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  Unser Kalender:
1. Natürliche Zeiteinteilung

  Die Orientierungshilfe, um sich in der unübersichtlichen Vergangenheit und der unbekannten Zukunft zurechtzufinden, ist der Kalender. Die beiden Eckpfeiler unseres - heute weltweit in Gebrauch stehenden - westlichen Kalenders sind die Einteilung in feste, sich regelmäßig wiederholende Zeitabschnitte und die Zählung dieser Abschnitte. Es sind vier natürlichen Zeitmaße die unseren Lebensrhythmus bestimmen und in unserem Kalender miteinander verknüpft werden:

  1. Das Jahr wird durch die Umlaufszeit der Erde um die (mittlere) Sonne bestimmt. Gemessen wird das Sonnenjahr anhand des zweimaligen Durchganges durch einen gewählten Fixpunkt. Man unterscheidet:

    • Das tropische Jahr, für welches die Länge durch die Tag- und Nachtgleiche im Frühjahr, mit 365,242199 Tagen, bestimmt wird.

    • Das siderische Jahr, hierfür wird die Länge relativ zum Sternenhintergrund bestimmt, was 365,256366 Tage ausmacht.

    • Ein anomalistisches Jahr wird anhand des sonnennächsten Punktes (Perihel) bestimmt.

  2. Den Monat bildet die Umlaufszeit des Mondes um die Erde. Gemessen wird der synodische Monat, womit das Zeitintervall zwischen zwei aufeinanderfolgenden Neumonden bezeichnet wird. (Neumond: Mond und Sonne stehen, von der Erde aus betrachtet zusammen in einer Blickrichtung).

  3. Der Tag [1] ist die mittlere Dauer einer Erdumdrehung. Hierbei wird unterschieden in

    • den Sonnentag, wobei ein bestimmter Sonnenstand den Meßpunkt bildet und

    • den Sternentag, welcher durch den Stand bestimmter Sternenkonstellationen festgelegt wird.

    • Ein Mondtag wird durch das Aufgehen des Mondes festgelegt.

  4. Die Woche, das ungefähre Viertel eines Monats oder "nur" die magische Zahl Sieben? Die genaue Herkunft unserer Woche scheint im Nebel der Vergangenheit verschollen zu sein. Fakt ist, dass der bekannte Wochenrhytmus seit mehr als 2000 Jahren ununterbrochen fortgelaufen ist.

Es wäre leicht, einen Kalender aufzustellen, wenn genau ein Vielfaches eines Tages einen Monat und ein Vielfaches des Monats ein Jahr ausmachen würde. Leider ist dem aber nicht so. Tatsächlich fallen im Mittel in das tropische Jahr 365,2422 Tage und 29,5306 Tage in den synodischen Monat.

So hat es im Laufe der Geschichte in fast jeder Kultur einen anderen Kalender gegeben. In den frühen Kulturen herrschte zumeist das Mondjahr vor, welches durch die Abfolge von zwölf Monaten bestimmt wurde. Um die Übereinstimmung mit den Jahreszeiten herzustellen wurde zumeist ein Schaltmonat eingelegt. Die Ägypter hatten schon von Alters her ein Sonnenjahr, welches 365 Tage umfaßte. Zwar wurde bereits im Jahre 238 v. Chr. vom damaligen Pharao Ptolemäus III ein Schaltjahr eingeführt, aber schon sein Nachfolger schaffte es wieder ab. Erst Julius Cäsar hat diese Schaltregel wieder in seinem Kalender aufgenommen.

 

 

Fußnoten:
[1] Die Einteilung des Tages in 24 Stunden ist auf die Ägypter zurückzuführen, welche vermutlich bereits unter König Djoser (2690 bis 2670 v. Chr.) den Tag und die Nacht in zwölf Teile gliederten. Gleich lang wurden diese Stunden aber erst um 1200 v.Chr.

 

2. Julius Cäsar und der Kalender »

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