eine Medienpräsenz dort wichtig zu sein.

Es trennt sich der deutschsprachige Raum also in jene, die ein drittes Geschlecht für sich beanspruchen, obwohl man ihnen äusserlich nichts ansieht, wass ihnen ein Passing als weiblich versagen könnte und in jene, die zusammen mit Transgenderkreisen eine Aufhebung des Binarismus auch aus den Papieren fordern.

Die in Bremen stark präsente afrikanische Community freilich lässt Beides kalt, dort gilt das Überwiegen der Geschlechtsmerkmale und es wird auch nicht einem Automatismus gleich verstümmelt. Darum ist eine Zusammenarbeit mit dieser auch für einen Hermaphroditen möglich und nicht nur dort, wo unter vorgeblicher Toleranz nur mehr die Arbeitskraft bei Niedrigstlöhnen zählt. Es bestätigt sich: gender attribution ist wichtiger als gender differentiation.

     
   

04.08.09 Der Fall Völling: ein Kommentar

Der "Fall Völling" löste bei mir Abscheu und Mitleid aus. Mit 18 Jahren wurden dieser Person die inneren Geschlechtsorgane entfernt (u.a. Gebärmutter, Eierstöcke), nachdem sie bereits eine geraume Zeit als klein gewachsener Mann und der Diagnose CAH lebte. Dreissig Jahre später wurde Klage eingereicht und gewonnen unter anderem aufgrund der Argumentation, dass es sich bei Völling um eine Frau handele. Chromosomensatz und der § 1631 c BGB spielten sicherlich eine normative Rolle bei der Urteilsbegründung.

Umso erschreckender aber ist die Berichterstattung. Es wurde nicht etwa hervorgehoben, dass die Qualifikation einer Krankenschwester/-pfleger offenbar höherwertiger ist als die eines unterlegenen Chirurgen, also Abitur contra Pfusch trotz oder aufgrund eines Studiums. Fähigkeiten und Kenntnisse, Basis einer Berufswahl, fanden somit keine Beachtung, sondern lediglich die Geschlechtszugehörigkeit und Demaskierung als "Zwitter" sorgten für Schlagzeilen. Diese waren mit der üblichen Vorstellung über Transsexualität vermischt.

Dabei gibt es für Journalisten klare Regeln einer methodischen Recherche (siehe unten), welche keinesfalls eine solche Dramaturgie zwingend vorschreibt. Unseriösität bis hin zur Desinformation in der Berichterstattung begleitet also das Geschehen, wenn auch Focus online der Meinung ist "Ist ihr Geschlecht nicht eindeutig ausgeprägt, bringt das für die Betroffenen psychische Probleme", als hätte die Hamburger Forschergruppe Intersex Pate gestanden, um das pathologische Terrain auszudehnen.

Abscheu aber erregt das Gerichtsurteil, weil suggeriert wird, innere Geschlechtsorgane und der Chromosomensatz seien ausschlaggebend für eine Geschlechtsidentität. Anders argumentieren Genitalverstümmeler seit den 1950er Jahren zum Zwecke der Herstellung einer heterosexuellen Fickfähigkeit bei Säuglingen (!) nicht, weshalb man Chirurgiekollegen ärzteintern getrost über die Klinge springen liess, obwohl Krähen einander üblicherweise keine Augen aushacken.

Bei dem "Fall Völling" handelt es sich mitnichten um ein Grundsatzurteil - weder zum Umgang mit Genitalverstümmelungen noch zur Gonadektomie z.B. bei der Diagnose AIS, da in letzterem Falle der § 1631 c BGB nicht greift.

Die gerichtliche Ausführung ist rechts zusammengefasst.
Das Buch erscheint am 25.08.2010 im Fackelträgerverlag: Ich war Mann und Frau. Mein Leben als Intersexuelle

Exkurs: Die elf Grundregeln methodischer Recherchen

1.Die Ausgangsinformation (oder die Themenidee) muss einen allgemein wichtigen und/oder für die Leser interessanten, sie betreffenden Aspekt aufweisen.

2.Jedes Thema basiert auf überprüfbaren Aussagen (=Informationen) über Vorgänge und Ereignisse, deren Gültigkeit als Erstes abgeklärt werden muss. Jede Recherche beginnt mit der Überprüfung der Informationen, die den Ausgangspunkt liefern.

3.Eine Quelle gilt als umso zuverlässiger, je neutraler sie zum Thema oder Ereignis steht. Vertritt die Quelle spezifische Interessen oder ist am Geschehen beteiligt, dann ist ihre Neutralität eingeschränkt oder ganz in Frage gestellt.

4.Überprüfen soll man zunächst nur faktizierbare Aussagen. Dies geschieht mit Hilfe von Konventionen, indem Aussagen verschiedener Quellen verglichen werden. Von einander abweichende Aussagen werden aufgedeckt. Ziel ist die Herstellung größtmöglicher Unstrittigkeit.

5.Bei der Überprüfung sind die Quellen so zu befragen, dass die Informationen dichter werden, d.h. an Genauigkeit und Detailreichtum gewinnen. Unstimmige oder sich widersprechende Aussagen zwingen den Rechercheur, die Quellen zu erweitern.

6.Der Status der Informationen ist gegenüber dem Publikum stets kenntlich zu machen. Bei nicht überprüften oder strittigen Aussagen sollte die Quellenlage erklärt oder auf die Veröffentlichung der Aussage verzichtet werden.

7.Eine Vollrecherche verläuft zweistufig: Mit der Basisrecherche werden Sachverhaltsfragen überprüft - dann erst werden erklärende und begründende Antworten auf so genannte "Wie"- und "Warum"-Fragen gesucht. Die erste Stufe gilt der Sach-, die zweite der Deutungsebene.

8.Auf der Deutungsebene sollten möglichst alle, die mit den Geschehnissen direkt zu tun haben oder hatten, befragt werden. Diese Befragungen sind aufzuzeichnen.

9.Die Reihenfolge der Befragungen sollte so angelegt werden, dass "von außen nach innen" befragt werden kann. Mit "außen" sind die Unbeteiligten gemeint, mit "innen" die am Geschehen aktiv und passiv direkt Beteiligten, auch die Betroffenen.

10.Bei konflikthaltigen Themen sollte der Befragungsplan so angelegt werden, dass die zu Befragenden in Lager eingeteilt werden und so der Konflikt auch formal zum Ausruck kommt. Wenn möglich sind alle in den Konflikt involvierten Parteien zu befragen, mindestens aber die zwei Hauptkontrahenten.

11.Bei konflikthaltigen Themen wechselt der Befrager zwischen den Lagern und nutzt den Konfliktstoff, um neue Informationen zu gewinnen. Die Recherche ist beendet, wenn die Rollen der Akteure geklärt und Warum-Fragen schlüssig beantwortet sind.

     

(c) research.animationsinstitut.de

"Noah is unfair to hermaphrodites"

(c) Mike Stanfill

10.08.09 Der Film XXY verlangt nach einer Fortsetzung, es benötigt noch ein gutes Drehbuch.
Mit 3D Software lassen sich alle denkbaren menschlichen Varianten modellieren (character animation).

Die universale Form von Story gestaltet ein Werk zu einer Story, nicht zu einem Portrait oder einer Collage. Eine "gute Story" bedeutet etwas Erzählenswertes, das die Welt hören möchte. Es zu finden, ist die einsame Aufgabe. Es beginnt mit Talent. Man muss mit der schöpferischen Kraft geboren sein, Dinge in einer Weise zusammenzusetzen, die sich noch keiner je hat träumen lassen. Dann muss an die Arbeit eine Vision herangetragen werden, die getrieben wird von frischen Einsichten in die menschliche Natur und die Gesellschaft, verbunden mit eingehender Kenntnis der Figuren und deren Welt. All das mit viel Liebe.

Die Liebe zur Story - die Überzeugung, dass die Vision nur durch die Story zum Ausdruck gebracht werden kann, dass Figuren 'realer' sein können als Menschen, dass die fiktionale Welt tiefgründiger ist als die konkrete. Die Liebe zum Dramatischen - ein Fasziniertsein von den plötzlichen Überraschungen und Enthüllungen, die im Leben Verwandlungen bewirken. Die Liebe zur Wahrheit - die Überzeugung, dass Lügen den Künstler verkrüppeln, dass jede Wahrheit im Leben hinterfragt werden muss, bis hinunter zu den eigenen geheimen Motiven. Die Liebe zur Menschheit - eine Bereitschaft, mit leidenden Seelen zu fühlen, in ihre Haut zu kriechen und die Welt durch ihre Augen zu sehen. Die Liebe zu Empfindungen - der Wunsch, nicht nur die körperlichen, sondern auch die inneren Sinne zu befriedigen. Die Liebe zum Träumen - das Vergnügen, sich ganz frei von der Phanatsie treiben zu lassen, einfach nur um zu sehen, wohin sie führt. Die Liebe zum Humor - die Freude an diesem rettenden Element, das das Gleichgewicht des Lebens wiederherstellt. Die Liebe zur Sprache - die Freude an Laut und Sinn, Syntax und Semantik. Die Liebe zur Dualität - ein Gefühl für die verborgenen Widersprüche des Lebens, ein gesunder Verdacht, dass Dinge nicht sind, was sie scheinen. Die Liebe zur Perfektion - die Leidenschaft, zu schreiben und umzuschreiben im Streben nach dem perfekten Moment. Die Liebe zur Einzigartigkeit - der Nervenkitzel der Kühnheit und eine unerschütterliche Ruhe, wenn sie verspottet wird. Die Liebe zur Schönheit - ein angeborenes Gespür, das gutes Schreiben schätzt, schlechtes Schreiben hasst und den Unterschied kennt. Eine Liebe zu sich selbst - eine Stärke, die nicht ständig Bestätigung braucht, die nie bezweifelt, dass man wirklich ein Schriftsteller ist. Man muss das Schreiben lieben und die Einsamkeit ertragen.

Wenn ein Publikum die Wahl hat zwischem trivialem, brillant erzähltem und tiefgründigem, schlecht erzähltem Material, wird es immer das brillant erzählte triviale wählen. Meistererzähler verstehen es, noch der geringsten Kleinigkeit Leben abzugewinnen, während kümmerliche Erzähler das Tiefgründige auf das Banale reduzieren. (Robert McKee, Story)

Behavior of population of hermaphrodites in plants:

Space mediates coexistence of females and hermaphrodites. In gynodioecious populations of flowering plants females and hermaphrodites coexist. Gynodioecy is widespread and occurs in both asexual and sexual species but does not admit a satisfactory explanation from classical sex ratio theory. In sexual populations male fertility restoring genes have evolved to counter non-nuclear male sterility mutations. In pseudogamous asexual populations pollen retention and increased self-fertilization can make male sterility costly. Both of these mechanisms can promote coexistence. However, it remains unclear how either of these mechanisms could evolve if coexistence was not initially possible. In the absence of these adaptations non-spatial models predict that females either fail to invade hermaphrodite populations or else displace them until pollen shortage drives the population to extinction. We develop a pair approximation to a probabilistic cellular automata model in which females and hermaphrodites interact on a regular lattice. The model features independent pollination and colonization processes which take place on different timescales. The timescale separation is exploited to obtain, with perturbation methods, a more manageable aggregated pair approximation. We present both the mean field model which recreates the classical non-spatial predictions and the pair approximation, which strikingly predicts different invasion criteria and coexistence under a wide range of parameters. The pair approximation is shown to correspond well qualitatively with simulation behaviour. (Wissenschaftlicher Abstract der Mathematischen Biologie)

Übrigens sind auch viele Kühe hermaphroditisch, wissen Tierärzte.

