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Die SPD kümmert
sich um die Verlierer der Marktwirtschaft – auf ihre neue Art
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In den letzten Wochen haben sich Politiker aller im Bundestag
vertretenen Parteien zum Teil heftig mit der Frage auseinandergesetzt, ob es
in Deutschland Schichten (dtv-Lexikon: eine Gruppe von Personen, mit
gemeinsamer Soziallage (Beruf, Einkommen u.ä.)) gibt und ob man Arbeitslosen,
die mit 345 Euro im Monat über die Runden kommen müssen, etwas antut, wenn
man sie Unterschicht nennt. |
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Die Armut dieser Leute ist für unsere Politiker ein
Problem. Aber ganz anders, als die Betroffenen sich das vielleicht wünschen. Der Reihe nach: An Bilder von
„Not und Elend in der 3. Welt“ hat sich die deutsche Öffentlichkeit, haben
„wir alle“ uns gewöhnt. „Verhungernde Kinder“ – Erwachsene zählen schon gar
nicht mehr – werfen nicht die Frage auf, WARUM sie verhungern, während
(meistens sogar an Ort und Stelle) wirklich mehr als genug Lebensmittel
produziert werden, sondern nur noch die, ob man spenden sollte oder nicht. |
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Dieses himmelschreiende Elend ist also unschädlich
gemacht. Nicht für die Verhungernden, versteht sich. Aber für die Ordnung,
die den Hunger hervorbringt. Die Bürger, vor deren Auge er mit der Bitte um
eine kleine Spende fast jede Woche ausgebreitet wird, stellen nicht die
Weltwirtschaftsordnung in Frage, sondern wissen einmal mehr, wie gut es ihnen
geht und müssen nur noch entscheiden, ob sie ihrer mitmenschlichen Pflicht
zu seiner Linderung nachkommen oder ob sie sich darum herummogeln. (Und dann
liegt es auch ein bisschen an ihnen, dass die Kinder verhungern, weil die
Nicht-Spender so egoistisch sind...) |
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Auch „Not und Elend in der deutschen Innenstadt“ sind uns
geläufig. Aber weder die allgegenwärtigen Penner, noch die Einzelschicksale,
die in der Vorweihnachtszeit in der Lokalpresse ausgemalt werden, um die Spendenfreude
zu befördern, waren bisher Anlass, eine Debatte über die Ursachen der Not
in Gang zu setzen. |
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Die Verarmung hat mit der wachsenden Massenarbeitslosigkeit
zugenommen. Obwohl die Unterstützungsleistungen seit den 70er Jahren immer
wieder „angepasst“ wurden, haben sie auf Grund der Masse der Bedürftigen doch
ein Ausmaß angenommen, dass die rot-grüne Regierung sich zu einem neuen
Umgang mit den Bedürftigen entschlossen hat: Agenda 2010. SPD und
Grüne haben zugestimmt, CDU und FDP haben damals kritisiert, dass die
Kürzungen und die „Sanktionen gegen Arbeitsunwillige“ nicht ausreichen, um
„das Problem zu lösen.“ Alle Parteien waren sich einig, dass Arbeitslose deutlich
ärmer gemacht werden müssen als Arbeitende, um den „Anreiz zur
Arbeitsaufnahme“ zu vergrössern. Laut ihrer Analyse fehlte es nicht an
Arbeitsplätzen, sondern an Anreiz. |
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Das Ziel „Ärmer als Arbeitende“ ist ein Dauerprogramm, wurden
doch in den letzten Jahren fast alle Löhne in jeder Tarifrunde gesenkt, um
den Erfolg deutscher Unternehmen in der Welt zu erhöhen: Der Titel des
Weltexportmeisters ist immer gefährdet. Und er wurde nicht nur durch
Lohnkürzungen, sondern auch mit Entlassungen gesichert – selbst wenn die
Gewinne außergewöhnlich hoch waren. |
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Es wurden also immer mehr Leute arm. Und arbeitslos. Und
allmählich schwante es „der Mitte der Gesellschaft“, dass Verarmung nicht nur
Ausgeflippte oder Alkoholiker trifft. Oder Leute, die einfach richtig Pech
gehabt haben. Sondern dass sie JEDEN in dieser Mitte treffen kann. Da bekam
die Mitte Angst. Und fand Armut plötzlich ungerecht. Jeder kannte einen, dem
„Behörden- oder Unternehmerwillkür“ den Plan vom verdienten Aufstieg, vom
Glück mit Frau und Kind oder vom geruhsamen Lebensabend ohne finanzielle
