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Schäuble setzt sich durch CDU für Änderung des Völkerrechts nach dem Irak-Krieg |
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fy. BERLIN, 28. April. Die
CDU hat sich für eine Veränderung des Völkerrechts aus gesprochen. In einem
außenpolitischen Papier befürwortet die Partei eine Abkehr von der
Beschränkung der Staaten, nur zum Zweck der Selbstverteidigung und der
Nothilfe zu den Waffen greifen zu dürfen. Präsidium und Vorstand der CDU
billigten am Montag diese Position. Die Thesen wurden unter Leitung des
früheren CDU-Vorsitzenden Schäuble er arbeitet. Auch das Verbot der
Intervention, also der Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines
anderen Staates, hält die CDU nicht mehr für zeitgemäß. Das Völkerrecht müsse in allen diesen Punkten
„weiterentwickelt“ werden, heißt es in dem Papier. Darin erhebt
die CDU auch die Forderung, die „Fragen“, die der neuen amerikanischen
Sicherheitsstrategie zugrunde lägen, müßten „von uns“ auf genommen und
beantwortet werden. Die Vereinten Nationen müßten gestärkt und die
Verrechtlichung der internationalen Politik vorangetrieben werden. Zudem
vertritt die CDU den Standpunkt, Europa und Amerika bildeten eine Werte-,
Interessen und Schicksalsgemeinschaft. Europäische Einigung und atlantische
Partnerschaft seien „zwei Seiten einer Medaille“ und müßten Grundaxiom deutscher
Außenpolitik bleiben. Zur atlantischen und zur europäischen Integration gebe
es keine realistische Alternative. Die CDU lehnt es ab, einen „deutschen
Sonderweg“ zu gehen oder „neue Achsen“ zu bilden. Die Vorstellung, Deutschland
habe eine neue Gestaltungsfreiheit, sei eine Illusion der Bundesregierung,
die zu einer Krise in EU und Nato geführt habe. Die deutsch-französische
Freundschaft dürfe nicht zu einer Ausgrenzung anderer Mitgliedstaaten der EU
führen, mahnt die CDU. Sie fordert zugleich, Paris und Berlin müßten „wieder‘
zu einer „Art der Verständigung“ über zentrale Politikfelder kommen, die die
Anliegen anderer EUPartner berücksichtige. Amerika bleibe „Freund und
Partner‘. Auch das erweiterte Europa müsse Teil der atlantischen Partnerschaft
sein. Das Phänomen des amerikanischen Unilateralismus taucht in dem Papier
nur in Form des Hinweises auf, daß Europa ihm durch eine Stärkung der
Partnerschaft entgegenwirken müsse. Das Papier gesteht „das Scheitern
Europas“ im Zusammenhang mit dem Irakkrieg ein und fordert eine gemeinsame
Außen -und Sicherheitspolitik der EU, bei der sich die Interessen der
einzelnen Mitglieder unterordnen müssten. Die Nato wird in dem
Papier nicht nur als unverzichtbar bezeichnet. Vielmehr fordert die CDU ihre
Anpassung an sich „wandelnde Herausforderungen einer globalen Agenda“ Europa
müsse sich mit Amerika auf einen gemeinsamen Sicherheitsbegriff einigen.
Bündnisfähigkeit setze für Deutschland eine Reform der Bundeswehr voraus Die
CDU fordert „mittelfristig“ eine Anpassung der Pro-Kopf-Ausgaben für den
Verteidigungshaushalt an den Durchschnitt der »traditionellen
Nato-Staaten“. Derzeit rangiere Deutschland mit Luxemburg als Schlusslicht
in der Nato. Da Deutschland derzeit nur gut ein Prozent seines BruttoinlandProdukts
für Verteidigungszwecke ausgibt - die durchschnittlichen Verteidigungsausgaben
der Nato-Partner aber deutlich mehr als zwei Prozent betragen — läuft die
Forderung der CDU zumindest auf die Verdopplung
der Verteidigungsausgaben hinaus. Sie liegen derzeit bei 24,4
Milliarden Euro. FAZ 29. April 2003 |
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