Klassifikation als Freak:

"Es wird oft als selbstverständlich hingenommen: Die einen sind Insider, sie leben "im Rahmen", die anderen, die Außenseiter, fallen heraus. In Wirklichkeit ist diese Vorstellung jedoch eine gesellschaftliche Erfindung, das Erbe eines primitiven Denkens, einer Stammesmentalität, wie vielleicht jede gesellschaftliche Konstruktion. Wer an der Existenz einer solchen Stammesmentalität zweifelt, braucht nur an die endlosen Kämpfe zwischen den verschiedenen "ethnischen Gruppen" zu erinnern. Die Mauer, die Insider und Außenseiter trennt, entspricht keiner "menschlichen Natur", sondern ist planmäßig, gleichsam Stein für Stein, von einer Konvention errichtet worden. Diese Mauer ist weder ein Organismus noch ein angeborener und zur Entfaltung kommender innerer Aspekt der menschlichen Natur. Vielmehr ist sie ein Mechanismus, eine Schranke, die sorgfältig durch unberechenbare Anordnungen der Gemeinschaft errichtet wurde, um diejenigen zu kennzeichnen, die der Gruppe angehören, und die anderen, die nicht dazugehören. Es ist nicht schwer, sich den Chauvinismus vorzustellen, den es braucht, damit eine Gemeinschaft ihr Gebiet absteckt und ihre Mitglieder von ihren Feinden sondert. Viel schwerer ist es, diejenigen Außenseiter zu verstehen, die zwar der Gruppe angehören, aber von deren Mitgliedern abgewiesen und so in ein schreckliches, inneres Exil getrieben werden, ein Exil, das man "Entfremdung" nennt. ...
Man muß bedenken, daß es in der Sprache der Navajo keine Geschlechtspronomen gibt. Dementsprechend setzt sich Sprechender Gott aus männlichen und weiblichen Eigenschaften zusammen; sie besteht aus "männlichem Regen" und "weiblichem Nebel". Die Tatsache, daß sich das Thema Androgynität in den Mythen der Welt durchgängig wiederfindet, verweist darauf, daß die Zweideutigkeit der Geschlechtsidentität eine wichtige spirituelle Bedeutung in all jenen Kulturen hat, die keine dimorphe, also zweigestaltige Vorstellung von Männlichkeit und Weiblichkeit kennen, wie sie einem spezifisch westlichen kulturellen Konzept entspricht. ...
Es überrascht nicht, daß körperliche Mißbildungen oder abweichendes Verhalten ein zentrales Thema im Leben der meisten Gruppen darstellen. Damit ist aber nicht gesagt, daß physische oder Verhaltensunregelmäßigkeiten unbedingt Zensur und Zurückweisung nach sich ziehen müssen. In vielen Kulturen hat Abweichung genau die gegenteilige Wirkung. ...
Jede Kultur ist um ein empfindliches Gesellschaftsmodell herum errichtet. Ein Paradigma ist ein Konsens über die Realität, der so lange fast vollständig unbewußt bleibt, bis er beginnt, sich auszuleeren und zu zerfallen. Die Hauptantriebskraft hinter einer solchen Ideologie ist eine Schöpfungsgeschichte. Sie liefert die Grundlage für die gesamte Kosmologie der Gesellschaft und beantwortet zugleich ihre dringlichsten Fragen."
(Jamake Highwater, Freaks 1998; Highwater schreibt als Homosexueller, Navajo-Angehöriger und Waisenkind)

Klassifikation als hartnäckiger Fall:

Wie reagiert die Bürokratie auf Freaks, denn die statistisch-formale Ebene kennt nur zwei Geschlechter? "Ist die Entmenschlichung weit fortgeschritten, kann folgendes geschehen: Menschen werden von der Bürokratie als ethisch-moralisch indifferente Objekte des Vollzugs angesehen und müssen mit Mißbilligung oder Maßregelung rechnen, wenn sie widerspenstig sind oder mangelhafte Einsicht in die bürokratischen Abläufe zeigen. Die Widerspenstigkeit der Objekte stärkt gar noch den Dünkel und das Wir-Gefühl der bürokratischen Funktionsträger. Sie selbst, so meinen sie, und nicht ihre Objekte verdienen Mitleid und moralisches Lob für die aufopferungsvoll betriebene Tätigkeit. Die amtliche Selbstbestätigung definiert sich aus dem Erfolg, einen 'hartnäckigen Fall' erledigt oder irgendein anderes Hindernis überwunden zu haben." (Zygmunt Bauman, Dialektik der Ordnung; Bauman schreibt als Jude)

Der Milliardenschaden:

(c) Serge Bramly & Bettina Rheims I.N.R.I  
Was eine in Deutschland seitens CDU / CSU subventionierte, normierende Medizin von Freaks ab Geburt hält sowie deren Umgang findet sich rechts. Von diesen ist Intersex: A Perilous Difference erschienen. Dieses entschieden religiöse, politische und pornographische Konglomerat produziert viel Leid. In München fand darüber hinaus eine Kooperation zwischen dem Dr. von haunerschen Kinderspital und der Milupa AG statt. Milupa AG gewährte Ärzten über Kongressausrichtungen ein Podium für die Geschlechtszuweisung von intersexuellen Kleinkindern am Dr. von haunerschen Kinderspital. Milupa wurde ab 1969 von Herbert Werner Quandt übernommen (Wikipedia). Gegen Quandt existieren Vorwürfe wegen Beteiligung an NS-Verbrechen ( http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/134/417899/text/ )

 

Subdivision of Gender

As a social institution, Gender is composed of: For an individual, Gender is composed of:
Gender statuses: socially recognized genders and expectations for their enactment behaviorally, gesturally, linguistically, emotionally, and physically Sex category: individual assigned prenatally, at birth, or following reconstructive surgery
Gendered division of labor Gender identity: the inividual's sense of gendered self as a worker and family member
Gendered kinship: the family rights and responsibilities for each gender status Gendered martial and procreative status: fulfillment or nonfulfillment of allowed or disallowed mating, impregnation, childbearing, and / or kinship roles
Gendered sexual scripts: the normative patterns of sexual desire and sexual behavior as prescribed for different gender statuses Gendered personality: internalized pattern of socially normative emotions as organize by family structure and pareting
Gendered social control: the formal and informal approval and reward of conforming behavior and stigmatization and medicalisation of nonconforming behavior Gendered prozess: "doing gender" - the social practices of learning and enacting gender-appropriate behaviors, i.e., of developing a gender identity
Gender ideology: the justification of gender statuses, often by invoking arguments about natural (biological) difference Gender beliefs: incorporation of, or resistance to, gender ideology
Gender imagery: the cultural representations of gender in symbolic language and artistic production Gender display: presentation of self as a kind of gendered person through dress, cosmetics, abdornments, and permanent and reversible body markers

Taken from: Anne Fausto-Sterling, Sexing the Body

 

 

     
   

19.09.09 Private letter to Curtis Hinkle, Founder of OII

Dear Curtis,

thank you very much reading from you. When I was young I was not only "feminized" but drilled for sports, 800 m like Semenya. I didn't reach Bundesjugendspiele because I was on place two. Doctors nevertheless where satisfied with their result. Semenya is much harder and she has only her body like me when I was young. No buisiness, no education. Mass media to me showed, that there is no acceptance for a hermaphrodite in 2009. Public is more reactionaire than doctors are today: "Wissenschaftler vertreten inzwischen die Auffassung, dass eine eindeutige Einteilung der Menschen in zwei Geschlechter nicht mehr zeitgemäß ist." (Zeit online 11.09.09) Handycapped hermaphrodites are now allowed in German TV, this is a completely mad concept produced by Intersexuelle Menschen e.V.

On Thursday I was at the citizenship office asking for someone from Sierra Leone becoming German. No chance for him. But the public as described should loose their citizenship. They lost any dignity. This is why strategy makes sense. Semenya is now pushed up to a brand. She does not work for nothing and it costs money to have an interview with her. Hostilities also will cost money. In a world where only the body counts, gender will be remarkable, especially on the female side. This is different to the worker's world, where your abilities and talents count. That's why I would not give an interview without reflecting on work, income, politics. But there are no requests to me anyway. It's just RTL who looks on my website. Maybe they do not know how to "catch" the subject cheap, trivial, safe for them. There is only one person in Germany I know who works accurate. It's a law student who works on the Nazi history here in Germany. She wanted to write a text give it to you for translating in several languages.

To me OII needs a strategy and quality management. It is by far not enough that intersex people are telling stories. This would not be taken serious. Semenya is just a short effect. The video that was made from myself eight to ten years ago, Das verordnete Geschlecht *, I gave to my therapist to see, what has changed, what I overcome myself. The other person in the video, diagnosed AIS just talked about her body in the film, not about visions and changes in law and science, that should be made. She earns several thousand Euro / year in a low level, I get social transfer. But I'm still alive and things get better. I choose a way I can trust on and do not follow concepts, that are wrong to me nevertheless they are shared by many. As I would like to come out of my workless situation, I would never give an interview for free or against my person. To publish my own statements, I have an own website. This is what I can do for my security because things develop not safe, sane and consensual.

Let me know, if I can support you.

Kindest regards,
Michel

* der Dokumentarfilm Das verordnete Geschlecht mit Prädikat "wertvoll" aus 2001 ist bestellbar bei Bertram Rotermund Filmproduktion, email info@rotermundfilm.de

Reichen Sie Ihre 900.000 Euro-Geschichte ab 2010 in Wiesbaden ein:

Email der Justizbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg vom 10.08.09 im Wortlaut unter Anonymisierung (Stand 24.09.09):

ich bin als zuständige Referentin der Justizbehörde beauftragt, Ihre an den Ersten Bürgermeister, die Zweite Bürgermeisterin und den Senat gerichtete email vom 6. August 2009 zu beantworten.

Die Schaffung eines eigenständigen Hamburger Unterausschusses zur Verhütung von Folter ist nicht vorgesehen. Vielmehr haben sich die Bundesländer entschieden, der Verpflichtung zur Einrichtung eines nationalen Mechanismus zur Verhütung von Folter für ihren Zuständigkeitsbereich durch die Einsetzung einer gemeinsamen Länderkommission nachzukommen. Ein entsprechender Staatsvertrag zur Einrichtung der gemeinsamen Länderkommission wurde am Rande der Justizministerkonferenz am 24./25. Juni 2009 unterzeichnet.

Die Länderkommission wird - wie auch die entsprechende Kommission des Bundes - organisatorisch an die Kriminologische Zentralstelle in Wiesbaden, eine Forschungs- und Dokumentationseinrichtung des Bundes und der Länder, angegliedert.

Der Staatsvertrag muss nun in allen Bundesländern durch die Landesparlamente ratifiziert werden. Anschließend - voraussichtlich Anfang 2010 - kann die Kommission ihre Arbeit aufnehmen.