Sorgen über den Haufen geworfen hatte. Und er erlebte mit, wie Leute, die er
immer um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze bei Mercedes, Siemens oder bei
der Allianz beneidet hatte in Auffanggesellschaften das Bewerben trainierten
und sich gleichzeitig um eine günstigere Wohnung kümmerten. |
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Da fiel der Mitte der Gesellschaft wieder ein, dass ein früher
Wirtschaftminister „Wohlstand für alle“ versprochen hatte – wenigstens für
die Leistungsbereiten. (Die hießen früher noch „Fleißige“). Und dass der
vor-vor-letzte Kanzler dieses Versprechen erneuert hatte: „Blühende
Landschaften“ hatte er dem Osten angekündigt, als im Westen nicht nur in Bremerhaven
und im Ruhrgebiet der Löwenzahn auf mancher Industriebrache wucherte. |
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Die Mitte war beunruhigt und fühlte sich verschaukelt. Erst
recht die Leute, die schon richtig arm gemacht worden waren. Und etliche von
ihnen ließen sich die Parole „Hartz IV ist Armut per Gesetz“ einleuchten,
weil sie es genau so (mit)erlebt hatten. Andere rechneten aus, dass die
Arbeitsplätze doch für alle reichen würden, wenn man Deutschland ethnisch
säubern würde. Sie gaben ihre Stimme entsprechend ab und durchkreuzten die
Regierungs- und Koalitionspläne mancher etablierten Partei. Das stieß den
betroffenen Parteipolitikern unangenehm auf. |
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Ø
Die Armut beseitigen, das käme 1. viel zu teuer,
weil es 2. den globalen Erfolg der Wirtschaft behindern würde. |
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Ø
Die Beseitigung der Armut bei Erreichen der
Vollbeschäftigung zu versprechen, also weiter zu machen wie bisher, würde
ihre Glaubwürdigkeit weiter beschädigen. |
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Ø
Blieb also nur, die Armut zu „entskandalisieren“. |
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Wie
schön wäre es, dachten sie, wenn der nichtbetroffene Bürger mit der Armut in
Deutschland genau so gelassen umginge, wie mit der afrikanischen. Und der
betroffene, der müsste sich eine andere Haltung dazu angewöhnen. Weniger
Anspruchshaltung. Einfach positiver, wie z.B. „Ich hab keine Chance. Aber ich
lass mich nicht hängen: Ich nutze sie!“. |
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Erfahrene Politiker vermitteln den Bürgern die aktuell
geforderte Haltung nicht nur durch iPod-Nachrichten, sondern auch, indem sie
eine Debatte „anstoßen“. In diesem Fall war es der gemütliche Herr Beck von
der SPD, der – gestützt auf eine Studie der Friedrich Ebert Stiftung – einen
Skandal beklagte: |
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"Es gibt viel zu viele
Menschen in Deutschland, die keinerlei Hoffnung mehr haben, den
Aufstieg zu schaffen. Sie finden sich mit ihrer Situation ab. Sie haben sich materiell
oft arrangiert und ebenso auch kulturell". |
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Die Armut taucht in dieser Rede
gar nicht mehr als Not der Armen auf, sondern als „materielle Situation“, mit
der die sich „arrangiert“ haben. Becks Problem ist, dass diese Leute die
Armut wollen, als kleineres Übel (dafür steht „arrangiert“), wahrscheinlich
im Vergleich zum Arbeiten. Als einer, der auch gönnen kann, würde er sie
dafür möglicherweise gar nicht so recht kritisieren, deutet er an, aber dass
sie ihre Kinder nicht anstacheln, sich über Haupt- und Realschule aus dieser
„materiellen Situation“ herauszuarbeiten, das wirft er ihnen vor: |
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"Früher gab es in armen Familien,
auch in meiner eigenen, das Streben der Eltern: Meine Kinder sollen es einmal
besser haben!" |
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Ja, in der guten alten Zeit,
nach dem verlorenen Krieg, da haben die Leute noch gehofft! Da haben sie ihre
Pflicht getan, wie es ihnen 12 Jahre lang eingebläut worden war, ohne zu
fragen, ob sie großartig was davon haben. Es ging eben ums Überleben. Aber
