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© 2002 U.Pfeiffer |
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Uwe Pfeiffer |
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Astronomische Gedanken |
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Aussagen über Leben im Universum sind, wie bereits eingangs erwähnt, eine recht schwierige Angelegenheit, immer auch eine Gratwanderung zwischen Fakt und Fiktion. In der Regel sind sie auch immer höchst spekulativ und deshalb oft wertlos; den Sinn einer Konstruktion wie der Drake-Formel suche ich bis heute. Selbst eine Beschränkung auf gesicherte Erkenntnisse hilft dabei kaum weiter, denn gesicherte Erkenntnisse im Zusammenhang mit extraterrestrischem Leben existieren im eigentlichen Sinne gar nicht - Leben außerhalb der Erde ist nicht bekannt. Deshalb zunächst nur einige grundsätzliche Gedanken dazu. |
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Ausgehend davon, dass allein die Milchstraße über ca. 200 Mrd. Sterne verfügt und davon rund 10% G-Klasse-Sterne wie unsere Sonne sind, verfügt eine erhebliche Anzahl von Sternen über die Möglichkeit Planeten zu haben, ausreichend Strahlung, vielleicht flüssiges Wasser und eine stabile Lebenszeit von einigen Milliarden Jahren. Genügend Raum für Spekulation also. Wenn man dann noch in Betracht zieht, dass es viele andere Galaxien gibt, dass die Voraussetzung von Leben weder an G-Sterne noch an Wasser gebunden sein könnte....... |
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Wasser ist unabdingbare Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen. Die Betonung lege ich hier auf ‘wie wir es kennen’. Wasser besitzt innerhalb des Temperaturbereichs der Ökosphäre der Sonne ideale Lösungseigenschaften und ist somit für die Funktion von Zellen geeignet, denn die durchschnittliche Temperatur der Erde liegt über 0° C und unter 100° C. Außerhalb dieses Bereichs aber taugt Wasser als Lösungsmittel nur noch bedingt, es wird entweder fest oder verdampft. Ammoniak z.B. bleibt flüssig im Bereich von -78° C bis -35° C und Methylalkohol im Bereich von -94° C bis +65° C. Die Lösungseigenschaften sind bei diesen beiden Stoffen zwar schlechter als bei Wasser, dafür hätte aber z. B. Ammoniak den Vorteil beim Gefrieren sein Volumen nicht zu verändern, das bedeutet, Zellen würden nicht mechanisch zerstört. Für wasser-basiertes Leben bedeutet Einfrieren in der Regel das Ende jeder Aktion und auf Dauer den Tod. Ähnliches gilt für Materialien, die den Kohlenstoff ersetzen könnten; irdisches Leben basiert nicht nur auf Wasser, sondern im wesentlichen auch auf Kohlenstoff. Kurz gesagt, Kohlenstoff und Wasser sind nahezu perfekt unter den Bedingungen, die auf der Erde herrschten und herrschen. |
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Was aber passiert unter anderen Voraussetzungen? Gibt das eventuell in seinen Urmolekülen entstehende Leben dann einfach auf, oder nutzt es seine evolutionäre ‘Macht’, sich zu entwickeln, egal wie es drum herum aussieht? |
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Allerdings, auch wenn alle Voraussetzungen gegeben sind, sagt das noch nichts über das Eintreten eines Vorgangs aus. Letztlich sind alle Ansichten über die Entstehung von Leben im Universum nur Spekulation und pendeln zwischen ‘einzigartig’ und ‘allgegenwärtig’. Das wird sich auch solange nicht ändern, wie wir nur über eine Form von Leben (Sonnensystem) Kenntnis haben (praktisch also nur einen ‘Datensatz’ auf dessen Basis wir Vorhersagen treffen). Ob also diejenigen mit der Ansicht der Einzigartigkeit der Schöpfung recht haben, oder die anderen mit der Ansicht, Leben entstehe bei gegebenen Bedingungen nahezu zwangsläufig, wird die Wissenschaft solange sie nur über diesen einen ‘Datensatz’ verfügt, nicht wirklich entscheiden können. |
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Auch wenn die Galaxis reich an Leben sein mag, bedeutet das nicht, es mit Projekten wie z. B. SETI/Phoenix auch zu finden. Leben, das keine Zivilisation geschaffen hat, macht sich für uns nicht bemerkbar. Leben, das eine Zivilisation geschaffen hat, aber sich unter einem bestimmten Niveau (etwa der Abgabe von empfangbaren Signalen, die irdische Zivilisation tut das gerade mal seit rund 100 Jahren) befindet, würden wir ebenfalls nicht wahrnehmen. Leben mit Zivilisation auf diesem Niveau müsste relativ zeitgleich mit uns existieren, sonst verpassen wir es leider. Die Signale könnten in den letzten Jahrhunderttausenden an uns vorbeigerauscht sein, wir hätten es nicht bemerkt, und heute ist keiner mehr da, der sendet. Oder sie werden in Jahrhunderttausenden auf die Erde prasseln, aber dann ist vielleicht keiner mehr hier, der sie hört. Ebenso dürfte der Zeitraum selbst, in dem jede Zivilisation sendet, begrenzt sein, begrenzt durch ihre Dauer und/oder ihren Willen. Wie dem auch sei, ich nehme an, dass Leben in vielfältiger Weise existiert. Es könnte aber sein, dass wir bei den Distanzen im Universum und den Zeiträumen von Jahrmilliarden mit denen wir es hier zu tun haben, nie etwas davon bemerken werden. Trotzdem sollten wir nichts unversucht lassen, auch nicht so scheinbar verrückte Dinge wie Plaketten an Raumsonden zu montieren und Tonaufzeichnungen mitzuschicken. |


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Wie unvernünftig wäre es doch anzunehmen, dass außer Himmel und Erde, die wir sehen, keine anderen Himmel und keine anderen Erden sind. |
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Teng Mu, China, 13. Jh. |
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LEBEN |
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Spekulation |