Mit freunlichen Grüßen,

Dr. Karin Bieback
Justizbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg
Referatsgruppe Öffentliches Recht und Rechtsprüfung, J 31/3
Drehbahn 36, D-20354 Hamburg

 

Fakultativprotokoll zum UN-Antifolterübereinkommen für Deutschland in Kraft getreten
Experte: Prof. Dr. Bernd v. Heintschel-Heinegg VRiOLG

Die am 4. Dezember 2008 von Deutschland bei der UN hinterlegte Ratifizierungsurkunde zum "Fakultativprotokoll vom 18. Dezember 2002 zum Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe" (OP-CAT) ist 30 Tage nach der Hinterlegung in Kraft getreten.

Durch das Fakultativprotokoll ist ein internationaler Präventionsmechanismus in Form eines UN-Unterausschusses zur Verhütung der Folter geschaffen worden. Der Unterausschuss hat uneingeschränkten Zugang zu Gewahrsamseinrichtungen in den Vertragsstaaten einschließlich der Möglichkeit, sich ohne Zeugen mit Gefangenen zu unterhalten.

Daneben sind die Vertragsstaaten verpflichtet, einen oder mehrere nationale Mechanismen zur Verhütung von Folter zu unterhalten. Diese nationalen Mechanismen haben dieselben Rechte wie der Unterausschuss. Sie sollen als unabhängige Kontrollstellen fungieren, wie Gewahrsamseinrichtungen überprüfen, Mängel beanstanden und Verbesserungen anregen können. Die Bundesrepubublik Deutschland hat sich für die Einrichtung einer "Kommission zur Verhütung von Folter" für den Zuständigkeitsbereich des Bundes (Bundeswehr, Bundespolizei) entschieden.

Die Bundesstelle zur Verhütung von Folter ist mit Organisationserlass des Bundesministeriums der Justiz vom 20. November 2008 (Bundesanzeiger Nr. 182, S. 4277) bereits eingerichtet worden. Die Gründung der Länderkommission wird durch Staatsvertrag der Länder voraussichtlich im Lauf des nächsten Jahres erfolgen. Das Sekretariat der beiden Einrichtungen wird bei der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden eingerichtet.

Rechtsgebiet: Materielles Strafrecht, Strafverfahrensrecht, Strafrecht
Schlagwörter: Bundesstelle zur Verhütung von Folter, Fakultativprotokoll zum Übereinkommen gegen Folter, Kommission zur Verhütung von Folter, Kriminologische Zentralstelle, OP-CAT

 

Volkswagen war zu Gast auf dieser Webseite. Es ist durchaus möglich, dass diese Meldung etwas damit zu tun hat: 25.09.2009 Die Einsatzflotte der Polizei Bayern wird mit 578 Fahrzeugen der Marken Volkswagen Pkw und Volkswagen Nutzfahrzeuge verstärkt. 310 VW Touran und 268 VW Transporter der Baureihe T5 werden als Funkstreifen ausgestattet.

A question of character

Die Chemie muss stimmen: Charakterisierung ist die Summe aller beobachtbaren Eigenschaften eines Menschen, die Summe all dessen, was man durch sorgfältiges Nachforschen wissen und auch im Lebenslauf enthalten sein kann: Alter und IQ, Geschlecht von welchem es künftig mehr als zwei geben wird, Bildung und Beschäftigung, aber auch Werte und Einstellungen, Auto und Kleidung, Zuhause und Persönlichkeit - alles menschliche Aspekte, die bekannt sein können, wenn über jemanden Notizen gemacht werden. Der wahre Character aber offenbart sich in den Entscheidungen, die ein Mensch unter Druck trifft als innerstes Wesen. Hinzu kommt ein nicht zu kurz angepeiltes Ziel, Realitäten tatsächlich zugunsten Benachteiligter verändern zu wollen.

Was für diesen Geschäftsabschluss nicht nötig war

"... und auf zahlreichen Geschäftsfeldern lassen sich Effizienzgewinne und Synergieeffekte erzielen. Die breitere Mandantenbasis sowie das größere Investitionsvermögen werden sich positiv auf das Wachstum des gemeinsamen Unternehmens auswirken."

     
   

03.10.09 Dissonanz mit vielen Massenmedien

"Wer ist ein Mann, und wer ist eine Frau? Wer ist ein Junge, wer ein Mädchen? Diese Fragen beantworten Ärzte gleich nach der Geburt. Ein Blick auf die Geschlechtsmerkmale genügt: Du bist ein Junge! Und du bist ein Mädchen! Es gibt nur diese zwei Möglichkeiten in unserem Rechtssystem. Doch die Menschheit ist keine Zweiklassengesellschaft, es gibt eine weitere Möglichkeit, es gibt das dritte Geschlecht" beginnt ein Artikel von Michael Eder in der FAZ stellvertretend für Viele, die nicht gleich in den ersten Zeilen auf eine Genitalchirurgie zum Zwecke der Normanpassung insistieren wollen, aber dennoch auf die Fuckability rekurieren.

Frühkindliche Geschlechtsanpassungen sind in letzter Zeit problematischer geworden seit Personen, die einem solchen Entcharacterisierungsprozedere unterworfen wurden mit fatalen Folgen an die Öffentlichkeit traten. Tatsächlich bewegen sich Ärzte im Bereich der Genitalverstümmelungen auf der Ebene von res extra commercium und sind dadurch überhaupt nicht handelbar, also nicht verkehrsfähig und folglich nicht zu vergüten. Das BGB verfügt über zwei Rechtssphären: Produktions- und Reproduktionssphäre. Die Misshandlung Intersexueller fällt unter keine der beiden Rechtssphären. Ferner gehört die Sexualität eines Menschen zum innersten unantastbaren Kernbereich der menschlichen Persönlichkeit und ist nicht stellvertretungsfähig.

Ein Arzt verliert wegen eines Behandlungsfehlers nicht seinen Honoraranspruch. Das berichtet die Fachzeitschrift OLG- Report unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz. Eine Ausnahme gilt dem Richterspruch zufolge nur, wenn die Leistung des Arztes derart unbrauchbar ist, dass sie einer "völligen Nichtleistung" gleichkommt (Az.: 5 U 319/09). Oder die Leistung stellt sogar eine Negativleistung dar. In diesem Falle ist von vorsätzlicher und rechtswidriger Schadenzufügung die Rede.

Wahrheit im Strafrecht ist darum durch das Gericht zu beweisen. Wahrheit im Strafrecht ist mehr als Wahrheit im naturwissenschaftlichen Sinne, weil es auch Gerechtigkeit verlangt. Das sieht man daran, dass es eine sog. Restitutionsklage gibt (§ 580 ZPO).

"Mindestens hunderttausend Intersexuelle soll es allein in Deutschland geben, Schätzungen reichen bis zu einer Million. 'Es gibt viel mehr Betroffene als angenommen', sagt Ulla Fröhling, die 2003 im Links-Verlag das eindrucksvolle Buch 'Leben zwischen den Geschlechtern' * veröffentlichte (welches umgehend und eigenmächtig von der Psychiatrie subsumiert wurde, Anm.) - mit der erklärten Absicht, 'die Idee denkbar zu machen, dass intersexuellen Menschen ein Raum in dieser Gesellschaft zusteht'. Es ist eine Idee geblieben, wie das Beispiel von Caster Semenya zeigt" resümiert vorgenannter Artikel über "Das dritte Geschlecht". Eine fixe Idee ohne Realitätswert muss es auch bleiben, wo Zuhälter ihr neues Zuhause gefunden zu haben scheinen. So bleibt auch die "Schmuddelecke" erhalten.

Es bedarf jedoch etwas mehr denn simpler Projektionen, wenn ein Axiom in Frage gestellt werden soll, zumal in einer kapitalistischen Gesellschaft. Genannte Million als neuen Marktfaktor zu betrachten, würde das Rad im Ansatz drehen können. Das beginnt mit passgerechter Kleidung statt der Replikation medizinjuristischer Fehlinformationen.

Da der Arbeitsmarkt (und seine Arbeitslosigkeit) an die Produktionssphäre geknüpft ist, orientiert sich dieses Webprojekt daran. Schon das Zeigen des Versandes von Bildern der Digitalkamera via email unter Hinzuziehung eines Betriebssystems ist eine wenngleich minimal bezahlte Dienstleistung. Was ist das Gelingen eines intersexuellen Lebens als Lerneffekt für nachfolgende Generationen dann wert? Ist Arte ** der einzige öffentliche Multiplikator, der die Thematik schon vor Jahren verstanden hat?

* Ulla Fröhling. Leben zwischen den Geschlechtern. Intersexualität - Erfahrungen in einem Tabubereich. 2003, Ch. Links Verlag, ISBN 3-86153-290-5
** Themenabend XXY - Geschlechter zwischen Mann und Frau mit einem Beitrag von Ilka Franzmann, Ausstrahlung am 04.07.2002

 

Den öffentlichen Stand der Diskussion gibt das ZDF am 04.10.09 wieder:

Vor fünf Jahren kam Inge per Kaiserschnitt auf die Welt. Doch gleich nach der Geburt ahnen die Eltern, dass bei ihrem Neugeborenen etwas anders ist. Zunächst im Aufwachraum sei alles okay gewesen, erinnert sich Andrea, und die Hebamme habe ihr gesagt, dass es ein Junge sei. Aber als Nico, der Vater des Kindes, dazu kommt, entsteht bei den jungen Eltern große Verwirrung. Nico: "Ich hatte da schon unser Kind gesehen und mit dem Arzt gesprochen und der hatte zu mir gesagt: Es ist wahrscheinlich ein Mädchen."

Die jungen Eltern Andrea und Nico verstehen die Welt nicht mehr. Von den Ärzten erfahren sie, dass ihr Kind intersexuell ist, eine Scheide und eine Gebärmutter, aber auch einen kleinen Penis und Hoden hat. Die Mutter ist zunächst fassungslos: "Das schmeißt einem natürlich schon das komplette Weltbild durcheinander, dass es eben nicht nur Mann oder Frau, Mädchen oder Junge gibt, sondern wirklich Menschen gibt, die genau dazwischen stehen."

Inges Eltern entscheiden sich gegen den Rat der Ärzte. Ihr Kind wird trotz männlicher XY-Chromosomen nicht zu einem Jungen umoperiert. Sie tun damit nach Expertenmeinung instinktiv das Richtige. Im Rahmen einer Studie hat die Professorin der Uniklinik Hamburg, Hertha Richter-Appelt, mit vielen intersexuellen Menschen gesprochen, die schon im Kindesalter operiert wurden. Sie kommt zu der Erkenntnis: "Die betroffenen Erwachsenen sind ganz stark dafür, dass sie selber bestimmen können. Es gibt ganz wenige, die sagen: Mir wäre es am Liebsten gewesen, ich hätte es gar nicht gewusst. Also ich glaube, ein ganz wichtiger Punkt heutzutage, wenn ein Kind geboren wird, das keine eindeutigen Geschlechtsteile hat, ist, dass zunächst gar nichts gemacht wird, außer Diagnostik."

Inges Eltern haben sich gegen alle Widerstände entschieden, ihr Kind so aufwachsen zu lassen, wie es ist, mit zwei Geschlechtern. Ein mutiger Schritt, wie die Mutter bestätigt: "Teilweise hatte ich schon Schwierigkeiten, sie vor anderen Leuten zu wickeln. Ich habe immer gedacht: Kommt da jetzt eine Frage, oder kommt da jetzt keine Frage." Inge wächst nun als kleines Mädchen auf, auch wenn sich, wie die Eltern sagen, bei ihr schon ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass bei ihr etwas anders ist. Ob sie ein Mädchen bleiben möchte, wird sie wohl erst in ihrer Pubertät entscheiden. (zdf.de)

Um die Dimension des Beitrages zu umschreiben, sei verweisen auf den Song "Kinder sind tabu" der Popgruppe Pur, welcher ehedem in Zusammenarbeit mit der Organisation Lobby für Menschenerechte e.V. entstand. Die Lobby ist mit der Thematik des Umgangs mit intersexuellen Kindern vertraut.

