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Der stern schreibt zum EU-Gipfel in
Köln im Jahr 2003: Der gefesselte Riese |
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Der Euro ist schwach, die Konjunktur lahmt, das Projekt
»Vereintes Europa« steckt in der Sackgasse. Die Staats- und Regierungschefs der
15 Mitgliedsstaaten treffen sich in dieser Woche zum Krisengipfel in Köln.
Danach soll vieles besser werden Der wirtschaftspolitische Wirrwarr wird nur noch übertroffen
von der außenpolitischen Kleinkrämerei. Es sei doch eine »jämmerliche
Situation«, daß beim Militäreinsatz gegen den serbischen Diktator Milosevic
vier Fünftel der Flugzeuge von den Amerikanern gestellt würden, sagt der
bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU). Der
diplomatische Einfluß bemesse sich nun mal an der Zahl der Kampfjets, hat der deutsche Außenminister
Joschka Fischer gelernt. Vier zu 400 — das sei sein Gewicht gegenüber seiner
Amtskollegin Madeleine Albright in Washington. Dabei investieren die 15 EU-Staaten jährlich immerhin fast
zwei Drittel des USMilitäretats in ihre Verteidigung —aber mit falschen
Prioritäten. Statt mobiler Krisenreaktionskräfte unterhalten die Europäer
nach wie vor Massenarmeen, die sie seit dem Ende des Kalten Kriegs nicht mehr
bräuchten — allen voran die Deutschen mit einer Truppenstärke von 350000
Mann. „Wir geben zwei
Drittel dessen aus, was die USA investieren, und bekommen dafür nur zehn
Prozent der militärischen Handlungsfähigkeit“, rechnet Josef Janning
vom Münchner Centrum für Angewandte Politikforschung vor. Eine europäische
Armee — das ist für Romano Prodi darum eigentlich der nächste »logische Schritt«
in der europäischen Einigung. In Köln wollen sich die Staats- und
Regierungschefs aber zunächst nur in Trippelschritten diesem Ziel nähern. |
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