halt, so weit will er ja gar nicht gehen. |
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Die Armen sollen sich sogar was
davon versprechen. Sie sollen sich diese Hoffnung nur nicht gleich
abschminken, wenn ihre Leistung ein paar Jahre lang nicht nachgefragt wird
und sich deswegen ihre „materielle Situation“ nicht zum Besseren wendet. Sie
sollen Leistungsbereitschaft entwickeln und beibehalten und immer hoffen,
dass sie sich lohnen würde, wenn sie denn abgerufen würde. Denn: |
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"Ohne Leistungswillen kann keine Gesellschaft auf
Dauer bestehen. Leistung muss sich lohnen, für jeden in Deutschland", sagte
Beck. Die SPD werde sich dieser Aufgabe annehmen und immer zu den Menschen
stehen, die besonderer Hilfe bedürften.“ Wohlgemerkt: Hilfe beim Hoffnung
bewahren, beim Aufrechterhalten des
Leistungswillens als Aussortierter. |
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"Für den Teil der
Gesellschaft, der uns zu entgleiten droht, ist der vorsorgende Sozialstaat
gefragt, den meine SPD will", betonte Beck. In Kinderbetreuungseinrichtungen
müssten Sprachfähigkeit und Leistungswille gefördert werden, damit
Kinder aus sozial benachteiligten Elternhäusern die Chance und den Ehrgeiz
hätten, aufzusteigen.“ (Beck-Zitate nach Spiegel-online vom 07.10.2006) |
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Natürlich kann es einer – mit
Glück, mit Förderung, mit vollem Einsatz, mit der notwendigen Rücksichtslosigkeit
- von ganz unten ziemlich weit nach oben schaffen. Aber das ändert ja nichts
an der Zahl derer, die sich da ganz unten „arrangieren“ müssen. Denn der
Aufsteiger verdrängt ja einen anderen, der dann an seine Stelle fällt. |
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Jedenfalls wäre aber erreicht,
dass die strebsamen Eltern sich „für die Zukunft ihrer Kinder“ noch etwas
mehr einschränken würden und damit das Herumkrebsen mit einem guten
persönlichen Grund versehen würden. Sie könnten sogar stolz drauf sein.
Vielleicht würde die Not damit sogar subjektiv erträglicher? |
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Nicht nur Beck rät Eltern und Kindern, auf die Durchsetzung
in der Konkurrenz zu setzen. Vizekanzler und Arbeitsminister Franz
Müntefering springt seinem Parteivorsitzenden Kurt bei: „Man muss denen, die
arbeitslos sind und Schwierigkeiten haben, sagen: „Ihr müßt Euch
anstrengen. Ihr müsst auch (!) die Jobs nehmen, die wir Euch zur
Verfügung stellen können.“ (Tagesschau, 06.10.2006) Auch wenn es welche im
Niedriglohnsegment sind und das Einkommen nicht viel höher als die Stütze!
"Ohne Leistungswillen kann keine Gesellschaft auf Dauer bestehen.“ |
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Der Verantwortliche für die Studie der Friedrich Ebert
Stiftung, die Beck zum Anlass für die Debatte genommen hat, beteiligt sich
auch. Er legt noch mal Wert darauf, dass es mehr um Hoffnung geht als um eine
Änderung der materiellen Situation: „Aus meiner Sicht ist das zentrale
Problem in den unteren Segmenten Bildung, Bildung und noch mal Bildung. Das
ist die einzige Chance, den Leuten da wieder rauszuhelfen. ... Das lässt
sich nicht über Geld regeln. Sie müssen den Leuten wieder Hoffnung machen,
dass es bei entsprechender Anstrengung möglich ist, die persönliche Lage zu
verbessern.“ |
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Damit ist klar: Wer sich nicht bildet und zu jeder
Leistung bereit ist UND seine Kinder zu derselben Haltung bringt, ist selber
schuld dass er und seine Kinder arm sind und arm bleiben. Und schadet damit
der Gesellschaft, die ohne Leistungsbereitschaft ... das wissen wir ja schon.
Solchen Leuten muss man natürlich Druck machen. Man muss die richtige Haltung
von ihnen einfordern. Und wenn sie die allein nicht hinkriegen, dann muss man
sie unterstützen. „Hier müsse der Staat unterstützend eingreifen, fördern und
fordern.“ (Beck) |
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Damit sind wir wieder beim „Fördern und Fordern“.