Besucher dieser Webseite waren: LMU München und Hochschule Niederrhein. Letztere verfügt über eine Textil- und Bekleidungsabteilung.

 

Der Reproduktionssphäre alter Schule zugehörig:

"Schliesslich sei - im Rahmen dieser Arbeit nur sehr kurz - auf Untersuchungen / Ergebnisse zum Intelligenzniveau bzw. zu kognitiven Fähigkeiten von AGS-Patientinnen hingewiesen. Mehrfach wurde von höheren Intelligenzniveaus dieser Patientinnen gegenüber der Normalpopulation berichtet (mittlerer IQ einer Gruppe von N=13: 115, N=58: 111). Unterschiede gegenüber gesunden Geschwistern oder den Eltern lagen aber nicht vor. (Dittmann, Ralf W.: Pränatal wirksame Hormone und Verhaltensmerkmale von Patientinnen mit den beiden klassischen Varianten des 21-Hydroxylase-Defektes; Teilauswertung finanziert von der VolkswagenStiftung (Az. I/37 302) ab 1982) Für jede Diagnostik gibt es dergleichen Aussagen in der Fachliteratur.

Zwischenzeitlich wird psychologisch die Herausbildung eines starken Ich bereits im Kindesalter über die Perpetuierung von Geschlechterstereotypen präferiert. "Die psychologischen Vorstellungen, wie sich das menschliche Ich entwickelt, haben sich mit der Zeit gewandelt. Die moderneren Psychotherapieschulen gehen eher davon aus, dass das Ich von Anfang an über weit mehr Fähigkeiten verfügt als Sigmund Freud annahm. Die Säuglingsforscher sprechen mittlerweile vom kompetenten Säugling, der über eine Fülle von Fähigkeiten verfügt, wenn er auf die Welt kommt. Und die Hirnforschung kann zeigen, wie nach der Geburt aus unbewussten Prozessen langsam das bewusste Ich entsteht." (Hessischer Rundfunk, Fundstück im www) Ferner: "Eine besondere Herausforderung für medizinische, aber auch soziale und psychologische Entscheidungsfindungen stellen Fehlbildungen des Genitale beim Neugeborenen dar, die keine eindeutige Zuordnung zu männlich oder weiblich erlauben. Hier ist ein Konsens zwischen verschiedenen Fachrichtungen der Medizin mit Eltern und Psychologen zu erreichen, der eine höchstmögliche Lebensqualität und Zufriedenheit für das betroffene Kind erlaubt." (Diagnostik und Betreuungsansätze bei Intersexualität)

Worauf künftig zu verzichten ist

"The procedures of sex reassignment were originally developed for the rehabilitation of patients whose natal sex was ambiguous or hermaphroditic and whose body image developed to be discordant with that of the sex in which they had been officially named and registered, and in which they were socially assigned and reared." (John Money in Current Concepts in Transgender Identity 1998)

     
   

29.10.09 Leid

Leiden - das heißt sterben und gleichzeitig am Leben bleiben. Die überwältigenste Erfahrung, die man machen kann. Manchmal könnte ich schwören, daß wir nicht dafür geschaffen sind, so etwas zu durchleben. Es ist einfach zu viel - der Körper richtet sich selbst zugrunde bei all diesem Wogen und Branden.

Leiden vereint einen wieder mit dem, was man verloren hat. Es ist wie eine Verschmlezung - man begleitet das geliebte Etwas oder die geliebte Person, die weggeht. In gewisser Hinsicht trennt man sich von sich selbst und leistet ihr Gesellschaft, begleitet sie auf ihrem Teil ihrer Reise. Man folgt ihr, soweit man eben kann. Ich hatte mal diesen Hund, Hank, den ich sehr liebte. Ich war ungefähr siebzehn oder achtzehn - also gerade in das Alter gekommen, in dem ich selbst Entscheiungen treffen konnte. Der Hund erkrankte, und wir brachten ihn zum Tierarzt. Es hieß, er habe Rattengift gefressen und sei innerlich nur noch ein Sack voller Blut und die nächtsen vierundzwanzig Stunden würden darüber entscheiden, ob er überlebt. Ich ging nach Hause und wartete und so um elf Uhr nachts schlief ich ein. Der Tierarzt wollte mich am Morgen anrufen, wenn er in die Praxis kam - um mir mitzuteilen, ob Hank die Nacht überstanden hatte. Ich stand also um halb acht auf und wartete auf den Anruf. Ich ging ins Bad - ich wollte mir die Zähne putzen - und plötzlich sah ich Hank in einer Ecke des Badezimmers. Er steig langsam , auf eine sehr angemessene, würdevolle Weise, unsichtbare Stufen hinauf. Ich sah zu, wie er nach oben stieg und dann in der Decke des Badezimmers verschwand. Er blickte kein einziges Mal zurück. Ich wusste, dass er gestorben war. Dann klingelte das Telefon, und der Tierarzt teilte mir mit, dass Hank tot war. Aber ich sah ihn immer noch nach oben gehen. Und ich empfand ein schreckliches, überwältigends Leid und ich verlor mich selbst darin und folgte ihm die verdammten Stufen hinauf.

Aber schließlich vergeht das Leid, und man wird wieder Teil dieser Welt. Ohne ihn. Man weint, man weint immer wieder, weil man nie ganz von dort zurückkehrt, wohin man ihn begleitet hat - ein Stück deines pulsierenden Herzens bleibt für immer da. Ein Klümpchen. Ein Schnitt, der nie heilt. Und wenn einem - sollte so etwas immer wieder geschehen - letztlich ein zu großer Teil des Herzens abhanden kommt, kann man kein Leid mehr empfinden. Dann ist man bereit zu sterben. Dann steigt man selbst die Stufen hinauf, und jemand anderes bleibt zurück, der um einen trauert.

aus Philip K. Dick: Eine andere Welt

     

13.11.09 Infiltration

In Unganda wurde jetzt die Todesstrafe bei homosexuellen Handlungen eingeführt. Weil es chic ist, nicht rassistisch zu sein, sind manche Kreise Anlaufstelle für Schwarze. In meiner Umgebung tauchte vor Monaten ein Nigerianer auf, Mittelstand, zwei PKW, Haus zu Hause, welcher die Geschlechter strikt trennt. Das ist soweit nichts Neues, wenn auch nicht mehr unbedingt up to date.

Aufmerksam wurde ich, als ich mitbekam, dass überhaupt keine EDV-Kenntnisse vorhanden sind ausser im Internet surfen, aber mit völliger Selbstverständlichkeit verlangt wurde, dass ich Flyer für eine ansässige christliche Gruppe entwickele.

Das Fass zum Überlaufen brachte dann die Aussage, er sei Theokrat und die Demokratien wie etwa in USA und Europa seien doch nur relativ. Wir diskutierten dann noch ein wenig über die Verfassung einer freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung.

Weil ich meine miesen Gefühle nicht losbekam und auch an die verstümmelnden Ärzte denken musste, warf ich einen Blick in den Verfassungsschutzbericht 2008 und fand auf Seite 255ff folgende Parallen zum Islamismus:

Theorkatie
Unpolitische Eigenverortung
Leitung ausserhalb Europas / USA
Schwerpunkt Missionierung
Keine Trennung von Staat und Religion
Widerspruch zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern (und etwas anderes - Homosexuelle, Intersexuelle - wird ohnehin nicht zugelassen)
Desintegrative Entstehung einer Parallelgesellschaft als Folge

Es sind nicht die Hassprediger, die schleichende Änderungen auch im Westen erreichen wollen wie auch kein Arzt den Eltern sagt, dass ihr intersexuelles (oder ehedem homosexuelles) Kind ja wohl das Letzte sei. Die Angelegenheit verläuft viel subtiler und stärker auf der Marketingebene. So hat es vier Monate gedauert, bis das Prinzip verstanden wurde (siehe unten vom 28.07.09)

Exkurs: Kognitive Aktivitäten gehen auf episodisches und semantisches Wissen zurück; episodisches Wissen ist autobiographisch und enthält Erinnerungen an Ereignisse, die zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort stattfanden. So ist die Erinnerung an das, was man gestern zu Abend gegessen hat, episodisch. Das semantische oder Alltagswissen setzt sich aus faktischen, konzeptuellen und linguistischen Informationen zusammen; es enthät u.a. die Defintionen von Wörtern und das Wissen von Begriffen wie Verursachung und Bedeutsamkeit. Diese Unterscheidung zwischen episodischer und semantischer Information löste Untersuchungen über alltägliche Aktivitäten wie Lesen, Sprechen und Verwendung konzeptuellen Wissens beim Problemlösen aus. Dennoch ist diese Distinktion nicht trennscharf. Unser Alltagswissen geht auf unser Wissen von episodischen Informationen zurück, und es gibt keinen diskreten Punkt, an dem Informationen ihre Anbindung an Kontextinformationen verlieren. Episodisches und semantisches Wissen läßt sich vor allem nach dem Ausmaß unterscheiden, indem es sich auf Kontextinformationen bezieht.

aus: Kognitive Psychologie von Wessels; in dem Buch geht es auch um die Erforschung von Begriffen und Kategorien. Es ist von Interesse bei der Erklärung, warum Intersexuelle trotz einer Population von 1.7% nicht zum semantischen Wissen der meisten Menschen zählen.

     
   

„Wir glauben, Erfahrungen zu machen,
aber die Erfahrungen machen uns”
(Eugène Ionesco)

November 2009 In der Drucksache 19/4095

Der gute Wille der Hamburger Bürgerschaft und des Hamburger Senates, zwischengeschlechtliche Menschen in das Bewußtsein der Bevölkerung zu rufen und ihnen in der Gesellschaft mehr Raum zu geben, ist deutlich erkennbar. Anstatt sich aber für ein bundesweites Beratungszentrum mit psycho-pathologisierenden Strukturen - womöglich noch im Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf - auszusprechen, sollte es den Erfahrungsschatz der schwerstgeschädigten Kinder von einst berücksichtigen, die einem Beratungszentrum ein klares NEIN erteilen.

Mit geringen finanziellen Mitteln der Stadt und dennoch sehr öffentlichkeitswirksam wäre die Einrichtung eines weltweit einzigartigen Informations- und Schulungszentrums für zwischengeschlechtliche Menschen an der Hohen Brücke 2 im historischen Sturmflutwarnhäuschen der Freien- und Hansestadt Hamburg. Dieses könnte und sollte von den einstigen Kindern geleitet und mit Leben erfüllt werden, die in der Freien- und Hansestadt Hamburg Opfer geworden sind. Für dieses Konzept sprechen folgende Gründe:

1. Die Freie- und Hansestadt Hamburg möchte sich mit der "Hamburger Speicherstadt" für den Titel "Weltkulturerbe" der UNESCO bewerben, so daß ein Informations- und Schutzzentrum für den dritten Teil der Menschheit im alten Sturmflutwarnhäuschen in diesem Areal optimal liegen würde. Die Chancen für den Titel "Weltkulturerbe" würden mit der Einbindung eines derartigen Informations- und Schutzzentrums schon deshalb steigen, weil die Geschichte und Zukunft der Zwischengeschlechtlichkeit für die gesamte Menschheit von Bedeutung war und ist.

