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© 2002 U.Pfeiffer

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Reise

Reisen zu anderen Sternen, Kontakte mit fremdem Leben, galaktische Zivilisationen, was wäre die Science Fiction ohne all das? Es gibt zwar durchaus eine Sparte der Science Fiction, die sich ausschließlich mit der Erde oder nur mit fremden Zivilisationen beschäftigt, aber das Gros der Science Fiction behandelt in irgendeiner Form den Kontakt zwischen Menschen und Extraterrestriern. Heutige Raumschiffantriebe reichen allerdings nicht einmal um das Sonnensystem zu erobern. Deshalb liegt es nahe, für die Zukunft Antriebe zu entwerfen, die der Lichtgeschwindigkeit wenigstens nahe kommen; ohne sie wäre der Raum zwischen den Sternen kaum rationell zu überbrücken, und selbst dann nur in Grenzen.

Das aber erweist sich als bloße Utopie, nicht unbedingt aus technischen Gründen, sondern weil die Reisenden zwangsläufig aus ihrer Zeitlinie ‘fallen’ würden. Aufgrund der Relativität von Raum und Zeit würde bei Reisen nahe der Lichtgeschwindigkeit eine Welt entstehen, in der nichts mehr zusammenpasst. Die Effekte der Zeitdilatation würden dafür sorgen, dass die Raumfahrer den Ort ihres Abflugs bei ihrer Wiederkehr kaum mehr erkennen würden, zuviel Zeit wäre dort vergangen. Wer immer sie auch schickte würde möglicherweise nicht mehr existieren, und vielleicht würde niemand sich an sie erinnern. Dasselbe gilt auch für das Ziel ihrer Reise, die zu denen sie wollten, würden vielleicht schon lange nicht mehr warten. Und das Ereignis, das der Grund ihrer Reise war, wäre lange schon Vergangenheit; ebenso erginge es den Zeitlinien zwischen den Raumschiffen und der Kommunikation.

Aber Science Fiction Autoren sind kreative Menschen, sie umgehen unlösbare Probleme dieser Art, indem sie spekulative und spektakuläre Phänomene der Physik aufgreifen, egal wie irreal diese auch sein mögen. Dass die dabei entstehenden Probleme manchmal noch bizarrer sind als die bei lichtnaher Geschwindigkeit wird zweckdienlich ignoriert.

Die gängigsten Prinzipien der SF Schiffe und/oder Menschen durch den Raum zu bewegen:

Raumverzerrung
z.B. Warpantrieb, Star Trek (Star Trek)

Hyperraum
z.B. Hyperraumsprung, Babylon 5 (Spacecenter Babylon)

Kosmische Strings
z.B. Slipstreamantrieb, Andromeda (Andromeda)

Dimensionen
z.B. Interdimensionsflug, Mission Erde (Earth-Final Conflict)

Wurmlöcher
z.B. Künstliche Wurmlöcher, Stargate (Stargate)

Alle diese Formen der Bewegung sind Alternativen zur normalen räumlichen Bewegung, sogenannte nicht-newtonsche Antriebe, da sie nicht der klassischen Mechanik entsprechen. Und jede, wenn auch nur kurzfristige, Kombination mit herkömmlichen newtonschen lichtnahen Antrieben hätte die anfangs genannten fatalen Folgen für die Zeitlinien.

Aber bei aller Absurdität und Missachtung physikalischer Gegebenheiten, was wäre die Science Fiction ohne sie? Keine interstellaren Föderationen, keine Aliens, keine Sternenreisen, die Science Fiction wäre mit Sicherheit ein Stück ärmer. Und für mich, von Ausnahmen abgesehen, ziemlich langweilig, denn fremde Welten und fremde Zivilisationen sind genau das, was den größten Teil der Faszination dieser Literaturgattung ausmacht.

Zukünftige Raumfahrer und ihre Welten wären nicht nur über den Raum, sondern auch in der Zeit verstreut! Galaktische Zivilisationen oder Sternen-Föderationen sind zum scheitern verurteilt, sie könnten nicht einmal entstehen.
Andromeda Ascendant  © Tribune Entertainment
Whitestar  © PTN Consortium and Warner Bros
Enterprise  © Paramount Pictures

Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet. Gigantische Schiffe, die brannten, draußen vor der Schulter des Orion. Ich sah C-Beams glitzern, nahe dem Tannhäuser Tor. All diese Momente werden verloren sein in der Zeit, so wie Tränen im Regen.

The Bladerunner, 1982

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