Das war der Titel der Politik, die zu dieser „materiellen Situation“ geführt
hat. |
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Bleibt noch zu klären, warum in dieser Debatte der Begriff
„Schicht“ nicht verwendet werden darf. „Es gibt keine Ober- und
Unterschichten hier, sondern es ist eine Gesellschaft und wir sind gut
beraten, wenn wir die nicht auseinander fallen lassen.“ (Friedrich Merz hat
sogar festgestellt, dass wir in Deutschland in einer klassenlosen
Gesellschaft leben. Um andere an dieser Überzeugung nicht irre werden zu
lassen, möchte er wohl sein (Neben-)Einkommen nicht veröffentlichen ?) Münte
meint wohl, dass die Gesellschaft solange eins ist, solange auch mal Leute
von unten nach oben kommen. (Umgekehrt passiert das ja ständig, das reicht
wohl für den Zusammenhalt nicht ganz.) Und Schicht, das hört sich so fest eingerichtet
an, so statisch. Diesen Eindruck möchte er nicht aufkommen lassen. |
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Und außerdem hat er wohl Angst, dass die Armen, wenn sie
„Unterschicht“ genannt werden, sich überlegen könnten, dass sie
zusammengehören. Und dass es über ihnen wohl auch noch eine Mittel- und eine
Oberschicht gibt. Dass sie hinkucken könnten, wie es mit deren Einkommen
aussieht und verleitet werden könnten, für den besseren Zusammenhalt der
einen Gesellschaft an Umverteilung zu denken. Das möchten Kurt und Franz auf
keinen Fall, es wäre ja ein Irrweg, am Geld liegt´s ja nicht. Und wer weiß,
wie solche Anwandlungen den Zusammenhalt der einen Gesellschaft beeinflussen
würde? Am Ende gäbe es wohlmöglich einen Schichten-Kampf.... ? |
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Deswegen bevorzugen sie den Begriff „Menschen in
besonderen Lebenslagen“. Da denkt man eher daran, dass da jemand in der
Patsche sitzt, aus der er auch wieder herauskommen kann. Mit ein bisschen
Hilfe von Kurt und Franz, Hilfe beim Hoffen, versteht sich. |
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Im Augenblick kommen wieder vermehrt Menschen in
„besondere Lebenslagen“. Weil einige aus der Oberschicht ihre Konzerne für
die weltweiten Geschäfte aufmöbeln möchten und deswegen die großen Gewinne
gern auch für Abfindungen ausgeben. Aber das ist ja nichts Neues. Das
alles ist nichts Neues. Man soll sich nur was anderes dazu denken. Z.B.
dass nicht nur die Penner (saufen) und die Neger (schnackseln lieber),
sondern auch die Hartz iV-Empfänger an ihrer Lage selbst schuld sind,
weil sie sich einfach nicht genug um ihren Aufstieg – und den ihrer Kinder -
kümmern wollen. |
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P.S.: Während es bei den Hilfeempfängern nach Auffassung
der oben zitierten Spezialisten nicht so sehr ums Geld gehen sollte, sehen
die Hilfezahler aus derselben Spezialisten-Riege das ganz anders: Die
SPD-Haushaltspolitikerin Waltraud Lehn signalisierte grundsätzliche
Zustimmung zu den Kürzungsvorschlägen der CDU-Arbeitsgruppe und nannte den
Vorstoß „in der Zielsetzung richtig“. „Die jetzigen Leistungen sind auf Dauer
nicht zu bezahlen ... Es gibt einen nennenswerten Personenkreis, der sich in
Hartz IV eingerichtet hat und sich nicht als Bittsteller empfindet“,
sagte sie. „Diese Mitnahmementalität muss durchbrochen und die Überversorgung
abgebaut werden, weil die Mittel sonst denen fehlen, die sie nötig haben.
Eine stärkere Anrechnung der Hinzuverdienste ist daher sinnvoll.“ (nach FAZ 05.10.2006) Das passt zur
Unterschichts-Debatte wie die Faust auf´s Auge. |
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P.P.S.: |
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Dieser fast 100 Jahre alte Spruch wird im Augenblick lang
und breit plakatiert. Neue, mutige Gedanken sind immer gut. Wenn es sich bei
den Nöten aber um altbekannte handelt, könnte man auch mal nachlesen, was den
Alten zur Behebung dieser Nöte schon vor mehr als 100 Jahren eingefallen ist.
Es kam was drin vor, von der Expropriation der Expropriateure. Man müsste es
mal in modernes Deutsch übersetzen, sonst wirkt es ein bisschen ... verquast.
Aber sonst ... http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm
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