2. Das Sturmflutwarnhäuschen hat einen hohen symbolischen Stellenwert, was die Rettung von Menschenleben in Hamburg in früheren Zeiten anbelangt.

3. Das Sturmflutwarnhäuschen liegt an der Alsterdampfer-Touristentour des "Fleetenkiekers", der jährlich tausende von Hamburg-Besuchern aus aller Welt an diesem historischen Häuschen vorbei - und in die Speicherstadt hineinfährt und dabei die Geschichte des Sturmfluthäuschens erzählt. Genauso wie auf dieser Alsterdampferfahrt die Tatsache erzählt wird, daß der Bürgermeister dieser Stadt am arbeiten ist, wenn die kleine Flagge am Rathausfenster sichtbar ist. Die neue Nutzung des Sturmflutwarnhäuschens als weltweit erstes und einzigartiges Informations- und Schutzzentrums würde bestimmt von den Alsterdampfer-Kapitänen/Innen verkündet werden. Zumal, wenn die alte Originalfigur oder auch ein neues Duplikat der historischen Hamburger Hermesstatue auf dem Dach dieses Häuschens schützend über diesen Menschen steht.

4. Das Sturmflutwarnhäuschen liegt gegenüber dem Miniatur-Wunder-Land und in unmittelbarer Nachbarschaft des alten Hamburger Waisenhauses. Auch unter diesem Gesichtspunkt wäre das Informations- und Schutzzentrum für zwischengeschlechtliche Menschen im alten Sturmflutwarnhäuschen gut aufgehoben.

5. Die geplante Elbphilharmonie als Prestigeobjekt der Freien- und Hansestadt Hamburg, das vielen Menschen dieser Stadt, wegen der Unsummen, die es verschlingt, ein Dorn im Auge ist, würde auch gleich in einem viel sympathischeren Licht erscheinen, wenn damit gleichzeitig ein Anliegen der Menschheit kombiniert wird. Ein winziger Platz für den dritten Teil der Menschheit in diesem neuen Plan-Quadrat der Freien- und Hansestadt Hamburg, damit diese Menschen in der gesellschaftlichen Mitte ankommen und nicht irgendwo in einem pathologisierenden Beratungszemtrum, wo jeder und jede Bürger/In von Anfang an gleich wieder an Krankheit denkt, thematisiert werden. Dieser Diskurs sollte im 21. Jahrhundert endlich ein Ende finden. Das weltweit erste und einzigartige Informations- und Schutzzentrum auf der Hohen Brücke 2 würde quasi im schützenden Wind-, aber nicht mehr im Sonnenschatten der Philharmonie liegen. Der dritte Teil der Menschheit wäre dann endlich sichtbar in der Mitte der Zivilgesellschaft angekommen und nicht auf ein Neues in hermetisch abgezirkelten Räumen am Rande der Gesellschaft in einer medizinisch-pathologischen Umgebung in Form eines Beratungszemtrums zum Verkümmern verdammt sein. Der Besucheransturm im neuen Plan-Quadrat von Hamburg wird im nächsten Jahrzehnt erheblich zunehmen, so daß davon auch zwischengeschlechtliche Menschen in ihrem Bekanntheitsgrad abseits eines pathologischen Diskurses einen großen Gewinn hätten.

Zur Information: die Antwort aus Karlsruhe (BVerfG) innerhalb von acht Tagen

Nachdem die Hamburger Bürgerschaft und der Senat einstimmig beschlossen hat, daß die medizinischen Interventionsunterlagen von zwischengeschlechtlichen Menschen in Zukunft 75 Jahre aufbewahrt werden sollen, wurde in Karsruhe zur Vorbereitung einer Verfassungsbeschwerde gegen das Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf ein Aktenzeichen erwirkt, auf dem unter anderem auch der Beitrag von Michel Reiter "Medizinische Interventionen als Folter" abgeparkt wurde, damit diese Fakten später für die Verfassungsbeschwerde herangezogen werden können. Die Ausführungen sind vom BVerfG gebührend zur Kenntnis genommen und drei Fragen vom Präsidialrat des Bundesverfassungsgerichtes in beglaubigter Form von dem Ministerialrat Dr. R. beantwortet worden. Die juristische Notfallambulanz hat in dem Schreiben auch gleich den Erste-Hilfekoffer für rechtliche Sofortmaßnahmen am juristischen Unfallort zur Lebensrettung der Verfassungs beigefügt (Merkblatt für die Erhebung und formfehlerfreie Einreichung einer Verfassungsbeschwerde).

Da sich die Opfer aus dem Verein für Intersexuelle Menschen e.V., die behaupten, daß ihnen die Herausgabe ihrer Akten verweigert wird, bisher nicht zu einer Klage oder Verfassungsbeschwerde gegen das UKE entschlossen haben, muß noch auf die passende Gelegenheit gewartet werden.

Daß das UKE ein immer trostloseres Bild in Sachen Rechtsstaatlichkeit und Demokratieverständnis in der Thematik "Zwischengeschlechtlichkeit" abgibt, war nicht anders zu erwarten, so daß es nicht verwunderlich ist, daß die Rechtsabteilung des UKE's in Jahren nicht zu Stande gebracht hat, wofür das BVerfG nur eine Woche benötigt: Drei Fragen durchlesen, den Beitrag von Michel Reiter zur Folter in deutschen Kinderkliniken zur Kenntnis zu nehmen, zwei E-Mails bearbeiten und dann auch noch ein beglaubigtes Antwortschreiben von einem Ministerialrat auf den Postweg bringen. Davon kann sich das "Campe out of Justice" (UKE) eine Scheibe abschneiden.

Mit Prof. Dr. phil. Bernhard Dahme (Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Universitätsprofessor i.R. der Klinischen Psychologie / Verhaltenstherapie an der Universität Hamburg, Schwerpunkt im Selbstmanagementansatz und in der Erforschung psychophysiologischer Störungen mit Schwerpunkt Asthma. Zahlreiche Publikationen im Bereich Klinischer Psychologie), der als Erstgutachter den Epos an wissenschaftlich-psychologischen Schwachsinn über zwischengeschlechtliche Kinder abgenommen hat, kann und konnte sich das UKE rechtsstaatlich auf diesem Gebiet nicht profilieren und wird dieses auch niemals können. Zweitgutachterin dieses über 400-Seiten langes Epos an medizinisch-wissenschaftlich perpetuierter Kriminalität ist Prof. Dr. med. Hedwig Wallis (siehe diesbezüglich die Hamburger Bürgerschaftsdrucksache 19/1993) gewesen. In Karlsruhe jedenfalls ist das UKE fürs erste schon mal mit seinem psychopathologischen Diskurs und dessen jetzt anstehender Ausweitung sowie den chirurgischen Verbrechen zur Kenntnis genommen und aktenkundig registriert worden.

Das Aktenzeichen wird lediglich auf Wunsch an die schwerstgeschädigten ehemaligen Kinder-Opfer, die sämtliche namentlich in Disseratationen mit Geburtsdaten auftauchen (ca. 800 Stück) herausgegeben, damit sich nicht irgendwelche Trittbrettfahrer/Innen, die niemals Opfer waren, sich aber - aus welchen Gründen auch immer - unter die wahren Opfer gemischt haben - nicht dazwischen funken können. Bisher sind in der BRD übrigens bei der größten Selbsthilfegruppe für zwischengeschlechtliche Menschen - bei der AGS-Eltern- und Patienteninitiative mit ca. 400 Mitgliedern - überhaupt erst vier bis sechs ehemalige Opfer aus den bundesrepublikanischen Kinder-KZ-Ambulanzen aufgetaucht. Diese namentlich aufgetauchten Opfer konnten sämtlich in Dissertationen gesichteten zwischengeschlechtlichen Kindern mit Name, Geburtsdatum und diversen medizinischen Interventionen zugeordnet werden.

Die meisten (angeblichen) Opfer, die aufgetaucht sind, haben sämtliche weit jenseits des 18. Lebensjahres mit ihrer eigenen Unterschrift die medizinisch-chirurgischen Verbrechen besiegelt, so daß es in diesem Bereich schwierig ist, die tatsächlich zwischengeschlechtlichen Menschen von transsexuellen Menschen zu unterscheiden, da sich die Grenze durch die chirurgischen- und psychologisch-psychiatrischen Verbrechen oftmals verwischt. Es gibt in dieser Gruppe nämlich zum einen die zwangstranssexualisierten wahren zwischengeschlechtlichen Opfer, die als Kiner chirurgisch und psychologisch manipuliert worden sind, und dann als Erwachsene entdecken, daß sie ursprünglich zwischengeschlechtliche Menschen waren und dann haben Sie die wahren Transsexuellen, die genauso wie bestimmte zwischengeschlechtliche Menschen jenseits des 25. Lebensjahres eigenständig für die chirurgischen Interventionen unterschrieben haben. In der Gruppe derjenigen, die sich als zwischengeschlechtliche Opfer bezeichnen, wird es also bei denjenigen, die nach dem 25. Lebensjahr eigenhändig unterschrieben haben, sehr schwer, wahre zwischengeschlechtliche Opfer, von denen der Trittbrettfahrer/Innen zu unterscheiden, die auf Kosten der wahren, zwischengeschlechtlichen Opfer auch gerne eine Entschädigung für eine rückwirkend betrachtet nicht richtig getroffene Lebensentscheidung als Transsexuelle haben möchten.

The Pearce Sisters out of Ten Sorry Tales

Q: "Was hitler a hermaphrodite?" A: "I read that he had only one testicle. That does not make him a hermaphrodite. A hermaphrodite has both sex organs." Nein, so einfach ist es nicht. Die aktuelle Wirtschaftskrise wird darüber hinaus mit der Situation in den 1930er Jahren verglichen.
Ein Global Player spielt nicht mit und weiss sicherlich mehr: Volkswagen schafft > 1000 neue Arbeitsplätze in Osnabrück für die Produktion der Kleinserie Golf Cabrio, entlässt aber zunächst 800 Beschäftigte. Gegenwert: 39 Millionen Euro durch Übernahme von Karmann. (20.11.09)
Gibt es eine Parallele zum vorangestellten Beitrag (in beiden ist die Rede von 800 Personen), wäre zu lernen, wie Wirtschaftsentscheidungen funktionieren. Ausserdem fuhr Hitler wie viele Staatsoberhäupter einen Mercedes.

Mein Vater frage mich: «Bist du schwul?»
- «Spielt das eine Rolle?»
Er sagte «Nein, spielt keine Rolle».
- «Ja, ich bins.»
«Weg mit dir aus meinem Leben», rief er.
Ja, es spielte eine Rolle.

Mein Chef fragte mich: «Bist du schwul?»
- «Hätte das eine Bedeutung?»
«Ehrlich gesagt, nein» sagte er.
Daraufhin bejahte ich.
«Weg von hier», rief er.
Ich glaube, es hatte eine Bedeutung.

Ein Freund fragte mich, ob ich schwul sei.
- «Ist das wichtig?»
«In keinster Weise», antwortete er.
Vertrauend offenbarte ich mich also.
«Nenne mich ja nicht 'Dein Freund'», schrie er.
Ja, es war wichtig.

