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Am Mittwoch, 22. Juni 2011 |
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Liebe Freunde, |
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letzt hatte ich eine
Präsentation herumgeschickt, in der ich mich über die Heuchelei des stern-Chefredakteurs
Thomas Osterkorn aufgeregt habe. Und als ich heute den Weserkurier
(das ist das Bremer Lokalblatt) durchblättere, finde ich dort auf Seite 32
– SO wichtig ist das Thema – unter der
Überschrift |
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Also, sachlich schreibt er
darüber, ohne sich aufzuregen, dass jedes dritte Kind nicht genug oder nicht
das Richtige zu essen bekommt, und nennt als Gründe, die diesen Hunger
hervorrufen: |
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1. Bewaffnete
Konflikte |
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2. fehlende
staatliche Strukturen in Afrika |
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3. die
Stellung der Frau in Asien |
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4. die
zunehmende Produktion von Biokraftstoffen |
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5. die
Spekulation mit Lebensmitteln. |
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Dazu dies: |
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1.
Ja, das ist klar: Wo Krieg geführt wird, sieht es für die betroffene
Zivilbevölkerung immer schlecht aus – es sei denn, 11000 Bombenflüge werden
ausdrücklich „zum Schutz der Zivilbevölkerung“ durchgeführt. Aber soweit ich weiß
hungern die meisten Menschen im Augenblick in Indien. Da ist gar kein Krieg.
Also: Palm macht eine Fehler, wenn er den alltäglichen Hunger mit der AUSNAHME
Krieg erklären will. |
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2.
Das ist – glaube ich – gerade andersherum: Da, wo die Weltwirtschaftsmächte
mit Krediten, Wirtschafts- und Militärhilfe auf der südlichen Halbkugel
„staatliche Strukturen“ erhalten, werden die natürlichen Reichtümer der
Gegenden systematisch dorthin abtransportiert, wo man versteht, ein Geschäft
damit zu machen. Zum Beispiel die dort hergestellten Lebensmittel. |
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3.
Na, dieser Grund könnte zumindest Männern einleuchten: Dass die
Frauen, in Zweifelsfall die Mütter, an ALLEM schuld sind, gilt ja in gewissen
Kreisen als alltagstaugliche Entschuldigung. ;-)
Aber im Ernst: Wenn die Frauen dort so wenig gelten, dass sie bei
der täglichen Rationierung übergangen oder benachteiligt werden, setzt das
den Mangel doch schon voraus! Anders gesagt: Was wäre denn besser, wenn sie
bekämen, was sie für sich und ihre Kinder brauchen und dafür jemand anders –
wahrscheinlich dann die Männer und/oder die Senioren – hungern müsste??? |
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4.
und 5.: Ja, da kommen wir der Ursache des „Problems“ schon näher: Palm
schreibt ein bisschen weiter unten selbst: „Mit landwirtschaftlichen
Erzeugnissen lässt sich viel Geld verdienen.“ Natürlich nur, indem die an
Leute verkauft werden, die das entsprechende Geld haben. Und da zahlen Nestlé
und Shell natürlich besser, als die Frau in Asien, die außer Kindern nichts
vorzuweisen hat. |
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Die „Spekulation mit
Lebensmitteln“ ist übrigens ein ganz erlesenes Geschäftsmodell: Die Besitzer
behalten die Lebensmittel einfach so lange, bis irgendjemand (z.B. eine Hilfsorganisation)
bereit ist, den von ihnen angestrebten höheren Preis zu bezahlen. |
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Ich meine, das beweist einmal
mehr die Behauptung |
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Hunger ist die Konsequenz der Produktion
für Gewinn. |
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die auf der Seite |
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http://www.nord-com.net/oederland/HP_Hunger.htm
ausgeführt wird. |
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Und daraus folgt etwas anderes, als
Palm zum Schluss als positiven Ausblick und Ausweg aus der Hungerkrise
(ENDLICH, nach mehr als 50 Jahren, wissen wir, was zu tun ist!) ausführt: |
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Weil die Dorfgemeinschaft ein
Kühlhaus oder ein rattensicheres Lagerhaus hat, hat die Frau aus Asien immer
noch nicht mehr Geld auf der Naht. |
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So weit erst mal. Und immer noch
gilt: |
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Beste Grüsse |
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Öderland |
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Es gab schon einige Antworten. |
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