Mein Liebhaber fragt mich «Liebst du mich?»
- «Bedeutet das etwas?»
«Es bedeutet sehr viel», antwortete er.
«Ja, ich liebe Dich.»
Er nahm mich fest in die Arme.
Zum ersten Mal in seinem Leben
war ihm etwas wirklich von Bedeutung.

Gott fragte mich:
- «Magst du dich selbst?»
«Spielt das vielleicht eine Rolle?» fragte ich.
Gott sagte «Ja, sicher!»
- «Wie könnte ich mich selber gern haben, da ich schwul bin?»
Und Gott antwortete mir: «Ich habe dich so gemacht.»
Von da an gab's nichts mehr, was mich gekümmert hätte.

 

     
der Blick in die Zukunft ab Januar 2010, research of Heinz Voss: Making Sex Revisted. Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive, ISBN 978-3-8376-1329-2 Sachliches Buch, das die Annahme einer Alleinexistenz zweier Geschlechter genetisch widerlegt. der Blick in die Vergangenheit ab Februar 2010: XX0XY ungelöst.
Hermaphroditismus, Sex und Gender in der deutschen Medizin. Eine historische Studie zur Intersexualität, ISBN 978-3-8376-1343-8 HAZOP Study (IEC 61882 Gefährdungs- und Betreibbarkeitsuntersuchung).

12.12.09 Zwei Bücher erscheinen neu

Dazu:

1. Die primäre Selbstidentifikation eines Menschen als Mann oder Frau - einschließlich des zugehörigen Komplexes von Verhaltensweisen, Vorstellungen und Wünschen - hängt von dem Etikett ab, die ihm in früher Kindheit zugewiesen wird. Im Normlfall entspricht diese Etikettierung den biologischen Unterschieden in Chromosomen, Hormonen und Morphologie. Die biologischen Unterschiede treten also nicht als Ursache der sozialen Rollendifferenzierung auf, sondern als Signal dafür. (Genforschung 1986)

2. Vermutete theoretische Parallprinzipien zur vor rd. 25 Jahren begonnenen Frauenforschung, welche die Thematik Geschlecht überhaupt erst beachtet hat: 1. das Prinzip 'bewußter Parteilichkeit', 2. das Prinzip der 'Sicht von unten' (dies bedeutet eine horizontale Beziehung zwischen Forschern und Erforschten), 3. das Prinzip der bewußten Teilnahme an der emanzipatorischen Aktion (Emanzipation), 4. Ziel des Forschungsprozesses ist die Veränderung des Status quo, 5. ergibt sich die Wahl des Forschungsgegenstandes aus den Erfordernissen der Queerbewegung, 6. werden die Erforschten und die Forschenden in einem zweiseitigen Bewußtwerdungsprozeß in der 'befreiten Aktion' zu Subjekten, was 7. zu einer Aneignung der Geschichte durch die Queers als Subjekt führen soll. (Hans Jörg Sandkühler: Europäische Enzyklopädie zu Philosophie und Wissenschaften)

3. "Mann, Frau, Kind Monster" - diese Figuren treten in Geschichten auf. Es ist, als hätten John Money und seine Naziapologeten ein Buch für 30 Euro gekauft im Bildverlag und die Geschichten auf das Grausamste nachgespielt. Nicht einmal bis zu einer Story (Archeplot: Kausalität, geschlossenes Ende, lineare Zeit, äußerer Konflikt, einzelner Protagonist, konsistente Realität, aktiver Protoganist; Miniplot: offenes Ende, innerer Konflikt, mehrere Protagonisten, passiver Protagonist; Antiplot: Zufall, nichtlineare Zeit, inkonsistente Realtiäten; Nonplot: Stillstand) hat es gereicht, denn typische Fragen einer Story sind:

Wie verdienen sich meine Figuren ihren Lebensunterhalt?
Wie sieht die Politik in meiner Welt aus?
Wie sehen die Rituale meiner Welt aus?
Wie nehmen meine Figuren die Mahlzeiten ein?
Was für Werte gibt es in meiner Welt?
Was ist das Genre oder die Kombination von Genres?
Was sind die Biographien meiner Figuren?
Was ist die Backstory?
Wie sieht die Gestaltung meiner Rollen aus?

Anders formuliert zur Dynamik eines Drehbuches: Das Wesen von Realität ist Knappheit, ein universaler und ewiger Mangel. Es gibt von allem nicht genug auf dieser Welt. Nicht genug Nahrung, nicht genug Liebe, nicht genug Gerechtigkeit und niemals genug Zeit (ausser wir sind langzeitarbeitslos, dann mangelt es vor allem an Geld). Wir leben in einem unaufhörlich kürzer werdenden Schatten, und wenn wir in unserem kurzen Dasein irgend etwas erreichen wollen, damit wir nicht in dem Gefühl sterben, unsere Zeit vergeudet zu haben, müssen wir uns in einem schwindelerregenden Konflikt mit den Kräften des Mangels stellen, die uns unsere Wünsche verwehren.
Schriftsteller, die die Wahrheit unserer vergänglichen Existenz nicht begreifen können, die, von den unechten Tröstungen der modernen Welt in die Irre geführt, glauben, das Leben sei leicht, wenn man erst einmal die Spielregeln kennt, geben dem Konflikt eine falsche Note. Ihre Drehbücher mißlingen aus einem von zwei Gründen: entweder aufgrund einer Überfülle bedeutungsloser und absurd brutaler Konflikte oder aufgrund eines Mangels an bedeutungsvollem und auf ehrliche Weise dargestellten Konflikt.
Absurd brutale Konflikte werden von Leuten geschrieben, die zwar alle Anweisungen aus dem Handbuch befolgen, um Konflikte herzustellen, an den wahren Kämpfen des Lebens aber kein Interesse haben oder ihnen gegenüber stumpf sind und daher ein unglaubwürdiges, übertriebenes Ersatzchaos erfinden.

4. Verwiesen werden sei schliesslich auf das Gendiagnostikgesetz: Die umstrittenen Bluttests bei Bewerbern in Unternehmen sorgten 2009 für Wirbel. Zwar wurden keine genetischen Tests durchgeführt. Trotzdem tritt am 1. Februar das Gendiagnostikgesetz in Kraft. Es verbietet dann auch noch mal ausdrücklich gendiagnostische Untersuchungen am Arbeitsplatz.

Erwartetes Fazit: Die Bücher sind eine solidarische Leistung. Und es kann konstatiert werden, dass die Intersexvariante AGS / CAH, lokalisiert auf Chromosom 6 und Genabschnitt CYP21A2, besonders häufig bei Eskimos vorgefunden wird und psychomedizinische Eingriffe juristisch unter dem Aspekt des versuchten Völkermordes betrachtet werden können.

Grundlage dieser Überlegungen sind Aussagen wie diese aus einer langen Geschichte der Imperialpolitik: "Once a decision has been made to raise a newborn as female, surgery for those with virilized genitalia caused by CAH is recommended when the patient has a high proximal junction between the vagina and urethra. Surgery on infants with ambiguous genitalia requires a high degree of expertise and should only be performed in centers with significant experience. Based on recent clinical experience, the recommended time for surgery is at age 2–6 months; although, at present, this is not universal practice. It is important to note that surgery at this stage is technically easier than at later stages." (Consensus Statement on 21-Hydroxylase Deficiency from The Lawson Wilkins Pediatric Endocrine Society and The European Society for Paediatric Endocrinology 2002)

Recherchequellen für die eigene Zukunft und in eigener Sache sind darum das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven sowie das Hamburger Institut für Sozialforschung von Jan Philipp Reemtsma. Auf der Webseite von br-online.de ist in Vorbereitung zu finden, dass die meisten Eskimos sich selbst Inuit nennen, das heißt einfach nur Mensch. "Die Inuit sehen die Welt als eine große Gemeinschaft von beseelten Dingen. Sie selbst sind Teil dieser Gemeinschaft in der alle, egal ob Mensch oder Tier, gleich viel wert sind. Alle Seelen sind miteinander verwandt, sind sich ähnlich. ... Auch die Eskimos haben inzwischen Häuser, mit Heizung, Kühlschrank und Fernseher. Viele Eskimos haben ihre Heimat verlassen, um in den Städten des Südens Arbeit zu bekommen. Andere blieben im Norden und fanden einen Job auf den Öl – und Gasfeldern, von denen es besonders in Alaska viele gibt."

Ausserhalb des Romans Middlesex (von Jeffrey Eugenides 2003 mit Thematisierung des 5-alpha-Reduktasemangels auf Chromosom 5) wurde das Auftreten einer intersexuellen Geburt noch nicht als genetische Migration begriffen. Interviews mit dem Autor finden sich zur Erinnerung rechts.

 

 

Zum aktuellen Diskurs, wie der kritische Mainstream ihn führt, ist erschienen
Aus dem Bio-Baukasten - SeXY Gene. GID Spezial: 9, Dezember 2009

Inhaltsverzeichnis:

Aus dem Bio-Baukasten: SeXY Gene
Einführung
GID-Redaktion
Zwitter, Zweifel, Zwei-Geschlechter-Norm
Überblick
Ulrike Klöppel
Institut für Geschichte der Medizin
Angeboren oder entwickelt?
Zur Biologie der Geschlechtsentwicklung
Heinz-Jürgen Voß
lehrt zu Geschlecht und Biologie an verschiedenen Universitäten
Intergeschlechtlichkeit ist kein medizinisches Problem
Zur Pathologisierung von Intergeschlechtlichkeit
Internationale Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen (IVIM)
Zweigstelle von OII mit Sitz in Berlin
Sexistische Genetik und ambivalente Medizin
Fragwürdige DSD-Nomenklatur

Curtis E. Hinkle
Gründer von Organisation Intersex International (OII)

Vielfalt zulassen? Wir sind dafür!
Stellungnahme des Vereins Intersexuelle Menschen e.V.
Dokumentation
Verein mit Sitz in Hamburg
Homogen -
Traditionen und Spekulationen über die genetische Bedingtheit der Homosexualität
Rainer Herrn
Institut für Geschichte der Medizin
Natürlich Anders?
Zur aktuellen Debatte über genetische Faktoren der Homosexualität
Mike Laufenberg
Max Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte
Genetische Grundlagen als gutes Argument?
Warum die Endeckung des Homo-Gens nicht mehr Akzeptanz bedeutet
Renate H. Rampf
LSVD

zu bestellen bei Gen-ethisches Netzwerk e.V., Brunnenstr. 4, 10119 Berlin, Tel. 030 44 01 72 54 für 6,50 Euro zzgl. Porto

     
     
First, when there's nothing but a slow glowing dream
That your fears seems to hide deep inside your mind
All alone I have cried, silent tears full of pride
In a world made of steel, made of stone ...
(Flashdance)
 
     
   

07.01.2010 Ein kategorialer Fehlschluss

Wer arbeitssuchend ist, wird derzeit dem BMAS zugeordnet, von wo soziale Leistungen bezogen werden. In einem Arbeitskontext aber wurden Intersexuelle bislang systematisch nicht betrachtet. Auch die Publikation des GID (siehe unten vom 12.12.09) spannt keinen Bogen zur monetären Welt einer Berufsausübung so wenig wie das Netzwerk DSD, welches einen Bericht für "Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer und für Eltern" in 2008 herausgab.

Die Konstatierung "Tief sitzt in vielen Köpfen die Vorstellung, dass alle Menschen entweder Männer oder Frauen sind, und sonst nichts" ist zwar richtig, aber eine Analyse wie Biologie und Medizin dazu beigetragen haben, die Vorstellung (zweier Geschlechter) zu stützen sowie biologische Ansätze zu diskutieren, "mit denen sich die genetische Determinierung von Männlichkeit und Weiblichkeit in Frage stellen lässt" oder auch Kritik an der Präimplantationsdiagnostik sind allesamt Fragestellungen, die dem BMFSFJ zugeordnet sind - wie sich auch die Behandlung im Einzelfall und Forschungsgelder vom BMBF zwischenzeitlich auf 4,3 Millionen Euro summieren, die Gehälter in diesem Feld Tätiger nicht gerechnet.

Würde man Eltern sagen, "Ihr Kind hat einen IQ von 125 und die differierende Genetik stammt von den Inuit ab" wäre das Pathologisierungsprotokoll weitgehend beendet, das Gezetere auch, und bei Diskriminierung beginnend im Kindergarten, wo bekanntlich alle Erziehung und berufliche Bildung beginnt, verweist man auf eine solche wegen der Rasse und damit auf das Grundgesetz. Eine Solidarisierung mit Migranten ist dann einfach und das Anstreben eines Universitätsabschlusses obligatorisch. Schon sähe die Biographie im Einzelfall anders aus und auch der Staat hätte bei anschliessender Berufstätigkeit Steuereinnahmen zu verzeichnen. Einem dem BWL zugewandten Juristen ist eine solche win-win Verkehrung sofort zugänglich.

Dann aber wäre das Stammesethos 'Jäger und Sammler' nicht mehr das Diktum und es würde nicht gefragt werden: "Sind Sie neugierig? Im Beruf, zum Spaß oder auch als Lebensaufgabe - kaum etwas ist interessanter als das Sammeln von Phänomenen und das Erforschen kausaler Zusammenhänge. Dabei zieht es die Sammelnden immer zu den Besonderheiten: Ob Briefmarken, Verfassungen oder Verhaltensweisen, es sind die seltenen Fälle, die mehr Aufmerksamkeit bekommen. Wenn alle Briefmarken viereckig sind, gilt die Faszination denen mit nur drei Seiten. Allein die schiere Quantität der Einen schafft die Kategorie der Anderen."

Es würde gefragt werden: "Warum sind Sie arbeitssuchend mit einem IQ von 125? und wo Sie doch eine Geschäftsidee in die USA transferieren konnten?" und es wird festgestellt, dass alle Stellenausschreibungen mit dem Label (m/w) versehen sind - es handelt sich offensichtlich um einen Systemfehler. Berufstätige Intersexuelle zu sammeln ist darum sicherlich ein lohnendes Projekt, das auch das BMAS interessieren dürfte. Denn aller Anfang ist das Problemlösen und die Datenbasis. Dafür werden Statistiker bezahlt und aus dem Konglomerat Bildung / Verantwortung errechnet sich das Gehalt.

 

 

Eine kluge, hilfreiche Antwort tags darauf:

Inuit-Frau in Deutschland: «Ich friere hier sehr»

Bielefeld (dpa) - Deutschland versinkt im Schnee. Viele Menschen frieren - Dorthe Köhler aber ist seit dem Wintereinbruch glücklich. Die 54 Jahre alte Inuit-Frau aus Aasiaat an der Westküste Grönlands fühlt sich in diesen Tagen wie in ihrer Heimat. Seit 15 Jahren lebt sie in Bielefeld.

Der Deutschen Presse-Agentur dpa erzählte sie, wie sich der deutsche vom grönländischen Winter unterscheidet.

Wie fühlt sich der deutsche Winter für Sie an?

Köhler: «Ich fühle mich wie zu Hause. Die Kindheit kommt wieder für mich. Schnee, immer Schnee. Hundeschlitten fahren, Skilaufen - das waren schöne Zeiten. In Bielefeld liegt selten Schnee. Aber das kann ich nicht ändern, da muss ich durch. Ich habe mich entschieden, hier zu leben, da muss ich auch ertragen, dass es kaum Schnee gibt.»

Wie unterscheidet sich der deutsche vom grönländischen Winter?

Köhler: «Der deutsche Schnee ist nicht anders als in Grönland. Aber die Luft ist hier nicht so trocken wie in Aasiaat. Sie ist so nasskalt. Bei minus 2 Grad friere ich in Deutschland schon richtig, in Grönland erst bei minus 20 Grad. Das kann keiner verstehen. Alle sagen: "Du bist doch Grönländerin, du kannst doch hier nicht frieren." Aber ich friere hier sehr.»

Wie lange dauert der Winter in Aasiaat?

Köhler: «Ungefähr acht bis neun Monate. Jetzt gibt es dort aber nicht mehr so viel Schnee wie früher und es ist auch wärmer. Als ich klein war, lag immer bis Juni Schnee. Im Januar waren dort damals minus 20 Grad, heute sind es nur minus 6.»

Etliche Deutsche glauben, Inuits wohnen in Iglus. Was ist dran an dieser Vorstellung?

Köhler: «Wir leben in Aasiaat wie die Deutschen in Wohnungen. Als Kinder haben wir zum Spaß Iglus gebaut und drinnen Kerzen angemacht. Ich kenne das nicht anders. Vielleicht bauen aber Inuits irgendwo in Kanada heute noch Iglus. Als Schutz beim Schneesturm.»

Interview: Christine Cornelius, dpa

Vielen Dank an dpa / Zeit online. Ein Interesse an Industriespionage existiert mitnichten. Aber eine Recherche hat unter anderem ergeben, dass Volkswagen im benachbarten Kangerlussuaq Autos testet. Ich behaupte dort den Genursprung für CYP21A2 in meinem Falle, denn "der Zugang des Menschen zur (inneren und äußeren) Natur wird immer durch die Fähigkeit vermittelt sein, Fragen zur eigenen Existenz stellen zu können". Das Drehbuchschreiben (siehe unten vom 10.08.09) kann beginnen.

 

 

Spannend und wahr, dem deutschen Staat werden drei Wochen später Steuergelder in Höhe der Versicherungssumme der Nebrascheibe angeboten "Dabei soll es sich um jene Daten handeln, die der 37-jährige Informatikspezialist der HSBC Private Bank in Genf, Hervé Falciani, bereits im vergangenen August den französischen Behörden angeboten hatte. Den Informationen zufolge will Falciani den deutschen Behörden nun Daten von 1300 deutschen Kunden verkaufen - für 2,5 Mio. Euro. Der Fiskus könnte mit Einnahmen von den Steuersündern in Höhe von 100 Mio. Euro rechnen." (ftd vom 31.01.10)

     
(c) Nunaoil Wurde schon auf 73°N (Symbolik der Scheibe) / 25°W (Sterne) +/- 3° W (Drehung der Scheibe) über Scoresbysund gesucht? Bei Erfolg ist dies der Gegenwert der Himmelsscheibe von Nebra und sie erfährt eine Umdeutung. In diesem Falle haben Harald Meller / Planetarium Hamburg Fehlinterpretationen geleistet resp. ein Seltsamer Attraktor kann in zweifacher Weise gedeutet werden, wie seit Schrödingers Katze bekannt ist. (Stand 17.01.10) Nachgesehen: Status ist Exploration Licenses (Husky Energy (Canada) 87.5%, Nunaoil (Grönland) 12.5%), siehe http://www.nunaoil.gl/Portals/0/NUNAOIL_LM_UTMZ24N.pdf

23.01.2010 Licht

Ertrag vier Millionen Euro für Bremen, Aufwand 2,1 % für ALG-II Leistung und Fortbildung, Bearbeitungszeitraum 88 Monate (März 2010) Über sieben Brücken musst du gehn oder warum Volkswagen gegen Daimler Benz gewinnt und die Nebrascheibe 400 Millionen Euro wert ist.

Gewalt wird als dysfunktional beschrieben und im Umkehrschluss sind Eingriffe am Körper gegen den Willen dysfunktional. Was Medizin und Justiz etwa auf der Ebene eines Oberlandesgerichtes unter Begründung von Ehe und Militär als wesentliche soziale Institutionen und damit als Heilung bezeichnen, nämlich die Zuordnung des Individuums in eines der beiden präskriptiven Geschlechter, hat für intersexuelle Indiviuen oftmals gravierende Auswirkungen. Dazu wurden Studien angefertigt, für deren Ergebnisse sich nun abermals Mediziner und allen voran Psychologen interessieren. Es geht dabei auch um die Fragestellung einer Arbeitsfähigkeit als Folgeerscheinung. Gerne wird die für Transsexuelle wichtige Geschlechtsidentitätsfrage in das Feld geführt, wogegen sich viele Intersexuelle wehren. Verschleierungstaktiken sind im Angebot der Diskurse.

 

Noch nicht grundsätzlich in Kritik geraten ist die Herstellung einer Geschlechterdifferenz als solche, wie sie in dem Buch Differenz und Vererbung: Geschlechterordnungen in der Genetik und Hormonforschung 1890-1950 von Helga Satzinger eruiert wird. Nich zufällig überdauerten diese Ansätze das NS-Regime und auch Magnus Hirschfeld profitierte von einer zu konstatierenden Restkategorie. Erst neuere Arbeiten zu Gewalterfahrungen von Ines Pohlkamp oder solche zu rechtlichen Problematiken von Juana Remus geben Menschen, die dem Differenzschema nicht genügen, einen eigenen Stellenwert.

Selbstverständlich hat Gewalt eine ökonomische Dimension, die sich im Lebenslauf, den Einkommensverhältnissen, der öffentlichen Wahrnehmung und schliesslich der Rente niederschlägt. Unter Gewalt werden auch strukturauflösende Dekonstruktionsdebatten verstanden, welche dem Gender Mainstreaming zugeordnet werden und eine „Gleichbehandlung der Geschlechter“, also von Männern und Frauen fordern und dazu Intersexualität als Beweis für die eigene Argumentation verwenden. Nur weil es Migranten gibt, heisst das sicherlich für viele nicht, dass die deutsche Staatsangehörigkeit aufgegeben wird. Die Erziehung in einer Kultur ist ein reflektierbares Faktum und so verhält es sich auch mit der Kategorie Geschlecht als Minimalforderung.

Wenn am 14. April 2010 das Ressort Umwelt, Energie und Verbraucherschutz, Bau, Stadtentwicklung und Verkehr der Bremischen Bürgerschaft zu einer Diskussion einlädt und dabei zu sexueller Identität, welche nicht im Grundgesetz als Diskriminierungsgrund verortet ist, als auch der Behandlung Intersexueller referieren lässt, sind dies im Kern Normdiskussionen und nicht solche mit dem Ziel einer freien Entfaltung der Persönlichkeit intersexueller Menschen, wie im Grundgesetz garantiert. Eine solche Veranstaltung läuft Gefahr, unterhalb einer Minimalforderung zu bleiben. Durch einen eigenen Beitrag wird versucht, dem etwas entgegenzusetzen.

Daneben geht es mir durchaus um einen ökonomischen Faktor und den Nachweis eines Welle-Teilchen Dualismus auch im Sozialen binnen dieser Webseite, statt wie bislang ausschliesslich in der Quantenmechanik eines Physikstudiums mittleren Semesters verhandelt. Es ist damit ein Horizont zu den Grenzen der Dekonstruierbarkeit erreicht worden. Denn wenn ein Postulat keinen Realitätswert mehr hat, gilt es als psychisch problematisch.

Wenn ein Welle-Teilchen Dualismus als Kleinster Gemeinsamer Nenner sozialer Funktionsweise ausserhalb schierer Familienähnlichkeiten inklusive den sprachlichen Ansätzen von Wittgenstein beobachtet werden kann, interessiert dies neben der Arbeits- und Belastungsforschung auch das Marketing. Es geht mithin um künftige Berufsfelder für Intersexuelle, welche arbeitsfähig, aber arbeitslos sind. Auf Licht als Zwitterformation und den Lichtbringer in der Aufklärung kann von hoffnungslosen Fällen abgesehen niemand verzichten.

Folgende Relationen in einer sozialen Physik wurden dem www entnommen, hier handelt es sich eindeutig um Individuen:

Aspekt Physik Soziologie
Gesamtsystem Gas, Flüssigkeit, Festkörper Soziales System, Institution
Teilsystem Teilchen Individuen
Zustand Ort, Geschwindigkeit, Energie Verhalten, Meinung, Strategie
Systemtyp Teilchensorte, Wechselwirkungstyp Subpopulation, Verhaltenstyp
Besetzungszahl Konfiguration Soziokonfiguration
Wechselwirkung, Interaktion Anziehende / Abstoßende Kräfte Nachahmungs- / Ausweich- / Kompromißvorgänge
Experimentelle Überprüfung Beschränkung auf wenige Effekte,
Präparation eines Ensembles identischer Teilchen
Beschränkung auf einfache Situationen,
Auswahl von Inividuen desselben Verhaltenstyps
Ungewißheit / Unbestimmtheit Stochastizität, Wärme / Quantenfluktuationen Entscheidungsfreiheit, Handlungsspielraum, Verhaltensvarianten

 

Deine soziologische Arbeit klingt sehr spannend - aktuell gehen ja einige Leute in diese Richtung, soziologisch nach dem Unsinn der Geschlechter zu sehen. Schade ist dabei, dass diese neueren Arbeiten viel zu viel rezipieren und viel zu wenig neuere, eigene Vorschläge machen. Auch lavieren sie oft in ihren Aussagen und stellen nicht eine streitbare, gut fundierte These auf, an der andere sich dann abarbeiten können...

Heinz-Jürgen Voss via email

Kein SiFi, aber weltbildverändernd und bereits angedacht: Optische Computer und Quantencomputer (2008 aus dem www)

 

 
05.04.2010 Kosher Companies    

"Was macht ein Staat wie Deutschland, wenn plötzlich keine Autos fahren, weil die Chips zur Kontrolle der Bremsen plötzlich nicht mehr aus Israel kommen dürfen, die Computer nicht mehr laufen, weil nun mal Intel, AMD und IBM israelische Technik verwenden und ihre Chips in Haifa und anderen Städten nicht mehr produziert werden dürfen ... Roboter, die bei Siemens, Krupp und VW für volle Kassen sorgen stammen aus Haifa, Tel Aviv, Or-Yehuda und anderen israelischen Entwicklungszentren."

Grundsatzdebatte: Israel lässt erstmals eine kommerzielle Hilfslieferung in den Gaza Streifen zu (Schuhe und Kleidung, Meldung 05.04.10, 3 Uhr) Was für Israel gilt, muss auch in Deutschland möglich sein. So fehlen Hartz IV Kindern mit Sicherheit graphische Taschenrechner etwa von Texas Instruments. "Bildung ist der Erwerb der Kunst der Verwertung von Wissen."

2005 wurden 8.004 Millionen Euro Öffentliche Ausgaben für Kultur aufgewendet, davon 13,8% für Bibliotheken
Das Sozialbudget betrug 2007 ganze 706.686 Millionen Euro.
22.899 Millionen Euro wurde für Arbeitslosengeld und -hilfe ausgegeben, das entspricht 3,2%
38.301 Millionen Euro wurde für Arbeitslosigkeit gesamt ausgegeben, das entspricht 5.4%
51.723 Millionen Euro wurde für Invalidität ausgegeben, das entspricht 7.3%
70.500 Millionen Euro wurde für Kinder ausgegeben, das entspricht 10%
2007 wurden 538.243 Millionen Euro Steuern eingenommen, davon 24.5% Lohnsteuer
(Quelle Die soziale Situation in Deutschland, www.bpb.de)

Auch bemerkenswert:

Bremen bei Marktforschern besonders beliebt
Bremen. Bremen ist Durchschnitt. Gerade das macht die Hansestadt für Marktforscher und Werbestrategen spannend. Denn sie stellt in vieler Hinsicht ein kleines Abbild von Deutschland dar: bei Altersstruktur, Haushaltsgröße, Kaufkraft, Arbeitslosenquote und Mediennutzung zum Beispiel. Damit ist Bremen ein optimales Testfeld für neue Produkte und Dienstleistungen, was sich viele große Hersteller von Konsumgütern und Medikamenten zunutze machen.

Im Auftrag von Branchenriesen wie Beiersdorf, Dr. Oetker, Novartis und Procter & Gamble testet das Marktforschungsunternehmen Bonsai Deutschland seit 2003, wie neue Produkte bei den Verbrauchern ankommen und welche Werbestrategien erfolgreich funktionieren. Egal ob bei Waschmittel, Dosensuppen, Hustensaft oder Versicherungen - die Bremer Bürger werden zum Gradmesser für die bundesweite Akzeptanz. Allerdings ohne dass sie es merken.

Saft und Shampoo treten zur Generalprobe an

Irgendwann taucht das Testprodukt einfach in den Regalen von Supermärkten, Apotheken oder Drogerien auf, zwischen all den anderen Säften, Shampoos oder Windeln. "So wie es später nach der Markteinführung auch wäre", erklärt Norbert Hegmann, Geschäftsführer der TNS Infratest-Tochter Bonsai. Die Geschäfte bekommen dafür eine Aufwandsentschädigung. Nach zwei bis drei Monaten prüfen die Marktforscher dann die Verkaufszahlen und vergleichen diese mit den deutschlandweiten Daten für andere Waren dieser Art, um saisonale Schwankungen auszuschließen. Sonnencreme verkauft sich in den Sommermonaten zum Beispiel grundsätzlich besser als im Winter.

Parallel dazu läuft eine Werbekampagne, die nur in Bremen zu sehen ist. Die dort verkauften Zeitungen und Zeitschriften enthalten eine zusätzliche Anzeigenseite. Fernsehen und Radio strahlen Werbespots aus, die nur an der Weser auf den Sender gehen. Dafür besitzt Bonsai ein eigenes Schnittstudio, in dem die Experten Werbeblöcke verändern können. Wenn deutschlandweit zum Beispiel eine Chips-Werbung oder ein Trailer für "Germany's Next Top-Model" läuft, flimmert in Bremen ein Taschentuch-Spot über die Bildschirme, wie Hegmann erklärt. Nach einiger Zeit befragen die Marktforscher dann eine repräsentative Zahl von Verbrauchern, um die Werbewirkung festzustellen.

Bremen ist deutschlandweit einzigartig

"In Deutschland ist der Bremer Testmarkt einzigartig", sagt Christoph Burmann, Professor für innovatives Markenmanagement an der Universität Bremen. Es gebe zwar noch einen in der pfälzischen Kleinstadt Haßloch, doch dieser bilde nicht so viele gesellschaftliche Gruppen und Medien ab. In Bremen können die Unternehmen ihre Produkte unter realen Bedingungen testen und dabei mit zuverlässigen Ergebnissen rechen. "Die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese auf das ganze Land übertragen lassen, liegen bei 98 bis 99 Prozent", erläutert Burmann.

Doch das hat seinen Preis. Nach Angaben von Bonsai-Geschäftsführer Hegmann kosten die Tests je nach Umfang zwischen 50.000 und 200.000 Euro. Dazu kommt ein weiteres Problem: "Wenn sich ein Testmarkt etabliert, steigt das Risiko, dass Mitbewerber diesen beobachten und neue Produkte und Werbestrategien nachahmen", sagt der Wirtschaftswissenschaftler Burmann. "Deshalb verzichten etliche Unternehmen auf Testmärkte. Man kann eine Menge mittlerweile elektronisch simulieren, aber nicht alles."

Auf der anderen Seite kann so eine Generalprobe viel Geld sparen. Denn die Flop-Gefahr liegt gerade bei Waren wie Joghurt, Keksen, Shampoo und Zahnpasta besonders hoch. "70 bis 80 Prozent der neuen Produkte fallen durch und sind nach wenigen Wochen wieder aus dem Regal verschwunden", sagt Martina Vollbehr, Geschäftsführerin bei der Hamburger Mediaagentur Pilot, die seit Jahren mit Bonsai zusammenarbeitet. Der Probelauf kann die Hersteller daher vor herben Verlusten schützen. Allein die Markteinführung eines Produkts verschlingt nämlich enorme Summen, meist mehrere Millionen Euro. (dpa)

Update im April www.arbeitsagentur.de: Themenblock mit sieben Einträgen.

 
Ende April 2010
Volkswagen entdeckt in grossformatiger Anzeige Bremen an der Domsheide mit einem Hybridmodell. Der Durchbruch ist gelungen.
Volkswagen is implementing a parallel hybrid drive on the future Touareg V6 TSI Hybrid. The SUV is able to offer a state-of-the-art all-wheel drive system and up to 3.5 metric tons towing capacity in this version too.

The V6 TSI on the Touareg is clearly happy at high revs and exhibits agile response. It delivers 245 kW / 333 PS. This places the TSI at the same power level as an eight cylinder engine, yet it is considerably more fuel efficient. When used in the hybrid drive, fuel consumption of less than 9.0 liters of fuel per 100 kilometers is attained. The electric motor installed between the V6 TSI and the 8-speed automatic transmission delivers a maximum power of 38 kW / 52 PS. In boosting mode – where maximum torque and power are required, the V6 TSI engine and the electric motor operate together (by kickdown or gearshift selector in “S” position). Under these conditions, a temporary maximum power of 275 kW / 374 PS is available with a maximum torque of 550 Newton-meter. However, it should be stated that the system is primarily designed for excellent fuel consumptions and emissions and that the availability of temporary high performance is just a welcome side benefit.

 
13.05.2010 Chancen für die Zukunft

Manche Erfolgsgeschichten sind kurz: "Die Deputation für Arbeit hat am 06.05.10 mit Einladung von Joachim Schuster (SPD) 58,1 Millionen Euro für die zweite Teilperiode (2010-2013) des Beschäftigungspolitischen Aktionsprogramms (BAP) freigegeben. Das sind sieben Millionen Euro mehr für Chancen." Es stellt sich heraus, auf welcher Seite man steht. Das ist wichtig bei der ständigen Absprache einer eigenständigen Existenz. Philosophie ist es nicht, Unterschicht auch nicht. Die geht so: "Weißt du, wie viel Zentimeter zwischen Muschiloch und Arschloch liegen?" "Keine Ahnung" "Anderthalb bis zwei, ich hab nachgemessen" (Zeit 20/10, S. 19) Der Erzähler baut auf diesem exklusiven Wissen seinen Schwulenhass auf und wenn sein Stuhl ein Loch hat, weiss er auch dort seinen Schwanz zu gebrauchen, denn Löcher sind ihm wichtig - auch in einem Auto- und Fahrradreifen. Tausendfach wurden solche Korrelationen bereits getätigt. Chancen wie vom BMWi angedacht gibt es hier nicht. Wofür auch?

 
Das BMBF nahm von diesen Seiten Kenntnis.
 

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